Aprikosenkrapfen oder Erste Hilfe?

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Aprikosenfüllung ist zu langweilig? Dann sucht man sich einfach etwas anderes aus: Den Krapfen gibt es mittlerweile in unzähligen Varianten mit und ohne Alkohol.

Wasserburg - Faschingszeit ist Krapfenzeit. Die Krapfen gehören zur fünften Jahreszeit wie die "Platzerl" zu Weihnachten.

Zwar gibt es den Krapfen seit einigen Jahren in unzähligen Varianten, der traditioll bayerische Klassiker mit Aprikose bleibt aber Liebling der Kunden.

Wer außerhalb Bayerns einen Krapfen bestellt, der braucht sich in manchen Regionen nicht über fragende Blicke und Achselzucken zu wundern. Denn die deutsche Sprache kennt für diese im tiefen Fett schwimmend gebackene Spezialität - deren Geschichte übrigens bis ins alte Rom zurückreicht - eine Vielzahl an Namen. Je nach Region heißen sie anders: In weiten Teilen Deutschlands als "Berliner" bekannt, werden sie in der Hauptstadt selbst unter dem Namen "Pfannkuchen" feil geboten. Für den Bayern sind die "Berliner" die eher ruppigen Bewohner der Hauptstadt, ans Reinbeißen denkt er da nicht.

Der traditionelle bayerische Krapfen ist gefüllt mit Aprikosenmarmelade und mit Kristallzucker bestäubt. Doch schon seit einiger Zeit ist er nicht mehr allein: Aperol-, Erdbeer-Prosecco- und Champagnerkrapfen und Co. konkurrieren mit ihm um die Gunst der Käufer.

Die Bäckerei Berndl aus Edling setzt auf Klassiker. "Unsere Krapfen haben wirklich in Biskin gebadet", bemerkt Bäckermeister Georg Berndl; dies sei heutzutage "durchaus keine Selbstverständlichkeit" mehr. Berndl backt inzwischen viererlei Krapfen: Neben dem klassischen Krapfen mit Aprikosenmarmelade, der nach wie vor der Bestseller bei Berndl ist, gibt es Schoko- und Vanillekrapfen. Neu im Sortiment führt die Bäckerei Berndl pünktlich zum heutigen unsinnigen Donnerstag ein ganz besonderes Zuckerl für Naschkatzen: einen Krapfen mit Bayerischer Creme und Amarena-Kirsch.

"Hausgemacht und aus frischen Zutaten" sind auch alle Krapfen der Konditorei Obermaier. "Nicht auf Quantität, sondern auf Qualität" kommt es den Konditorinnen Stefanie und Kathrin an. Die Konditorei bietet dieses Jahr zur Faschingszeit knapp an die zehn Sorten an; darunter Klassiker wie auch Exoten. "Bei den älteren Herrschaften ist der Kirschwasser-Quark-Krapfen sehr beliebt", verraten Stefanie und Kathrin. Zwar ist der für junge Leckermäuler weniger geeignet, "die mögen es eher süßer", sind sich die beiden einig. Selbstverständlich kommen die bei Obermeier auch auf ihre Kosten. Wer es weder alkoholisch noch süß will, der kann sich auch für eine der Varianten ohne Zucker entscheiden.

Die Bäckerei Bergmeister lockt mit einem großen wie auch ausgefallenen Angebot. Neben Altbewährtem findet man dort auch den "letzten Schrei" in Sachen Krapfen. Cappuccino- und Aperolkrapfen sind die neuesten Kreationen des Rosenheimer Traditionsunternehmens. Wer die unterschiedlichsten Sorten probieren will, der ist hier an der richtigen Adresse: Das Angebot reicht vom Erdbeer-Prosecco-Krapfen bis hin zum Mohnkrapfen. Umso mehr verwundert es, dass laut Auskunft der Mitarbeiterinnen Bergmeisters Verkaufshit nach wie vor der klassische Aprikosenkrapfen ist.

Sage und schreibe 16 Sorten bietet die "Wasserburger Backstube" an. Kreativ sind nicht nur die Krapfenkreatioen, sondern auch deren Namen; allen voran der "Erste-Hilfe-Krapfen". Was versteckt sich dahinter? Christine Deliano erklärt: "Die Füllung ist aus Erdbeer-Grapefruit-Konfitüre und Erdbeerlimes." Als kleine, unsinnige Faschingsgaudi befindet sich auf der weiß-roten Glasur noch eine Erdbeer-Limes-Spritze für die Närrischen. Ein weiterer Schlager der Backstube ist der Schwarzwälder-Kirsch-Krapfen mit den typischen Zutaten: Sahne, Kirsche, Schokostreusel und einem Schuss Kirschwasser.

Florian Lentner/Wasserburger Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

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