Polizisten als "Hanswurst" bezeichnet

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Wasserburg - Nicht begeistert von dem Verhalten zweier Polizisten war ein 50-jähriger Schreiner und er verhehlte vor Gericht nicht, dass er den Polizeieinsatz für völlig überzogen hielt.

Seine Wortwahl brachte ihn nun wegen Beleidigung vor Gericht.

Gegen den Strafbefehl wegen Beleidigung legte der Handwerker Einspruch ein und nun musste er sich vor dem Wasserburger Amtsgericht verantworten.

Laut Strafbefehl soll der 50-Jährige einen uniformierten Polizeibeamten bei einer allgemeinen Verkehrskontrolle im März dieses Jahres auf dem Gelände einer Tankstelle als "Dumpfbacke" und "Hanswurst" bezeichnet und mit dem Spruch "wer nichts gelernt hat, zieht eine Uniform an" seine Missachtung ausgedrückt haben. Der Schreiner bedauerte vor Gericht sein Verhalten und entschuldigte sich bei den Beamten, auch wenn er deren Verhalten selbst im Nachhinein nicht in Ordnung fand.

Er sei mit seinem Wagen in Wasserburg über den Kreisverkehr am Bahnhof gefahren und dann weiter in Richtung Reitmehring. Dabei habe er eine Polizeistreife im Rückspiegel gesehen, aber den Einsatz von Blaulicht und Sirene nicht auf sich bezogen. Er habe an der Tankstelle angehalten, um einzukaufen. Er sei nie auf die Idee gekommen, dass die Polizei hinter ihm her sei.

Umso überraschter sei er dann gewesen, als die Polizei ebenfalls an der Tankstelle anhielt und einer der Beamten "hey Burschi, da gehst her" rief. Da habe er sich umgedreht und den Polizisten gesagt, dass sie sich im Ton vergriffen hätten und er nicht ihr "Fifi sei, den man her pfeifen kann". Anschließend habe er in die Tankstelle gehen wollen, als ihn ein Polizist von hinten festgehalten habe. Außerdem habe er ihm mit Pfefferspray und Handschellen gedroht. Das sei völlig unverhältnismäßig gewesen, fand der Angeklagte. Die Situation habe sich hochgeschaukelt und aus der Emotion heraus seien dann drastische Worte gefallen.

Etwas anders schilderten die Beamten den Einsatz. Demnach hatte der Angeklagte mit seinem Transporter den Kreisverkehr überfahren und dabei einen Verkehrsteilnehmer behindert. Deshalb habe man die Verfolgung aufgenommen und zuerst den Fahrer mit Leuchtschrift zum Anhalten bewegen wollen. Nachdem dies nicht klappte, habe man es mit Blaulicht und Leuchtzeichen versucht. Doch auch diese Aktion sei nicht von Erfolg gekrönt gewesen.

Auch an der Tankstelle sei keine Reaktion gekommen und der Angeklagte sei nicht stehengeblieben. Deshalb habe man ihn etwas lauter angesprochen. Die Überprüfung sei Aufgabe der Polizei, betonte einer der Beamten. Doch der Schreiner habe sich nicht kooperativ gezeigt und sich erst partout geweigert, die Papiere auszuhändigen. Seiner aggressiven Haltung sei man mit der Androhung von Pfefferspray entgegengetreten. Nach Feststellung der Personalien habe man den Angeklagten die Fahrt fortsetzen lassen.

Laut Staatsanwaltschaft war der Sachverhalt erwiesen. Als Strafmaß forderte die Staatsanwaltschaft eine Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu je 40 Euro. Die Verteidigung schloss sich den Ausführungen an, plädierte jedoch für eine Tagessatzhöhe von 25 Euro. Das Gericht verurteilte den Angeklagten schließlich wegen Beleidigung zu einer Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu je 30 Euro.

ca/Wasserburger Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © pa

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