Staatliches Bauamt zu Baumaßnahmen zwischen Babensham und Penzing

Nach tödlichem Motorradunfall: Marode "Buckelpiste" bald Geschichte? 

Trotz Warnschildern vor Straßenschäden fahren viele Autofahrer und Motorradfahrer auf dieser Strecke zwischen Babensham und Penzing zu schnell - und unterschätzen die Gefahren des maroden Zustands der Staatsstraße 2092. 
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Trotz Warnschildern vor Straßenschäden fahren viele Autofahrer und Motorradfahrer auf dieser Strecke zwischen Babensham und Penzing zu schnell - und unterschätzen die Gefahren des maroden Zustands der Staatsstraße 2092. 

Babensham/Penzing - Die marode Staatsstraße 2092 wurde schon oft von Auto- und Motorradfahrern wegen ihres schlechten Zustands verflucht. Das Staatliche Bauamt plant jetzt umfangreiche Sanierungsarbeiten. 

Tiefe Schlaglöcher, notdürftige Teer-Flicken, enger Verlauf in Schlangenlinie an Kuhweiden vorbei - nur wenige Kilometer trennen den Ortsteil Penzing von der Gemeinde Babensham, die unwegsame Staatsstraße 2092 ist vielen ein Dorn im Auge. Ende Mai wurde der seit Jahren schlechte Zustand der Straße einem 62-jährigen Waldkraiburger zum Verhängnis: Auf Höhe Rieperting verlor er in einer Linkskurve die Kontrolle über sein Motorrad, krachte mit seiner Honda gegen mehrere Verkehrszeichen. Durch den Unfall zog er sich schwerste Verletzungen zu, an denen er wenig später im Krankenhaus verstarb


Unfall bei Babensham auf der St2092 am 22.Mai

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"Nur eine Frage der Zeit" sei der tödliche Unfall laut eines Babenshamers gewesen, der wasserburg24.de kurz nach dem Unfall kontaktierte. Als Anlieger sei es ihm "mehr als nur ein Bedürfnis auf diese Gefahrenstelle hinzuweisen". Der Abschnitt auf Höhe Rieperting sei für viele Motorräder und PS-starke Autos "eine Art Teststrecke" um maximale Geschwindigkeiten auszulotenTempo 100 werde häufig überschritten. Dass die straßentaugliche Beschaffenheit gleich nach der Gemeinde Babensham abrupt in einer scharfen Kurve deutlich zu wünschen übrig lässt, würde dabei häufig unterschätzen. Für eine Staatsstraße laut des Anwohners ein "mehr als beschämender, grottenschlecher Zustand". 


Planungen zum Ausbau liefen im November 2017 an 

Die Frage, warum Jahre vergehen müssen, bevor eine derart marode Staatsstraße saniert wird, geben wir an Daniel Drachenberg, den zuständigen Abteilungsleiters des Staatlichen Bauamtes Rosenheim, weiter. Mit dem tödlichen Unfall Ende Mai haben die Arbeiten nichts zu tun, sie seien von langer Hand geplant gewesen: "Der Ausbau der Staatsstraße 2092 zwischen Penzing und Babensham wurde im siebten Ausbauplan für die Staatsstraßen in Bayern aufgenommen und in der zweiten Dringlichkeit priorisiert. Für die Aufnahme werden in einem Bewertungsverfahren unter anderem die Umweltrisikoeinschätzung, die Raumwirksamkeitsanalyse und die Nutzen-Kosten-Analyse berücksichtigt."

Von tiefen Rissen und Schlaglöchern gezeichnet ist die Staatstraße 2092 zwischen Penzing und Babensham. Ihr steht eine umfangreiche Sanierung bevor. 

Nach Abstimmung mit den übergeordneten Behörden, der Regierung von Oberbayern und dem Bayerische Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr, sei das Bauamt im November 2017 mit der Planung des Ausbaus beauftragt worden. "Für den Ausbau sprachen die hohe Verkehrsbelastung und das erhöhte Unfallgeschehen, sowie der Zustand der Staatsstraße und die mangelhafte Linienführung", erklärt Drachenberg. Nach entsprechenden Planungsphasen habe man nun im Juni 2020 mit der Umsetzung der Ausbaumaßnahme und damit der Beseitigung genannter Mängel beginnen können. Ausbau und Instandsetzung soll bis ins Frühjahr 2021 abgeschlossen sein. 

"Vor dem Hintergrund des geplanten Ausbaus der Staatsstraße wäre eine umfangreichere Erhaltungsmaßnahme, bei der zwischen 20 und 50 Prozent der Ausbaukosten anfallen würden, nicht vertretbar gewesen", unterstreicht Drachenberg hierzu. 

Der Übergang von der Babenshamer Umgehungsstraße zu dem maroden Streckenabschnitt in Richtung Penzing. 

Straßensanierung: Kriterien und Dringlichkeit   

Drachenberg erklärt, dass Bayerns Straßen alle vier Jahre erfasst, bewertet und priorisiert werden. Im Rahmen der zur Verfügung gestellten Haushaltsmittel werden dann einzelne Erhaltungsmaßnahmen abgewickelt. Maßnahmen wie der Bau von Versorgungsleitungen oder Arbeiten von Seiten der Gemeinde werden dabei berücksichtigt. Die Straßenbaumeistereien werden darüber hinaus vom Staatlichen Bauamt beauftragt dringend notwendige punktuelle und kleinflächige Instandhaltungen durchzuführen, um die Verkehrssicherheit weiterhin gewährleisten zu können. Dazu zählen unter anderem das Verfüllen von Schlaglöchern." 

mb

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