Rosa Bojen ein Dorn im Auge der Behörde

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Sind die Pinken Bojen wirklich schädlich fürs Landschaftsbild? Die Meinungen gehen auseinander.
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Babensham – Die Bojen am Penzinger See, die seit Juni 2014 aufgestellt sind, haben für Aufregung gesorgt. Es passe nicht ins Landschaftsbild, hieß es von einer Behörde. Was hat es damit auf sich?

Das Areal des Penzinger Sees wurde hergerichtet, der Badebetrieb im Frühsommer aufgenommen. Die neuen Besitzer haben einiges investiert. Doch dann das: Rosa Bojen wurden zu Wasser gelassen. Die „Lieblingsfarbe“ der Besitzer, wie es von vielen vermutet wird.

Für die Abteilung „Natur und Landschaftsschutz“ des Landkreis Rosenheim sind die Bojen unglücklich gefärbt, wird in Gesprächen mit Verantwortlichen klar. „Dieser Abteilung gefallen die rosa Bojen nicht, die sind ihnen zu pink“ berichtet Babenshams Bürgermeister Josef Huber während seiner Festrede zur Einweihung der Rettungsstation der Wasserwacht am Penzinger See. Schmunzelnd erklärt er: „Wir haben aber vereinbart, dass im Falle eines Austauschs, wenn die Bojen mal hinüber sind, die Bojen eventuell grün oder blau werden können“. Derzeit dürften sie seines Wissens definitiv bleiben, beruhigt das Gemeindeoberhaupt die Gemüter.

Freddy Eisner von der Wasserwacht aus Wasserburg sprach sich süffisant für die knallige Farbe aus: „Diese Bojen haben eine Signalwirkung, das kann sogar von Vorteil sein, denn wenn Bojen blaugrün wie das Seewasser wären, könnte jemand dagegen schwimmen“. Somit seien die pinken Bojen ein Signal für die Schwimmer, gut zu erkennen und auffallend für alle Seebenutzer.

Was sagen die Seegäste dazu?

Die Badegäste stört die Farbe ebenfalls nicht. „In Penzing treibt eben Miss Piggy im Wasser", witzelt ein Badegast aus der Region. Er kommt regelmäßig mit seiner Familie hier her und beobachtet oft, wie gerne die Bojen als Rastpunkt verwendet werden. „Nur wegen der Farbe der Bojen wird das Landschaftsbild sicher nicht verschandelt“ ist auch eine Schwimmerin, die oft am Penzinger See plantscht, überzeugt. „Wenn mein Nachbar eine Wand mauern darf, anstelle eines Holzzauns, wie es in unserer Region üblich ist, dann darf auch eine Rettungsboje eine knallige Farbe haben“ so ein weiterer Badegast.

Die Abteilung für Natur und Landschaftsschutz solle sich lieber gegen andere „Eingriffe in die Natur“ aussprechen und nicht den Überblick verlieren, wann es wichtig sei, sich einzumischen, wettern einige Senioren, die sich an der Farbe Pink ebenfalls nicht stören. „Es bleibt Geschmackssache, aber weh tut es sicher niemandem“ sind sich zwei Familien aus der Gemeinde Babensham einig.

Dass es eine Diskussion darüber gebe, ob die Bojen in korrekter Farbe getaucht seien, könne man getrost als Wahnwitz bezeichnen, so ein Anlieger. „Es wurde viel gemacht am und um den Penzinger See. Jeder kann froh sein, dass hier investiert wurde und der Badebetrieb für Jedermann wieder möglich sei“, finden viele Gäste. Der See habe an Attraktivität gewonnen, und die Natur oder das Landschaftsbild habe nicht eingebüßt, ist sich eine Besucherin sicher.

Ohnehin wird nie so heiß gegessen, wie es gekocht wird, könnte man sagen. Die Verantwortlichen der Abteilung Natur und Landschaftsschutz des Landkreis Rosenheim haben nicht darauf bestanden, dass die pinken Bojen sofort ausgetauscht werden müssen. Sie dürfen bleiben und ihrem Zweck dienen. Die Nachfolgermodelle sollten aber dezenter ausfallen, so die Zuständigen.

Quelle: rosenheim24.de

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