Lernen bei einer lebenden Legende

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Jana "Furky" Furková

Wasserburg - Basketball von klein auf zu fördern, Talente zu finden beziehungsweise in die Stadt zu holen, das sind die Ziele des Jugendprojektes Basketball.

Die erste Spielerin ist nach Wasserburg gezogen und auch sonst sind die Verantwortlichen mit dem ersten Jahr ganz zufrieden. Von heute auf morgen kann es nicht gelingen, ein Dutzend bundesligataugliche Talente zu finden. Das war allen Beteiligten am Jugendprojekt Basketball des TSV 1880 Wasserburg von Anfang an klar. Zumal bei Jugendlichen unter 18 Jahren das Problem ist, wo diese leben sollen. "Wir warten auf das Schülerheim des Landkreises" sind sich Abteilungsleiterin Gabi Brei, Projektkoordinatorin Dagmar Burger und Peter Rink, Direktor des Luitpold-Gymnasiums und Schirmherr des Projektes, einig.

Für Viktoria Luthardt, eine hochtalentierte 15-Jährige aus Traunstein, fand sich nach einiger Suche eine andere Lösung. Sie kam privat unter, mit Familienanschluss. "Es war nicht einfach, eine Familie zu finden", so Gabi Brei, die Kosten seien nicht das Problem, denn die Eltern zahlten selbstverständlich Kost und Logis, "aber man übernimmt ja auch ein Stück Verantwortung." Im Gymnasium wurde Viktoria Luthardt "mit offenen Armen empfangen", so Rink, und ist gut integriert.

Viktoria ist derzeit die Ausnahme, der Talentpool wurde dennoch größer. Zum einen gibt es eine Kooperation mit dem Sportbund Rosenheim, in deren Rahmen man sich auch gegenseitig mit Spielerinnen aushilft. Und drei junge Frauen, die in der U19 und auch der zweiten Damenmannschaft spielen, nehmen eine gute Stunde Pendelei aus dem Norden nach Wasserburg zum Training in Kauf.

Talentfindung wäre natürlich auch bei den Basketbal-Camps in den Pfingst- und den Herbstferien möglich, die mittlerweile so etabliert sind, dass die Trainer aus dem näheren und weiteren Umland schon Monate im Vorhinein bei Dagmar Burger anrufen. "Pfingsten hatten wir so viele Anmeldungen, dass wir nicht nur die Badria-Halle, sondern auch die Turnhalle des Gymnasiums brauchten", so Dagmar Burger. Mit der Rekrutierung von auswärtigen Talenten hält sich der TSV, beziehungsweise die Camp-Verantwortlichen Mihael Zovko und Jana Furková, da aber notgedrungen noch zurück - wohin mit den Kindern und Jugendlichen?

Deswegen steht derzeit die Arbeit mit und an den Schulen im Vordergrund. Wanda Guyton, Co-Trainerin der Bundesligistinnen, macht zwei Stunden Basketballunterricht an der Realschule, Rink hat am Gymnasium gar acht Stunden aus dem Budget gezwackt. Dass der Zulauf nicht schlecht ist, wenn eine Basketballlegende unterrichtet, verwundert nicht. "Um die Budget-Stunden zu rechtfertigen, brauchen wir aber auch Erfolge der Schulmannschaften", macht Rink den Zwiespalt der Schulleiter deutlich.

Da geht es bei den Kleinsten noch entspannter zu. Die Grundschule am Gries hat Sportarbeitsgemeinschaften Basketball zusammen mit dem benachbarten Förderzentrum, die Simon Gyimah leitet. Er macht seit September ein freiwilliges soziales Jahr beim TSV, ist neben den AGs als Jugendtrainer im Einsatz und hilft bei den Camps.

Immer wieder gehen auch die Bundesliga-Damen als Botschafterinnen ihres Sports hinaus an die Schulen der Umgebung. Uneingeschränkter Liebling ist dabei Jana "Furky" Furková, mit viel Spaß sind auch Jezabel Ohanian und Jessica Höötmann dabei. Die Einsätze organisiert Co-Managerin Ulla Prantl, die dabei bisher einen Kreis von etwa 20 Kilometern schlägt. Und der Gesundheitstag, den die Basketballer kurz vor den Ferien mit Rewe organisierten, der kam laut Gabi Brei bei allen Schulen gut an.

Alles in Butter also? Nein, denn das Budget für das Jugendprojekt ist außerordentlich knapp. Und von einem namensgebenden Sponsor, wie es ihn zum Beispiel in Nördlingen gibt, können Dagmar Burger und Gabi Brei im Moment nur träumen.

von Silvia Hampel/Wasserburger Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

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