22-Jährigen wegen Betrugs angeklagt und zu gemeinnütziger Arbeit verurteilt

Autonarr wegen Betrugs vor Gericht

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Wasserburg - Ein 22-Jähriger steckte so viel Geld in sein Auto, dass er damit seinen finanziellen Rahmen überschritt. Jetzt musste er sich vor Gericht wegen des Verdachts des Betrugs verantworten.

Jede freie Minute bastelte ein 22-jähriger Este aus dem Raum Wasserburg an seinem Auto und steckte viele Euros in den Autokauf, Tankfüllungen und diverse Tunings. Dies überschritt allerdings deutlich seinen finanziellen Rahmen und das Gehalt vom 15. des Monats reichte kaum bis zum Monatsende. Doch davon ließ sich der gelernte Maurer nicht beirren. Nun musste er sich wegen des Verdachts des neunmaligen Betrugs vor dem Amtsgericht Wasserburg verantworten.

In der Zeit vom 31. März bis zum 6. April hatte er seinen Mazda insgesamt neunmal an der Tankstelle am Edeka Center betankt. Die Kosten von insgesamt 273,34 Euro wollte er mit seiner EC-Karte begleichen. Da gegen den jungen Mann zu diesem Zeitpunkt aber bereits eine Lohnpfändung erwirkt worden und das Konto heillos überzogen war, verfügte er gar nicht über genügend finanzielle Mittel um die ausstehenden Forderungen zu begleichen.

Vor Gericht räumte der Angeklagte die Vorwürfe umfassend ein und rief dabei ein wenig Kopfschütteln darüber hervor, wie viel Treibstoff in einen Madza passt. Denn der Angeklagte hatte zum Teil zweimal täglich nachgetankt. Auf die Frage des Gerichts, wie man innerhalb einer Woche so viel Sprit verfahren könne, dass das doch keiner schaffe, antwortete der Angeklagte: " Ich schon". Am Wochenende sei er nach Ingolstadt in die Disco und so halt auch noch ein bisschen durch die Gegend gefahren. Das Auto sei ihm wichtig, sagte der Angeklagte, der mittlerweile bei einer Schuldnerberatung ist und sein Leben wieder in den Griff bekommen möchte.

Laut Jugendgerichtshilfe liebe der Angeklagte sein Auto und ein Motorschaden sei ein regelrechter Schock für ihn gewesen. Wegen eines Autokaufs habe er sich hoch verschuldet. Häufige Schulwechsel und Sprachprobleme ließen eine Reifeverzögerung nicht ausschließen, daher wurde empfohlen, nach Jugendstrafrecht zu urteilen. Neben der Strafwiedergutmachung sollte nach Ansicht der Jugendgerichtshilfe auf eine Geldbuße verzichtet und dafür gemeinnützige Arbeit verhängt werden.

Das Gericht sah den Tatbestand des Betrugs als erwiesen und verurteilte den Angeklagten zu zehn Tagen gemeinnütziger Arbeit. Arrest bringe in diesem Fall nichts, hieß es in der Urteilsbegründung. Bei den fünf Einträgen ins Bundeszentralregister handle es sich um Vorstrafen im unteren Bereich, die lange zurückliegen. Jetzt sei es wichtiger, dass der Angeklagte sein Leben ordne. Die zehn Tage Arbeit sollen ihn daran erinnern und zugleich Warnung sein aufzupassen, denn sonst lande er schnell im Gefängnis.

ca/Wasserburger-Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © dpa

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