Teure Schimpftirade

Wasserburg - Beschimpfungen der Ex-Frau können teuer werden. Diese Erfahrung machte jetzt ein 53-Jähriger. Dabei seien die Beschimpfungen doch sachlich weitgehend zutreffend, fand er.

Seine schriftlichen Entgleisungen gegenüber seiner Ex-Frau brachten einem 53-jährigen Kraftfahrer einen Strafbefehl wegen Beleidigung über 1600 Euro ein. Dagegen erhob der Mann Einspruch, denn seiner Meinung nach stimmte, was er im Brief geschrieben hatte, in weiten Teilen. Nun musste er sich vor dem Amtsgericht Rosenheim, Zweigstelle Wasserburg, verantworten.

Dabei zeigte er sich von Anfang an kooperativ und räumte unumwunden ein, dass der Brief, den die Exfrau im Juli per Post erhalten hatte, von ihm stamme. Darin hatte er seinen Ärger über sie zum Ausdruck gebracht und er war bei seiner Wortwahl nicht zimperlich. Er bezeichnete sie als "menschliche Drecksau", "Lügnerin", "Intrigantin" und "Monster".

Die ehemalige Gemahlin wollte das jedoch nicht auf sich sitzen lassen und stellte Strafantrag. "Die ist doch gar nicht beleidigt" vermutete der Angeklagte, dabei ginge es nur um den bevorstehenden Zugewinnausgleich. Außerdem sei er sich keiner Schuld bewusst gewesen, da er seine Beleidigungen ja nicht öffentlich gemacht habe. Gut, "Monster" und "menschliche Drecksau" seien nicht in Ordnung gewesen, räumte der Angeklagte ein, doch Lügnerin und Intrigantin stimmten und dazu stehe er auch.

Das Gericht wies den Angeklagten darauf hin, dass alle Ausdrücke zusammen als eine Beleidigung zählten. Da er nach einem Verfahren nach dem Gewaltschutz noch unter offener Bewährung stehe, sei der Strafbefehl eh schon als Geschenk anzusehen. Zumal er nach einer Verurteilung wegen Computerbetrugs im Februar, wo die Exfrau ebenfalls die Geschädigte war, innerhalb kurzer Zeit zweimal straffällig geworden sei.

Da hätte man ebenso an eine kurze Freiheitsstrafe denken können, gab die Richterin zu bedenken und empfahl dem Angeklagten, der ohne Anwalt erschienen war, seinen Einspruch auf die Tagessatzhöhe zu beschränken. Beim Strafmaß von 40 Tagessätzen sei die schwierige Scheidungssituation eh schon berücksichtigt worden. Die Höhe der Tagessätze könne dagegen noch reduziert werden, da sich die finanzielle Lage doch gravierend verändert habe. Der Angeklagte folgte dem Rat des Gerichts und erklärte sich mit einer Geldstrafe von 40 Tagessätzen zu 25 Euro einverstanden. Zudem trägt er die Kosten des Verfahrens.

ca/Wasserburger Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

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