Ausgleichsfläche wichtiger denn je

Pappelfeld als angesehene Pionierarbeit

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Im Gemeindegebiet Babensham steht seit 1 Jahr ein Pappelfeld, das als Produktionsintegrierte Kompensationsmaßnahme dient. Nun hat Bürgermeister Josef Huber zu einer Besichtigung geladen.
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Babensham – Die erste Produktionsintegrierte Kompensationsmaßnahme, PIK genannt, steht seit 1 Jahr in Babensham. Jetzt hat sich Umweltminister Dr. Marcel Huber einen Eindruck verschafft.

„Erweiterung und Flexibilisierung von Ausgleichsflächen werden immer wichtiger“ heißt es von Umweltminister Dr. Marcel Huber. Er ist nach Babensham gekommen und hat sich Bayerns erste Anlage mit Energiepflanzen gestaltete Produktionsintegrierte Kompensationsmaßnahme, abgekürzt als PIK, angesehen.

Das breite Pappelfeld wirkt wie ein wilder Garten. Stolz präsentiert Babenshams Bürgermeister Josef Huber die eingezäunte Anlage. Mit dabei die verantwortliche Landschaftsarchitektin Müller, sowie Georg Vogl von der Unteren Naturschutzbehörde. Er ist für die Bewertung der Anlage zuständig, was sich jetzt zu Beginn dieser Projekte für die Behörde noch als schwierig erweist. Landtagsabgeordneter Otto Lederer lauschte ebenfalls äußerst interessiert den Erläuterungen zum sogenannten PIK und zeigt sich absolut begeistert.

So klingt gesunde Natur

Dr. Marcel Huber hört ganz genau hin, hier zirpt es, viele Tierarten sind in diesem Lebensraum daheim.

An der PIK-Anlage angekommen, erklärt der Umweltminister, was solche Produktionsintegrierten Kompensationsmaßnahmen überhaupt sollen. Dabei wählt er eine äußerst einleuchtende und einfache Wortwahl, die Anwesenden fühlen sich bestens informiert durch den Politiker. „Der Mensch baut viel, macht greift dadurch viel in die Natur ein“, beginnt Dr. Marcel Huber. „Wir sprechen immer von Artenvielfalt, doch es ist größtenteils sogar Artenschwund zu bemerken, dagegen gilt es etwas zu tun“.

Pappelfeld als Ausgleichsfläche

Weil wir Menschen dennoch nicht auf Haus- oder Straßenbau sowie Gewerbeerweiterung verzichten wollten und könnten, bedürfe es einer Ausgleichsfläche. Gesetzlich war es bisher so geregelt, dass eine bestimmte Fläche nach Überbauung in gleicher Größe, teils sogar ausgemagert, andernorts außer Nutzung genommen.

Für Umweltminister Dr. Marcel Huber war dies naturschutzfachlich nicht optimal. Darum freue er sich, dass es seit nunmehr 1 Jahr diese Produktionsintegrierte Kompensationsmaßnahme gebe, so Dr. Huber.

In Bayern gehe man etwas anders an die Sache heran, als in anderen Bundesländern, heißt es. „Der Bund wollte eine neue Kompensationsverordnung erlassen, doch dies ist nicht gelungen. Darum haben wir uns in Bayern noch im Sommer 2013 ans Werk gesetzt, die neue Kompensationsverordnung zu schaffen.“ Die unteren Naturschutzbehörden sind dabei, sich einzuarbeiten. Es gebe grundsätzliche Änderungen, durch die Erweiterung und Flexibilisierung solle die Natur mehr davon haben, weil die Auswahl deutlich mehr geworden sei, heißt es in den Ausführungen des Ministers weiter. Dr. Huber fand es äußerst interessant, dass hier in Babensham ein Energiepflanzenprojekt gestaltet wurde, das positiv zu bewerten sei. Neben Beweidungsprojekt, Blühpflanzenprojekt gibt es im Gemeindegebiet Babensham das Pappelfeld. „Durch die PIK sind wir in der Lage, die Naturschutzfachliche Kompensations-Qualität deutlich zu erhöhen“, lobt der Minister. Das angebaute Grün wurde nicht extrem dicht angebaut, erläutert Babenshams Bürgermeister Josef Huber.

In Absprache mit der Landschaftsarchitektin habe man sich für einen lockeren Anbau entschieden, was zwar keineswegs wirtschaftlich sei, aber der Natur gut tue.

Ideale Lebensbedingungen

Viele Tierarten haben in dem Pappelfeld im Gemeindegebiet Babensham neuen Lebensraum gefunden. Die mit Gummistiefel ausgestatteten Ehrengäste aus Behörden und Politik erkundeten die PIK hier äußerst interessiert und gerne.

Die besondere und höchst natürliche Atmosphäre ließ es sogar zu, dass die durchaus gut beschäftigten Offiziellen einmal tief durchatmen konnten. Besonders angenehm wirkte auch der Grünstreifen mit einer bunten Vielfalt aus wildem Gewächs absolut praktisch, hier tummeln sich viele Insekten, Bienen und Grashüpfer verdeutlichten, dass hier ein unbeschwerter Lebensraum unter idealen Bedingungen geschaffen werden konnte.

Umweltminister Dr. Marcel Huber hofft darauf, dass erkannt werde, welcher Nutzen sich für die Natur und auch den Menschen daraus ergeben könne: „Diese geschaffene Produktionsintegrierte Kompensationsmaßnahme ist eine Win/Win-Lösung und wir werden schnell merken, dass wir alle etwas davon haben und die Natur in unserem schönen Bayern dadurch noch respektabler erhalten bleibt“. Ziel des ganzen sei natürlich, dass trotzdem eine intensive Landwirtschaft betrieben werden könne“.

Die Landschaftsarchitektin erläuterte, dass hier in Babensham in drei Zonen angesät wurde: Ein Saum, eine bleibende Hecke und in der Mitte des Felds die zu bewirtschaftende Fläche. Dadurch konnten auf einem Hektar Land 60 Pflanzenarten entstehen, die hier gut gedeihen. „Der Deckungsgrad über Jahre hin wird hier sehr spannend. Während außen viel für die Natur geschaffen wurde, kann innen die Bewirtschaftung funktionieren, wenngleich diese noch keinesfalls zufriedenstellend ist“.

Auch das Gemeindeoberhaupt, Josef Huber selbst, bestätigt: "Eine Wirtschaftlichkeit ist aktuell keinesfalls gegeben, doch die Natur habe seines Erachtens aufgrund der Verhältnisse schon an Wert gewonnen". Dennoch müsse es intensiviert werden, hieß es während der Besichtigung abschließend.

Der Experimentelle Charakter auf der PIK-Anlage in Babensham bleibe erhalten und gestalte sich spannend, zog die Landschaftsarchitektin als Schlusswort nach. Auch weiterhin sollen in Bayern verschiedene Produktionsintegrierte Kompensationsmaßnahmen entstehen, das vor 1 Jahr geschaffene Pappelfeld im Gemeindegebiet Babensham gilt als Modell, das fast schon als Pioniersarbeit gesehen werden kann.

Qualitätsbezogen sollen zukünftig diese Ausgleichsflächen bearbeitet werden, so stehe es auch an oberster Stelle der Behörden. In Babensham soll ein Monitoring zeigen, wie sich dieses Projekt entwickelt.

Georg Vogl dankte der Gemeinde Babensham für dieses Novum, das in nächster Zeit viele AHA-Effekte liefern könne.

Quelle: rosenheim24.de

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