Angeklagte konnte nicht Diebin sein

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Wasserburg - Mit einem Freispruch der Angeklagten endete eine Gerichtsverhandlung wegen Diebstahls. Die Frau konnte zur Zeit der Tat gar nicht in Wasserburg gewesen sein...

...denn sie ist seit 2009 wegen ihrer Alkoholabhängigkeit in einer geschlossenen Einrichtung in Neumarkt-St.Veit.

Es war am 2. Februar dieses Jahres, dass ein Wasserburger Polizeibeamter zu einem Ladendiebstahl im Innkaufhaus gerufen wurde. Dort hatte eine Frau einen BH im Wert von 29,95 Euro entwendet und zur Feststellung ihrer Personalien den Personalausweis der jetzt Angeklagten, einer 46-jährigen Mühldorferin, abgegeben, der der Frau zu einem unbekannten Zeitpunkt entwendet worden war. Die Diebin war damit fein heraus. Für die Rechtsanwaltsgehilfin bedeutete das jedoch eine Anklage wegen Diebstahls vor dem Amtsgericht Wasserburg.

Zum ersten Verhandlungstag im Wasserburger Amtsgericht erschien sie mit ihrem Betreuer, um dem Gericht glaubhaft zu machen, dass sie sich nicht aus der geschlossenen Einrichtung entfernen habe können. Dies bestätigte auch ein Schreiben der Heimleiterin.

Da der vernehmende Polizeibeamte nicht zu erreichen war, wurde diese erste Verhandlung unterbrochen und an einem zweiten Termin fortgesetzt.

Bei dieser zweiten Sitzung dann bestätigten auch der Polizeibeamte und die als weitere Zeugin geladene Verkäuferin, dass es sich bei der Angeklagten keinesfalls um die Täterin handele.

Dabei konnte die Zeugin gleich noch einen sachdienlichen Hinweis zur richtigen Täterin machen. Sie berichtete, dass sie bei der Fahrt zum Gericht die mutmaßliche Täterin beim Trampen gesehen und für einen kurzen Moment überlegt habe, ob sie die Frau gleich zum Gerichtstermin mitnehmen solle. Außerdem sei ihr die Frau seit dem Zeitpunkt schon mehrmals im Geschäft begegnet.

Die Staatsanwaltschaft beantragte daraufhin den Freispruch der Angeklagten, deren Erleichterung nach der Verhandlung deutlich spürbar war. Dennoch zeigte sie sich schon verwundert über die vermeintliche Ähnlichkeit mit der tatsächlichen Täterin, zumal auch die Unterschriften auf dem Ausweis und dem Vernehmungsprotokoll stark voneinander abwichen.

ca/Wasserburger Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

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