Ausstellung von Wähmann-Werken

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"Ansicht der Innfront von Südwesten" heißt dieses Bild von Karl Wähmann, das er mit Ölfarben auf Holz malte.

Wasserburg - Das Museum Wasserburg stellt anlässlich des 30. Todestags des Malers Karl Wähmann eine seiner zahlreichen und so beliebten Wasserburgansichten vor.

Karl Wähmann bei der Arbeit in seinem Atelier.

Bei seiner Darstellung der Stadt stellte Karl Wähmann nicht die Architektur in den Vordergrund, sondern den Inn. In seinem lichten blauen Wasser wird die Spiegelung der Innfront angedeutet, die sich von links in den Bildmittelpunkt schiebt. Ausgehend von der Burg und St. Jakob reihen sich die Häuser wie Perlen entlang des Flusses bis zum Brucktor auf - vor dem die Brücke wie ein rotes Band den Inn überspannt. Über allem schießen die Kirchturmspitzen empor. Im Hintergrund sind die noch kahlen Innleiten zu sehen.

Wähmann war lange Zeit eine Institution im kulturellen Leben der Region, was angesichts seiner Herkunft nicht vorgezeichnet schien. Karl Hermann Friedrich Wähmann kam 1897 auf dem Rittergut Finkenstein bei Königsberg in der Neumark, dem heutigen Chojna an der Oder zu Welt. Schon im Alter von 15 Jahren fuhr er als Kadett zur See, wobei ihn der Kriegsausbruch 1914 in Südamerika überraschte. Nachdem er auf chilenischen Schleppern und amerikanischen Schonern angeheuert hatte, versuchte er 1916 mit einem norwegischen Pass auf einem finnischen Salpeterfrachter nach Europa heimzukehren. Die Engländer brachten das Schiff jedoch auf und verdächtigten Wähmann aufgrund des norwegischen Passes der Spionage. Die darauffolgenden drei Jahre verbrachte er in englischer Kriegsgefangenschaft, wo er durch seinen Mitgefangenen, den Bildhauer Josef Hinterseer, künstlerisch gefördert wurde.

Nach der Heimkehr nach Deutschland begann er im Frühjahr 1920 ein Studium an der Münchner Kunstakademie. 1924 ließ er sich als freischaffender Künstler in Geschwendt bei Edling nieder, wo sein Atelier zum Treffpunkt eines künstlerischen Zirkels wurde. Zu den Gästen gehörten unter anderem Oskar Maria Graf, Alfred Kubin, Leo von Welden und Peter Scher.

Von 1943 bis 1948 leitete er auch das Wasserburger Heimathaus. In dieser Zeit baute er eine der umfangreichsten und vollständigsten Sammlungen bäuerlicher Möbel in Altbayern auf. Sein guter Kontakt zur Landbevölkerung war die Grundlage dafür. Daneben sammelte er Hafnerkeramik und brachte 1952 einen eichenen Einbaum aus dem Kesselsee ins Museum, der aus der Bajuwarenzeit stammt und zu den ältesten in Bayern gehört.

Nachdem seine erste Ehe mit Gretel Göhrum, in deren Zeit die Geburt von Sohn Jochen fällt, gescheitert war, heiratete er 1949 Anna Diewald und zog mit ihr auf einen Hof in Untersteppach. Aus der Ehe gingen drei Kinder hervor. Auf dem Hof übernahm Wähmann alle anfallenden Arbeiten.

Das Malen blieb aber stets Teil seines Lebens. Er malte Stadt- und Ortsansichten, die Landschaft um Edling, Stillleben und Portraits. Zu seinen häufigsten Motiven gehören die Innfront Wasserburgs und der Kesselsee. Viele Bilder hat Wähmann in unterschiedlichen Ausführungen gemalt. Er malte sehr schnell, schuf seine Gemälde oft innerhalb von nur einer Stunde. Als Malgrund diente häufig Pappe oder Pressspanplatte. Auf diese Weise entstand sein unverwechselbar leichter Malstil, der Details seiner Architektur- und Landschaftsszenen nur skizzenhaft wiedergab. Nur wenige Arbeiten führte er in Öl auf Leinwand aus. Diese entstanden vor allem in den 50er Jahren und gehören zu seinen ausgereiftesten Werken. Wähmann beteiligte sich an den Ausstellungen des AK 68 und hatte 1979 eine eigene Ausstellung in Wasserburg. Bei der Bevölkerung fand seine Kunst großen Anklang, so dass sein vielfältiges Werk sich heute größtenteils in Privatbesitz in der Region befindet. Im August 1981 starb Karl Wähmann nach langer Krankheit. re

Quelle: rosenheim24.de

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