Neiderhell zu Gast im Wasserburger Arzneimittelwerk

+
Herstellungsleiter Hubert Zuber und Geschäftsführer Armin Dallüge (1. und 2. von links) erlaubten ihren Gästen, Wasserburgs Bürgermeister Michael Kölbl, Landrat Josef Neiderhell und Alexandra Gehlhaar von der IHK in Rosenheim einen Blick hinter die Kulissen.

Wasserburg - Das Arzneimittelwerk in Wasserburg bekam Besuch von Landrat Josef Neiderhell und Bürgermeister Michael Kölbl.

Sterilität ist oberstes Gebot im Wasserburger Arzneimittelwerk. Die dort hergestellten Injektionspräparate müssen absolut frei sein von Mikroorganismen. Von dem dabei betriebenen enormen Aufwand machten sich Landrat Josef Neiderhell, Wasserburgs Bürgermeister Michael Kölbl und die Geschäftsführerin des Gremiums Rosenheim der Industrie- und Handelskammer Alexandra Gehlhaar vor Ort ein Bild.

Trotz der Schutzkleidung, die alle Besucher anlegen mussten, durften sie nicht in die Räumlichkeiten, in denen die flüssigen Medikamente hergestellt werden. Geschäftsführer Armin Dallüge verwies mit einem gewissen Stolz auf die 35-jährige Erfahrung, das hohe technische Niveau und die kompetenten Mitarbeiter in der sterilen Herstellung von Injektionsprodukten. Von den knapp 280 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sind rund 60 in der Qualitätskontrolle beschäftigt. Guter Ausbildungsstand und großes Verantwortungsbewusstsein sorgen für hohe Zuverlässigkeit, die laut Dallüge eine unbedingte Notwendigkeit darstellt, um im Bereich der außerordentlich qualitätsorientierten Pharma-Industrie bestehen zu können.

Im Wasserburger Arzneimittelwerk gibt es keine Forschung und damit auch keine eigenen Produkte. Stattdessen werden im Auftrag von Pharma-Unternehmen aus der ganzen Welt nach deren Rezepturen die Arzneimittel erzeugt. Die Kapazitäten der fünf Produktionslinien reichen aus, um jährlich fast 50 Millionen Einheiten an Fläschchen und Ampullen herzustellen. Hinzu kommt, dass in dem Wasserburger Werk mit der Gefriertrocknung von Arzneimitteln eine technologische Nische besetzt wird. Einem Teil der flüssigen Medikamente wird bei minus 80 Grad das Wasser entzogen. Übrig bleibt ein Pulver das deutlich länger haltbar ist als das Injektionsarzneimittel in flüssiger Form.

1974 wurde das Wasserburger Arzneimittelwerk von der Familie Madaus gegründet. Es blieb 30 Jahre in Familienbesitz, ehe es 2004 an ein australisches Unternehmen verkauft wurde. Ein amerikanischer Konzern übernahm 2007 Werk und Mitarbeiter, um es Anfang dieses Jahres an das schwedische Unternehmen Recipharm weiterzuverkaufen. Trotz der zuletzt häufig wechselnden Eigentümer wuchsen Produktion, Umsatz und Mitarbeiter stetig an. Die Jahre 2008 und 2009 waren die umsatzstärksten in der Geschichte des Werkes. Der Eigentümerwechsel zum Recipharm-Konzern und die folgende unumgängliche Integrationsphase hätten das laufende Jahr nach Auskunft von Geschäftsführer Dallüge wirtschaftlich etwas schwieriger werden lassen. Man fühle sich aber sehr wohl bei der neuen Mutter und sehe neue Marktchancen. Ein Ende der wirtschaftlichen Entwicklung ist also nicht in Sicht.

Pressemeldung Landratsamt Rosenheim

Quelle: rosenheim24.de

Zurück zur Übersicht: Region Wasserburg

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser