Badria: 1,75 Millionen Defizit?

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Da hört die Gaudi auf: 35 Jahre alt ist der Gaudibrunnen einschließlich der blauen Fliesen. Wenn er erneuert wird, kann das bis zu 650 000 Euro kosten. Neu wird auch der Boden in der Badria-Halle: Für 260.000 Euro gibt es jetzt Parkett.

Wasserburg - Die Stadtwerke rechnen heuer mit einem Verlust von rund 400.000 Euro. Wie immer liefert das Badria die roten zu den vielen schwarzen Zahlen!

Traditionell wird am Max-Emanuel-Platz sehr vorsichtig kalkuliert.

Wie immer ist es das Badria, das zu den vielen schwarzen Zahlen im Wirtschaftsplan die roten dazuliefert - heuer gleich besonders hohe. Denn zum einen stehen im Badria erhebliche Investitionen an: 1,3 Millionen Euro könnten es werden, wenn beim Gaudibrunnen eine Betonsanierung notwendig ist. Zum anderen wird mit einem Besucherrückgang gerechnet, wenn Teile des Bades eine Baustelle sind. Daher ist das laufende Betriebsdefizit heuer mit 1,75 Millionen Euro besonders hoch angesetzt. Im Jahr 2011 dürften es maximal 1,4 Millionen gewesen sein.

Sanierung oder neue Attraktion

Ob es wirklich so kommt, ist allerdings noch offen. Denn die Entscheidung zum Gaudibrunnen wurde im Stadtrat noch einmal bis zum 1. März zurückgestellt. Derzeit wird untersucht, wie stark der Beton im Unterbau tatsächlich geschädigt ist. Reicht eine punktuelle Reparatur, dann wäre die Sache relativ billig. Muss der Beton ersetzt werden, käme der Wiederaufbau des Gaudibrunnes auf 450.000 Euro. Dann aber möchte zumindest der Werkausschuss gleich richtig investieren und die 35 Jahre alte Anlage erweitern und attraktiver machen. Das würde rund 650.000 Euro kosten.

Was auf alle Fälle kommt, ist ein "Textil-Dampfbad", also ein Dampfbad für Bekleidete in der Schwimmhalle. Außerdem sind Planungskosten für die energetische Sanierung der Schwimmhalle und einen Wasserspielgarten im Freien angesetzt. Und schließlich bekommt die Mehrzweckhalle einen neuen Boden - und zwar Parkett, womit die Auflagen für die Basketball-Bundesliga endlich erfüllt werden können. Das alleine kostet voraussichtlich 260.000 Euro.

In den "wirtschaftlichen" Abteilungen der Stadtwerke wird 2012 auch investiert. So wird das Stromnetz weiter verstärkt und ein Elektrofahrzeug angeschafft - zusammen 345.000 Euro. Für die Wasserversorgung werden sogar gut 800.000 Euro vorgesehen, unter anderem zur Sanierung des Hochbehälters Grasweg und einen Grundstückserwerb im Quellgebiet Fuchsthal. Und bei den "Nebengeschäften" stellt man sich auf verstärktes Energiespar- und Wärmecontracting ein, also den Bau und Betrieb von entsprechenden Anlagen im Auftrag von Privaten - vorläufig für 200.000 Euro.

Und wo kommt das Geld her? In erster Linie aus dem Stromverkauf und den Beteiligungen an regenerativen Anlagen, vor allem dem Innwerk. Das soll 250.000 Euro bringen, insgesamt wird beim Strom einschließlich der Einnahmen aus Netzdurchleitungen mit 1,1 Millionen Gewinn gerechnet. Dabei wird von einem leicht erhöhten Absatz ausgegangen.

Beim Wasser sollen 140.000 Euro übrig bleiben, bei den Nebengeschäften 100.000 Euro. Was dann noch fehlt, soll aus Krediten kommen, maximal 1,7 Millionen sind eingeplant. Davon wären 1,2 Millionen alleine fürs Badria.

So pessimistisch wollte der Stadtrat die Sache aber nicht sehen. Bürgermeister Michael Kölbl rechnete vor, dass die Stadtwerke eine Eigenkapitalquote von 77 Prozent haben, das sei etwas mehr als bei der Übernahme des Badrias 1999. Man habe in den letzten zehn Jahren 14 Millionen Euro investiert und nur 4,8 Millionen Kredit benötigt. Trotz der Badria-Belastung sei der durchschnittliche Verlust in diesen Jahren nur 43.000 Euro gewesen. "Das kann sich sehen lassen", war Kölbl überzeugt.

"Fritscher" Wind am Emanuel-Platz

Werkreferent Helmut Schedel (SPD) attestierte den Stadtwerken in den letzten zehn Jahren einen "gewaltigen Wandel" zum Positiven. Es sei ein modernes und bürgernahes Unternehmen daraus geworden, das nun auch über die Stadtgrenzen hinaus erfolgreich sei. Markus Bauer (CSU) spürte am Max-Emanuel-Platz einen "fritschen" Wind - in Anspielung auf Werkleiter Kurt Fritsch. Die Stadtwerke würden grundsolide und umsichtig geführt. Markus Pöhmerer (Ausschussgemeinschaft) hob den ökologischen Beitrag der Stadtwerke hervor. Hier sah er vor allem in der Wärmeversorgung ein Zukunftsprojekt.

Der Beschluss zum Wirtschaftsplan 2012 fiel im Stadtrat einstimmig.

koe/Wasserburger Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

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