Zosseder überplant Zufahrtssituation zur DK1-Deponie Odelsham 

Wirbel um geplante Rodung entlang der B304 am Deponiegelände 

Das Gelände der geplanten DK1-Deponie auf dem Gemeindegebiet von Babensham ist von Wald umgeben. Rechts im Bild ist die B304 zu sehen - entlang der Bundesstraße soll eine Rodung stattfinden, um eine Parkplatzverlegung in der Nähe des Deponie-Geländes zu ermöglichen. 
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Das Gelände der geplanten DK1-Deponie auf dem Gemeindegebiet von Babensham ist von Wald umgeben. Rechts im Bild ist die B304 zu sehen - entlang der Bundesstraße soll eine Rodung stattfinden, um eine Parkplatzverlegung in der Nähe des Deponie-Geländes zu ermöglichen. 

Babensham - Die Debatte um die geplante DK1-Deponie in Odelsham flammt wieder auf: Es geht um die Zufahrtssituation zum geplanten Deponiegelände. Dafür soll ein Lkw-Parkplatz verlegt werden und Teile des Waldstücks an der B304 weichen - was wiederum der Bürgerinitiative Wasserburger Land sauer aufstößt. 

Auslöser für den Unmut in der Bürgerinitiative zur Erhaltung von Umwelt und Lebensqualität im Wasserburger Land um Sprecher Roger Diller ist ein im April von der Firma Zosseder eingereichter Rodungsantrag für eine Teilfläche entlang der B304 im Zuge der geplanten Parkplatzverlegung/Anbindung der DK1-Deponie Odelsham. 


BI-Vorwurf zur DK1-Deponie Babensham: Behörden und Regierung von Oberbayern "übergangen"

"Auch wenn gerne suggeriert wird, dass wir hintenrum agieren - das ist nicht der Fall", betont Florian Missmann im Namen der Firma Zosseder gegenüber wasserburg24.de. Die Bürgerinitiative hat in Folge des Rodungsantrags heftige Kritik geübt: Üblichen Behördenschritte seien "übergangen" worden, das Vorhaben "ohne Abstimmung mit der Regierung von Oberbayern geplant". Für eine Änderung der ursprünglichen Planung hätte die Firma Zosseder dieses der Regierung von Oberbayern im Rahmen des laufenden Planfeststellungsverfahrens mitteilen müssen. 

Weiter ist der schriftlichen Stellungnahme der Bürgerinitiative zu entnehmen: "Diese beantragte Änderung müsste nun wieder allen Trägern öffentlicher Belange und allen Bürgern zur Einsicht und Stellungnahme vorgelegt werden, was natürlich zu berechtigten Einsprüchen führt. Stattdessen versucht Zosseder unter dem Deckmantel des Staatlichen Bauamtes Rosenheim ganz ohne den üblichen Behördenweg eine unnötige Zufahrt an einer Bundesstraße zu bauen, um so still und heimlich Fakten zu schaffen für eine noch nicht genehmigte und unseres Erachtens auch niemals genehmigungsfähige Asbest-Deponie an diesem höchst ungeeigneten Standort." 


Parkplatz als Zufahrtsweg zur Deponie vorgesehen 

Zur Themenseite der DK1-Deponie Odelsham

Missmann kann den Wirbel nicht nachvollziehen: "Das jetzige Vorhaben ist nicht Genehmigungssache der Regierung von Oberbayern. Es wurde uns immer vorgeworfen, an unserer An- und Abfahrtssituation nicht nachzubessern und für einen vernünftigen Zufahrtsweg zu sorgen - in welcher Form auch immer. Das tun wir jetzt. Der Anwandweg der Gemeinde Babensham soll ja nicht benutzt werden, da er zu schmal ist und Radler und Spaziergänger unterwegs sind. Daraufhin haben wir uns die Situation dort einmal angesehen und eine Alternative gesucht und nun regt sich erneut Widerstand." 

"Wir bauen diesen Parkplatz an der B304 und werden diesen in Folge einer Genehmigung als Zufahrtsweg für die Deponie verwenden. Diesen Fakt der Anbindung an das Gelände haben wir entgegen der Ansicht der Bürgerinitiative nicht verheimlicht und ist in den Plänen klar ersichtlich. Wird die Deponie nicht genehmigt, bekommt der Freistaat einen kostenlosen Parkplatz", erläutert Missmann. 

Formulierung im Antrag wohl missverständlich

Eine knapp 970 Quadratmeter große Waldfläche entlang der B304 soll dafür weichen. Es handle sich um den straßenbegleitenden Bewuchs zwischen der Bundesstraße und dem Deponiegelände. Die Genehmigung von Seiten des Staatlichen Bauamts, in dessen Zuständigkeitsbereich dieser Standort falle, liege vor. Die anfallenden Kosten übernehme Zosseder. Die Firma müsse rechtliche und behördliche Fragen beantworten, unter anderem die Rodungsbewilligung einholen. Einen Termin zur Rodung gebe es noch nicht. 

Zu dem Missverständnis mit der Bürgerinitiative geführt habe wohl, dass im Antrag Zosseders die Floskel "im Namen des Staatlichen Bauamts" zu finden sei. Dies habe Zosseder laut Missmann deshalb so formuliert, damit das Rosenheimer Forstamt einen Bezug herstellen könne und ersichtlich werde, dass die Eiselfinger Firma nichts unterschlagen wolle.

Missmann nennt im Rahmen der Planung zwei Vorteile: Zum Einen bekäme der bestehende Lkw-Parkplatz durch die Verlegung endlich eine ordentliche Verzögerungs- sowie eine Beschleunigungsspur in Bezug auf die Bundesstraße. Diese fehlenden Spuren hätten bisher immer wieder zu gefährlichen Situationen geführt. Das Linksabbiegen für Autofahrer von Wasserburg-West nach -Ost werde zukünftig unterbunden, dies sei damals schon ein großer Wunsch des Bauamts gewesen. "Summa summarum stellt unser Vorhaben deutliche Verbesserungen dar", ist er überzeugt.  

Ihre Meinung ist gefragt: 

Information zur Rodung im Babenshamer Rat: 

Unterdessen läuft das Planfeststellungsverfahren der Regierung von Oberbayern im Hintergrund weiter. Wann eine Entscheidung über eine Genehmigung der DK1-Deponie in Odelsham fallen wird ist nicht absehbar

Am Donnerstag, 23. Juli, wird der Rodungsantrag im Babenshamer Gemeinderat ab 19.30 Uhr erneut zur Sprache kommen. Wegen der aktuellen Hygiene- und Abstandsregelungen sind im Sitzungssaal des Rathauses nicht mehr als zehn Zuhörer erlaubt. Der Gemeinderat räumt in der Sitzung den "Bürgern für Babensham" mit Bürgerinitiative-Sprecher Roger Diller sowie Johann Brunnlechner und Markus Oettl ein Rederecht ein. 

mb

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