Neue Freizeitfläche für die Schüler, neue Strukturen für die drei Häuser des Schülerheimes

Austoben oder Abhängen

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Endlich ein Platz zum Sporteln, Grillen und Ratschen ohne Ärger mit den Nachbarn zu bekommen, den haben nun auch die Berufsschüler, die in der ehemaligen Landwirtschaftschule untergebracht sind. Ihre Kollegen am Heisererplatz haben einen Garten, die Kolleginnen im Inn-Salzach-Klinikum das ganze dortige Gelände und hier gibt es nun einen Treffpunkt im Hof zwischen FOS/BOS und Berufsschule.

Wasserburg - Den ganzen Tag lernen und dann keinen Platz zum Austoben oder Abhängen haben - keine gute Situation. Deswegen gab es zwischen den Jugendlichen des Schülerheimes und den Anwohnern immer wieder Ärger.

"Vier Jahre haben wir jetzt um einen entsprechenden Platz gekämpft", sagt Gudrun Schäl, Leiterin der drei Heime für die Berufsschüler. Unterstützung gab es da auch immer wieder vom Chef in Rosenheim, "der unsere Arbeit generell sehr unterstützt". Jetzt gibt es einen Platz: Im Hof zwischen FOS/BOS und Berufsschule - zu der das Schülerheim einen sehr engen Kontakt hat - ist eine Fläche entstanden, die zum Basket- oder Volleyballspielen, als Grill- und Ratschecke genutzt werden kann.

Und die Nachbarn bleiben davon unberührt. Zum Sommerfest, bei dem die Freizeitfläche eingeweiht wurde, waren sie selbstverständlich eingeladen. Und im Laufe des Abends schaute so manch ein Nachbar vorbei. "Ich habe das Gefühl, das das Fest bei allen Beteiligten gut ankam und dass wir das zur jährlichen Einrichtung machen sollten", so Gudrun Schäl. Denn die Kontakte zur Nachbarschaft wolle man schon pflegen, "dann kennt man, wenn wirklich Probleme auftauchen, auch die Ansprechpartner".

Wobei die Probleme, so Gudrun Schäls Erfahrung, in der letzten Zeit weniger geworden sind. Sowohl am Heisererplatz, als auch im Inn-Salzach-Klinikum als auch in der Ponschabaustraße sind die Heime ab dem späteren Nachmittag mit zwei Pädagogen besetzt, ab 22.30 Uhr ist ein Nachtdienst im Haus. Knapp 200 junge Frauen und Männer zwischen 15 und 24 Jahren werden in den drei Häusern betreut. Deutlich weniger als noch vor zwei Jahren, was laut Gudrun Schäl daran liegt, dass die Produktdesigner neben Wasserburg jetzt noch einen Schulstandort in Franken haben, nicht mehr alle hierher kommen.

Die Hausordnung ist für alle gleich, in allen drei Häusern und für alle Altersgruppen, "alles andere geht gar nicht." Dass volljährige Berufsschüler sich eine andere Unterkunft mit mehr Freiheiten suchten, das sei eher selten. Mittags und Abends wird gemeinsam am Heisererplatz gegessen, Frühstück gibt es in den einzelnen Häusern. Kleine Küchen sind an allen drei Standorten vorhanden, "da backen oder kochen meine Mitarbeiter auch schon mal mit den Jugendlichen - oder die machen sich eine Pizza, wenn der Speiseplan nicht passt", so Gudrun Schäl.

Mit den drei Standorten und dem damit verbundenen Planungsaufwand beim wöchentlichen beziehungsweise zweiwöchentlichen Wechsel der Jugendlichen werden Gudrun Schäl und ihre Kollegen wohl noch eine Weile leben müssen. Denn der Landkreis Rosenheim als Sachaufwandsträger plant zwar ein neues Schülerwohnheim mit 160 Plätzen an der Ponschabaustraße, noch steckt das Projekt aber in den Kinderschuhen. Ein Planegger Büro hat sich bereits mit einem Lärmschutzgutachten beschäftigt, das Ergebnis ist bisher aber noch nicht bis ins Bauamt der Stadt vorgedrungen. "Ich gehe davon aus, dass das Gutachten im Landratsamt liegt", so Helmut Schmid. Die Stadt ist involviert, weil es unter den Anliegern massive Bedenken wegen der möglichen Lärmbelästigung gab. Deswegen werden wohl die Anlieger auch bei den ersten sein, denen der Planentwurf für den Wohnheimbau vorgestellt wird. Nach Schätzung von Schmid könnte dies gegen Jahresende der Fall sein.

syl/Wasserburger Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

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