"Auf der Burg brennt es!"

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Großaufgebot an Feuerwehrfahrzeugen auf der Burg - und irgendwie mussten die Rettungswagen da auch noch durch.

Wasserburg - "Starke Rauchentwicklung, Seniorenheim Maria Stern, Auf der Burg": Dieses Einsatzstichwort ließ am Samstagnachmittag die Feuerwehreinsatzkräfte in und um Wasserburg erschaudern.

Außer einem engen Führungsstab der städtischen Wehr und der Heimleitung der Stiftung Attl wusste niemand etwas von der großangelegten Einsatzübung. Kurz nach 14 Uhr heulten in und um Wasserburg die Sirenen.

130 Einsatzkräfte, 16 Feuerwehrfahrzeuge, zig Meter verlegter Schläuche auf und rund um das Burgareal sowie zwei ausgefahrene Drehleitern auf Wasserburgs höchstem Altstadtpunkt: die Einsatzübung sorgte für Aufsehen.

Dabei begann die Aktion relativ harmlos. Bei der Wasserburger Feuerwehr schlug zunächst "nur" ein Brandmeldeanlagenalarm des Seniorenheims "Maria Stern" auf. Einsatzplanmäßig rückte zwei Minuten nach dem Sirenenalarm ein Löschzug zur Erkundung aus. Doch schon bald wurde klar, dass es sich im vierten Obergeschoss des Seniorenheims um einen ausgedehnten Wohnungsbrand mit sechs vermissten Heimbewohnern handelte. Kreisbrandmeister Stephan Hangl hatte ganze Arbeit geleistet und das Stockwerk absolut realitätsnah in Rauchschwaden gehüllt.

30 Meter hoch reicht die Drehleiter - in diesem Falle gerade genug.

Da die angenommene Lage ein schwer begehbares Objekt mit erhöhter Brandlast darstellt und ein intensiver Atemschutzträgereinsatz absehbar war, ließ der Einsatzleiter und Kommandant der Wasserburger Wehr, Georg Schmaderer, sofort die Alarmstufe erhöhen. Sprich: Nachalarm für die Feuerwehren Attel-Reitmehring, Babensham, Bachmehring und Penzing sowie den Rettungsdienst. Auch eine zweite Drehleiter mit Löschzug aus Haag wurde angefordert.

In weniger als 15 Minuten war das Burgareal eine Großeinsatzstelle, die Durchgangsstraße von der Rampe und vom Marienplatz her wurde gesperrt, zusätzliche Löschwasserförderstrecken von der Schmidzeile sowie von der Ledererzeile über den Burgweg führend eingerichtet.

Eine besondere Schwierigkeit bestand darin, auf dem beengten Burgareal infolge der zahlreichen Einsatzfahrzeuge möglichst große Bewegungsflächen für an- und abrückende Rettungsfahrzeuge freizuhalten. Das eigens hierfür von den Führungskräften Günther Bauer und Thomas Rothmaier entwickelte Konzept hatte sich aber vollends bewährt.

Bis auf das Äußerste gefordert waren die rund 20 Atemschutzgeräteträger, die die sechs Vermissten im verrauchten vierten Obergeschoss zunächst auffinden und dann mit Tragen bis an die Rauchgrenze transportieren mussten, ungeachtet des parallel durchzuführenden Löschangriffs. Als problematisch erwiesen sich dabei die teils langen Anmarschwege und viele Treppen sowie schweres Gerät.

Da erschwerend angenommen wurde, dass sich die Lage zu einem Dachstuhlbrand ausdehnt, galt es mit zwei Drehleitern sowohl die Brandbekämpfung als auch die Abschirmfunktion für angrenzende Gebäude vorzunehmen. Die Löschwasserversorgung, infolge des exponierten Einsatzortes auch ein Übungskriterium, war zu keinem Zeitpunkt gefährdet.

Für die Verantwortlichen der Wasserburger Wehr war es eine "Übung auf Spitz und Knopf", zumal ein derart großangelegtes Szenario noch nie durchgespielt wurde. Insgesamt zeigten sich aber alle Beteiligten sehr zufrieden. Insbesondere Heimleiterin Irmingard Stöberl mit ihrem Team war froh darüber, die im etwaigen Brandfall kritischen Punkte aufgezeigt zu bekommen. Keine Beunruhigung auch bei den Heimbewohnern. Im Gegenteil: Für den ein oder anderen war es ein willkommene Abwechslung.

tro/Wasserburger-Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

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