Wieder mehr Arbeitslose im August

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Rosenheim - Wie bereits erwartet, verzeichnete die Rosenheimer Arbeitsagentur einen leichten Anstieg bei den Arbeitslosenzahlen. So sah der Arbeitsmarkt im August aus:

Jakob Grau, stellvertretender Leiter der Rosenheimer Arbeitsagentur, zu den aktuellen Zahlen vom Arbeitsmarkt: „Wie erwartet, stieg die Arbeitslosigkeit im Urlaubsmonat August erneut leicht an. Das Plus von 440 Betroffenen lässt die Zahl der Arbeitslosen wieder über die 8000er-Marke (8230) klettern. Dies ist aber noch kein Anlass zur Sorge, auch wenn die wirtschaftlichen Prognosen für die Zukunft derzeit nicht mehr so positiv ausfallen.“ Grau weiter: „Hier in der Region ist ein Anstieg in der Größenordnung um 400 für den Urlaubsmonat August im Rahmen. Personalchefs und Firmeninhaber sind zum Großteil in den Ferien und so erfolgen nur wenige Neueinstellungen. Leider hat sich die Zahl der arbeitslosen Jugendlichen unter 25 Jahren im August noch einmal deutlich um über 200 auf nun 1010 erhöht. Sicherlich wird ein Teil von Ihnen nur kurze Zeit arbeitslos gemeldet bleiben, denn einige haben im Anschluss an ihre Ausbildung bereits eine Stelle in Aussicht, andere wollen ab Herbst die Schulbank drücken und wieder andere gehen für ein Jahr ins Ausland (Stichwort „work an travel“). Ich bin sicher, dass diese frisch ausgebildeten Fachkräfte in einem neuen Betrieb ihre Chancen wahrnehmen werden.“

Der stellvertretende Agenturleiter zur Situation auf dem Lehrstellenmarkt: „Viele Schulabgänger/innen werden am Montag, dem 3. September, ihre Ausbildung antreten, zur Monatsmitte (14. August) gab es aber immer noch 382 Jungen und Mädchen (aus Stadt und Landkreis Rosenheim 266; aus dem Landkreis Miesbach 24 und aus dem Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen 92) die für heuer noch eine Ausbildungsstelle suchen. Gleichzeitig sind noch gut 900 Lehrstellen – quer durch alle Branchen – zu besetzen. Grau an die Firmen gewandt: „In diesem Zusammenhang möchte ich auf zwei Förderprogramme hinweisen. Zum Einen gibt es Fördergelder im Rahmen der Initiative „Inklusion“ für die Schaffung von neuen Ausbildungsplätzen für schwerbehinderte und gleichgestellte behinderte junge Menschen, zum Anderen gibt es finanzielle Unterstützung für die Bereitstellung zusätzlicher Ausbildungsplätze für Jugendliche, die aus den Praxisklassen kommen, oder für Jugendliche ohne Schulabschluss im Rahmen des Programms „Fit for Work 2012“, das als Kooperation zwischen der Agentur für Arbeit und der Landesregierung betrieben wird. Erste Informationen dazu geben Ihnen gerne unsere Vermittlungs- und Beratungsfachkräfte.“

Trotz der Urlaubszeit herrschte sehr viel Bewegung auf dem regionalen Arbeitsmarkt. Insgesamt haben sich 2870 Personen neu oder erneut arbeitslos gemeldet, darunter 1260 aus einer Erwerbstätigkeit heraus. Eine vorherige sozialversicherungspflichtige Beschäftigung bedeutet aber nicht in jedem Fall, dass sich daraus ein Anspruch aus der Arbeitslosenversicherung ableitet, insbesondere dann nicht, wenn durch eine befristete Beschäftigung kein neuer Anspruch erworben wurde.

Ein Blick auf die beiden unterschiedlichen Rechtskreise verdeutlicht die derzeitige Gewichtung. Im Rechtskreis des Sozialgesetzbuches III (SGB III; Zuständigkeit liegt bei der Arbeitsagentur) sind 1970 im „Zugang“ und 1480 im „Abgang“ sprich - bei den Abmeldungen ausgewiesen, im Rechtskreis des Sozialgesetzbuches II (SGB II), also bei den Jobcentern, waren es 900 Neu- und 940 Abmeldungen. Von den Jobcentern werden auch diejenigen betreut, deren Arbeitslosengeld aus der Arbeitslosenversicherung wegen eines zu geringen Einkommens so niedrig ausfällt, dass Arbeitslosengeld II als Aufstockung gewährt wird. Insgesamt waren im August von den 8230 Erwerbslosen 4425 bei der Arbeitsagentur und 3805 bei den Jobcentern gemeldet.

Zu den gemeldeten Arbeitsstellen: Im Fachverfahren der Agentur für Arbeit gibt es derzeit rund 3000 Stellenangebote, darunter 2770, die der Sozialversicherungspflicht unterliegen. Neu gemeldet wurden insgesamt 1070, darunter 990 sozialversicherungspflichtige. Erfreulich ist hierbei, dass im August 2012 nahezu gleich viel offene Stellen verfügbar sind wie im Vorjahresmonat.

Grau dazu: „Die Betriebe versuchen natürlich den bestmöglichen Bewerber beziehungsweise die bestmögliche Bewerberin für eine Stellenbesetzung zu finden. Dabei spielen die erworbenen oder geforderten Fachkenntnisse und Qualifikationen eine Rolle, wie zum Beispiel spezielle Schweißkenntnisse oder das entsprechende Examen im Pflege oder Erziehungsbereich.“

Der Arbeitsmarkt in den einzelnen Regionen des Agenturbezirkes Rosenheim:

In der Stadt Rosenheim ist die Zahl der Arbeitslosen mit 1593 Betroffenen gegenüber dem Vormonat um 71 Personen gestiegen. Die Arbeitslosenquote stieg um 0,2 Prozentpunkte auf 4,9 Prozent. Von den betroffenen Personen werden derzeit 635 (plus 47) im SGB III – Bereich von der Agentur für Arbeit in Rosenheim betreut. Die Zahl der durch das Jobcenter Rosenheim Stadt betreuten Kunden im SGB II – Bereich ist mit 958 gegenüber dem Vormonat um 24 gestiegen.

Der Landkreis Rosenheim weist eine Arbeitslosenquote von 2,8 Prozent auf (Vormonat 2,6 Prozent). Hier sind mit 3629 erwerbslosen Personen 245 mehr gemeldet als im Juli. Von den Beschäftigungslosen werden 2046 Personen durch die Hauptagentur in Rosenheim (SGB III) betreut, 263 mehr als im Juli. Das Jobcenter Landkreis Rosenheim (SGB II) ist für 1583 Frauen und Männer zuständig, 18 weniger als im Vormonat.

Pressemitteilung Agentur für Arbeit Rosenheim

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © dpa

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