Anerkennung für die Inn-Sanierung

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Gert Graedler überreichte den Joe-Prantl-Gedächtnispreis 2011 an Conny Pasch und Helmuth Meixner (von links).

Wasserburg - Die groß angelegte Sanierung der Atteler Au und der Freihamer Lacken stand im Mittelpunkt der Verleihung des Joe-Prantl-Gedächtnispreises der Wasserburger Ortsgruppe des Bund Naturschutzes.

Der Vorsitzende Gert Graedler stellte den Anwesenden die Preisträger Conny Pasch und Helmuth Meixner vor und lobte deren Engagement für den Naturschutz im Wasserburger Land: "Die beiden haben sich in den letzten Jahren ein bemerkenswertes Wissen angeeignet und leisten einen unverzichtbaren Beitrag zu unserer Arbeit."

Vor der offiziellen Preisverleihung blickte Conny Pasch anhand eines bebilderten Vortrages auf das vergangene Jahr und die geleisteten Renaturierungsmaßnahmen in den Altwässern zurück. Der Inn sei zwar einer der wasserreichsten Flüsse Deutschlands, wäre aber für die moderne Schifffahrt uninteressant gewesen. So wurden schon frühzeitig Staustufen gebaut, welche zu einer zunehmenden Versandung des Gewässers führten. "Unser Ziel ist die Wiederherstellung und Erhaltung der Altwässer im Bereich der Atteler Au und der Freihamer Lacken oberhalb des Kraftwerkes."

Dadurch sollen Ruhebereiche für die Fischbestände entstehen, welche bei Hochwässern Schutz bieten und das Laichen ermöglichen. Durch die Versandung seien viele Altwässer im Winter immer wieder komplett zugefroren und die darin lebenden Tiere gestorben. Weitere Probleme stellten Eisenablagerungen aus Pumpenabwässern dar, welche sich auf Pflanzen ablagerten, sowie die Verschmutzung zahlreicher Nebengewässer, etwa durch Gülle.

Seit dem Beginn der Maßnahmen mit der Anbindung der Altwässer an den Inn mittels Bagger vor einem Jahr zeigten sich laut Conny Pasch erste Erfolge und die Tierwelt erhole sich zunehmend. "Früher hatten wir das Problem, dass viele Altwässer zwar sehr schön und idyllisch aussahen, aber oft sehr flach und biologisch tot waren. Diese Entwicklung wollen wir stoppen und wir sind auf einem guten Weg, auch wenn es am Inn noch sehr viele offene Baustellen gibt."

Stolz ist man beim Wasserburger Bund Naturschutz darauf, dass man sich mit dem Projekt für den alle zwei Jahre vergebenen Biodiversitätspreis des Bayerischen Umweltministeriums bewerben konnte. Gert Graedler dankte auch ausdrücklich dem Landratsamt Rosenheim für die Unterstützung bei der Altwassersanierung und ging schließlich zur Preisverleihung über. "Es freut mich außerordentlich, den Joe-Prantl-Gedächtnispreis in diesem Jahr erstmals gleich zwei Personen überreichen zu dürfen."

Die gebürtige Wasserburgerin Conny Pasch und ihr Lebensgefährte Helmuth Meixner aus Edling unterstützen den Bund Naturschutz schon seit vielen Jahren in ihrer Freizeit und tragen die Verantwortung für die Wiederbelebung der Altwässer am Inn. Sie stehen dem Landratsamt dabei auch als offizielle Ansprechpartner vor Ort zur Verfügung, dokumentieren die Fortschritte sehr akribisch und koordinieren die Zusammenarbeit mit Fischern und Vogelschützern.

Vorsitzender Gert Graedler überreichte den beiden Preisträgern neben einem Blumenstrauß und Urkunden auch "hochwertige Handschuhe für die Arbeiten während der kalten Jahreszeit".

reg/Wasserburger Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

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