Jugend im Einsatz für die Umwelt

„Bitte, werft weniger weg!“: Kinder aus dem Wasserburger Land bekämpfen den Müll

Selina Boschner und Annalena Brunnlechner sammeln seit einem Jahr Müll am Eidinger Moos. Auf dem Bild ist ein Teil dessen zu sehen, was sie bei ihrer vergangenen Runde gefunden haben.
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Selina Boschner und Annalena Brunnlechner sammeln seit einem Jahr Müll am Eidinger Moos. Auf dem Bild ist ein Teil dessen zu sehen, was sie bei ihrer vergangenen Runde gefunden haben.

An diesen drei Kindern beziehungsweise Jugendlichen können sich auch Erwachsene ein Beispiel nehmen: Leon Dimpflmaier (15), Selina Boschner (13) und Annalena Brunnlechner (11) haben es sich zur Aufgabe gemacht, das Wasserburger Land vom Müll zu befreien.

Babensham/Edling – Annalena und Selina sind rund um das Eidinger Moos in Tötzham bei Babensham unterwegs. Seit knapp einem Jahr haben die beiden Freundinnen dem Müll den Kampf angesagt. Alle paar Wochen sind sie unterwegs, der Grund ist einfach: „Wir wollen der Umwelt etwas Gutes tun.“

Erschwert wird ihre Aufgabe durch den immer neuen Unrat, den die beiden an den Wald- und den Straßenrändern finden. Die Enttäuschung ist ihnen anzumerken. „Wir wollen, dass die Leute weniger wegwerfen“, sagt Selina, „deshalb haben wir uns an die Zeitung gewandt.“

Leon befreit die Ebrach von Unrat

Leon Dimpflmaier aus Edling hat es sich zur Aufgabe gemacht die Ebrach vom Müll zu befreien. Inzwischen hat er Müll für zwölf Säcke mit etwa 60 Litern aus dem Fluss gefischt. Das Projekt ist aber noch nicht zu Ende, sagt er.

Auch Leon möchte kein Lob für seine Arbeit ernten. „Ich will die Leute dazu anregen, Müll einzusammeln, wenn andere Leute ihn liegenlassen, oder den eigenen Müll gleich wieder mit nach Hause zu nehmen.“

Leon fischt vor allem Abfall aus der Ebrach. Er sei schon immer sehr viel in der Natur unterwegs gewesen, sagt er. Zu Weihnachten habe er dann neue Gummistiefel bekommen, die ihm bis übers Knie reichen. Ausgestattet mit diesen habe er Anfang des Jahres begonnen, die Ebrach sauber zu machen. Er startete in Reitmehring, das Ziel war die Roßharter Schleuse bei Edling.

Acht Stunden habe er am ersten Tag gesammelt. Inzwischen habe er Müll für zwölf 60-Liter-Säckel aus dem Wasser gefischt. Das habe ungefähr 20 Stunden gedauert.

Überrascht über Müllmenge

Er sei vor allem überrascht über die Menge an Unrat und Abfall, die sich in der Ebrach nach einer mehrtägigen Pause angesammelt habe. „Der Schnee hatte mich im Winter daran gehindert, weiter zu sammeln“, erklärt Leon, als er erneut an die Arbeit ging, war schon wieder einiges angeschwemmt worden.

Vom Plastikteil bis zum Autoreifen

Er habe alles Mögliche am und in der Ebrach gefunden. „Angefangen vom kleinen Gummibärchenpapier bis hin zur Gießkanne und zum Autoreifen“, erklärt Leon. Oft habe er auch nur ein winziges Stück Plastik entdeckt. „Und wenn ich daran gezogen habe, ist eine drei Meter große Plane zum Vorschein gekommen.“ Es sei deshalb auch wichtig, sagt er, dem „kleinen“ Müll Beachtung zu schenken.

Plastik ist eine Gefahr für die Fische

Dem Edlinger geht es vor allem darum, die Tiere in der Ebrach zu schützen. „Viele Fische sterben an Plastik, wenn sie das fressen“, erklärt er. Das habe Folgen für die dort lebenden Fischotter, sie könnten durch die vergifteten Fische krank werden oder sogar sterben, weiß er. „Das wäre bei der seltenen Tierart sehr bedauernswert“, sagt der 15-Jährige.

Er appelliert deshalb an alle, weniger Müll liegen zu lassen. „Ich wüsche mir, dass viel mehr Leute darauf achten, unsere Umwelt sauber zu halten.“

Bedanken möchte er sich beim Edlinger Bauamt, das den Müll kostenfrei entgegengenommen hat und bei einem unbekannten Helfer, der Anfang des Jahres den von ihm eingesammelten und am Ufer gelagerten Müll entsorgt hat.

Das Projekt Ebrach ist aber für Leon noch lange nicht vorbei. „Die Natur ist auf jede Unterstützung angewiesen“, ist er überzeugt. Er hoffe aber, in Zukunft weniger Müll im Fluss zu finden.

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