Aus der Einmündung wird ein Knoten

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So soll die Auf- und Ausfahrt Wasserburg-Ost der B304 aussehen, wenn sie kreuzungsfrei ausgebaut ist.

Wasserburg - Endlich stehen bei Bund und Land die Gelder für den Ausbau der Ausfahrt Wasserburg-Ost der B304 zur Verfügung stehen. Es kann gebaut werden.

Die "Kraft der guten Argumente" habe wohl endlich gewirkt, vermutet Annemarie Biechl. Abseits jeder Vermutung ist sicher, dass endlich bei Bund und Land die Gelder für den Ausbau der Ausfahrt Wasserburg-Ost der B304 zur Verfügung stehen. Es kann gebaut werden.

Die ersten Forderungen nach einem kreuzungsfreien Ausbau der Aus- und Auffahrt Wasserburg-Ost der B304 wurden schon kurz nach dem Bau der Umgehung in den 80er-Jahren laut. 2006 gab es einen erneuten Vorstoß und im September 2009 stand die Trasse fest.

Allein: Die Mittel fehlten. An der Finanzierung sind Bund und Land beteiligt, "und der Etat für den Straßenbau ist immer zu knapp", weiß die Landtagsabgeordnete Annemarie Biechl aus eigener Erfahrung. An sie sowie ihre Kollegen Maria Noichl und Klaus Stöttner hatte sich Bürgermeister Michael Kölbl gewandt, nachdem ihm der Leiter des Straßenbauamtes Rosenheim Anfang Januar signalisiert hatte, dass die 400.000 Euro des Bundes bereit stünden, die 550.000 Euro des Freistaates aber noch nicht sicher seien. "Mein Stimmkreis, meine Verantwortung" fand Annemarie Biechl und hakte nach. Es sei nicht einfach gewesen, weil die Straßenbaumittel bayernweit begehrt sind. Sie wäre schon froh gewesen, wenn die Zusage für 2014 gekommen wäre, sagte Annemarie Biechl auf Nachfrage. Dass es nun schon in diesem Jahr was werde, sei hervorragend, "ich gfrei mi richtig."

So ging es auch dem Bürgermeister, als er den Anruf aus dem Straßenbauamt bekam, dass die Mittel bereit stehen. "Das ist ein echter Gewinn für Wasserburg, vor allem für die Verkehrssicherheit", so Kölbl. Denn bisher ist an der Anschlussstelle Wasserburg-Ost das Problem, dass der aus Richtung München kommende Verkehr von der Bundesstraße links abbiegen und der auf die B304 gen Traunstein einbiegende Verkehr ebenfalls die Fahrbahn queren muss.

Damit allerdings scheinen sich die meisten Fahrer in den letzten Jahren arrangiert zu haben, denn Karl-Heinz Nießner, der Verkehrsexperte der Wasserburger Polizei, muss bis in die Statistik für die Jahre 2003 bis 2005 zurückgehen, um eine überdurchschnittliche Unfallhäufigkeit festzustellen. Wenn es auf der B304 Wasserburg-Ost allerdings zu einem Unfall kommt, dann geht es selten ohne Verletzte und/oder hohen Sachschaden ab.

Frank Ruckdäschel, als Abteilungsleiter im Straßenbauamt für das Projekt zuständig, sagte schon vor anderthalb Jahren, dass er lieber heute als morgen loslegen wolle, konnte das aber wegen der fehlenden Mittel nicht. Aber nun. Die Abstimmung mit der zuständigen Naturschutzbehörde steht, die Bäume müssen bis Ende Februar gefällt sein. "Und wenn in irgendeinem Baum noch ein Tier Winterschlaf hält, dann bleibt dieser Baum erstmal stehen, wird später gefällt."

Mitte bis Ende Juli sollen die Bauarbeiten beginnen, so Ruckdäschel. Bis dahin muss die Auschreibung raus, müssen die Aufträge vergeben werden, ist noch einiges an Vorlauf nötig. Die auf den ersten Blick hoch erscheinenden Baukosten von einer knappen Million Euro erklärt Ruckdäschel vor allem damit, dass sowohl für die Abfahrt aus Richtung München als auch für die Auffahrt in Richtung Traunstein Dämme aufgeschüttet werden müssen um von der Bundesstraße auf die Höhe der kreuzenden Staatsstraße zu kommen. Große Erdbewegungen sind nötig und zudem Erde, die relativ hohe Qualitätskriterien erfüllt, "sonst haben wir da in zwei Jahren eine Buckelpiste."

Ruckdäschel hofft, dass ein Großteil der Arbeiten schon in den Sommerferien erledigt werden kann. Da die Fahrbahnen der Bundesstraße und der Staatsstraße aber während der Baumaßnahmen nur selten tangiert sind, geht er davon aus, dass sich die Verkehrsbeeinträchtigungen in Grenzen halten werden. Ende des Jahres soll die kreuzungsfreie Aus- und Auffahrt im Wasserburger Osten fertig sein. Spätestens, wenn es nach Ruckdäschel geht: "Ich hoffe, dass ich zur Verkehrsfreigabe keine Mütze, keine Handschuhe und keinen Schal brauche."

syl/Wasserburger Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

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