Eine Pappelplantage als Modellversuch

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Pappeln und weitere Pflanzen auf der KUP

Babensham - Können schnellwachsende Bäume ein Ausgleich sein für Eingriffe in die Natur und Landschaft? Diese Frage will ein Modellversuch in der Gemeinde Babensham klären.

Erstmals in Bayern ist eine so genannte Kurzumtriebsplantage als Ausgleichsfläche bewertet worden, die für ein Ökokonto anrechenbar ist.

Für die gut ein Hektar große Fläche in der Nähe von Gumpertsham, einem Ortsteil östlich von Babensham, stellte die Untere Naturschutzbehörde im Landratsamt Rosenheim aber einige Bedingungen. So muss der Abstand zwischen den dort angepflanzten Pappelreihen 2,70 Meter betragen. So konnten lediglich etwa 3.400 Pflanzen gesetzt werden, statt der üblichen 6.000 bis 12.000.

Selbstverständlich dürfen Düngemittel und Pestizide nicht eingesetzt werden und die Pappeln dürfen nicht auf einmal geerntet werden. Ein Zehntel der Fläche ist mit mindestens zwei Arten standortgerechten heimischen Gehölzen zu bepflanzen.

Im Übrigen dürfen die Wildkrautflächen zwischen den Pappelreihen nur einmal im Jahr gemäht werden.

Tiere willkommen

Die geforderten Blüh- und Randstreifen sollen Bienen und anderen Insekten als Nahrungsquelle dienen und die Verantwortlichen hoffen zudem, dass der entstehende Pappelwald von Wildtieren aller Art wie Vögel, Reptilien sowie von kleinen und großen Säugetieren als Ein- bzw. Unterstand genutzt wird.

Positive Reaktion erhofft 

Die nächsten Jahre sollen zeigen, ob eine Kurzumtriebsplantage tatsächlich als ökologische Ausgleichsfläche geeignet ist. Der Bürgermeister von Babensham, Josef Huber, hofft auf eine positive Entwicklung, denn die Beschaffung von Ausgleichsflächen für jede Art von Baumaßnahmen ist in den Gemeinden inzwischen sehr schwierig geworden. Weil Grund auch in der Landwirtschaft knapp ist versucht Huber bestimmte landwirtschaftlich genutzte Flächen in das Ökokonto zu bringen. Babenshams Bürgermeister denkt hier beispielsweise an anerkannte Bio-Betriebe, die ihre Weideflächen zu Streuobstwiesen umgestalten können.

Möglichkeiten erörtern

Es gilt Konzepte zu entwickeln, sagt Huber, die auch Aufwandsentschädigungen vorsehen, wenn die Veränderung einer Fläche einen finanziellen Nachteil mit sich bringen sollte.

Für Huber ist es ein Gebot der Stunde, Möglichkeiten zu finden, um Kompensations- und Ausgleichsflächen zu suchen, die sowohl der Natur etwas bringen als auch von der Gesellschaft und der Landwirtschaft akzeptiert und mitgetragen werden. Die rechtlichen Rahmenbedingungen sind zumindest geschaffen. Erst in diesem Jahr stellte Bayern eine eigene Kompensationsverordnung fertig. Darin erhielt die Integration von Kompensationsmaßnahmen in die landwirtschaftliche Nutzung einen höheren Stellenwert.

Was bedeutet KUP?

Eine Kurzumtriebsplantage bedeutet, schnellwachsende Bäume plantagenartig, also in Reihen, auf einer bis dahin landwirtschaftlich genutzten Fläche anzubauen.

Geeignete Bäume, die sich durch ein starkes Wachstum auszeichnen, sind unter anderem Weiden, Erlen, Birken oder wie im Fall von Babensham, Pappeln.

Pressemitteilung Landratsamt Rosenheim / Regina Mittermair

Quelle: rosenheim24.de

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