Bau-Branche noch nicht ganz im Lot

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Wasserburg/Ebersberg - Keine rosarote Situation, aber doch Lichtblicke, die auf eine bessere Zukunft hoffen lassen - die Bau-Branche ist noch nicht ganz im Lot!

Innungsmeister Martin Schmid zeichnete dieses Bild im Rahmen der Frühjahrsversammlung der Bau-Innung Wasserburg-Ebersberg. Der Verband, der 55 Betriebe vertritt, glaubt jedenfalls an das zarte Pflänzchen Aufschwung.

Die wichtigste Erkenntnis vorweg: Die Geschäftslage im Baugewerbe wird ähnlich positiv eingeschätzt, wie dies bereits im Herbst 2009 der Fall war. Innungsmeister Schmid: "Das Ausbaugewerbe zeigt sich überwiegend zufrieden." Das wird durch Umfragen belegt. Immerhin 92,5 Prozent der Unternehmen bewerten ihre Geschäftslage gut oder zumindest zufriedenstellend.

Im Bauhauptgewerbe, so der Innungsmeister, sehen die Zahlen zwar nicht so toll aus, doch noch 31 Prozent der Betriebe wollen nicht klagen und weitere 58 Prozent bezeichnen die aktuelle Geschäftslage als ausreichend.

Die Kehrseite der Medaille: Die Ertragslage lässt Wünsche offen. Eine Verbesserung, so die vorsichtige Prognose, wird erst in den kommenden Monaten erwartet. Schmid: "Die nach wie vor unverändert schlechten Baupreise trüben die Bilanz. Sie gefährden die Existenz vieler Unternehmen. Arbeitsplätze sind in Gefahr."

Weitere Probleme, mit denen sich die Innung herumschlagen muss: Hohe Lohnnebenkosten, unfairer Wettbewerb durch Billigkonkurrenz, Bürokratielasten und der Mangel an Fachkräften. Schwer im Magen liegt der Bauwirtschaft aber vor allem die Entwicklung im Wohnungsbau. Der Innungsmeister kritisch: "Im zurückliegenden Jahr wurden weniger als 100.000 Wohneinheiten gebaut. Das entspricht gegenüber dem Jahr 1995 einem Rückgang von mehr als 50 Prozent. Damit ist Deutschland Schlusslicht in Europa."

Die Bau-Branche fordere daher mehr Initiativen der Bundesregierung. "Wenn es gelingt, durch eine Verbesserung der Rahmenbedingungen den Wohnungsneubau in die Höhe des ermittelten Bedarfs zu steigern, würden sich die Einnahmen des Staates um 20 Milliarden erhöhen und es könnten zusätzlich fast eine dreiviertel Million Menschen Beschäftigung finden. Darüber sollten unsere Politiker einmal gründlich nachdenken", so Schmid.

Zehn Punkte für die Bundesregierung

Nachgedacht wurde bereits - und zwar von der Bau-Branche selbst, deren Vorstoß unter der Kampagne "Impulse" läuft. Ein entsprechendes Zehn-Punkte-Programm wurde erarbeitet, das der Bundesregierung bereits vorliegt und als Basis künftiger Zusammenarbeit gilt. Das Papier umfasst dabei unter anderem die Forderung nach einer Verdoppelung der Abschreibegebühr im Mietwohnungsbau für die ersten fünf Jahre, die Gleichstellung der Förderung bei Abriss beziehungsweise Neubau mit Sanierungsmaßnahmen im Bestand, ein ermäßigter Mehrwertsteuersatz, und die Übertragung der steuerlichen Absetzbarkeit von Handwerkerleistungen auf Neubaumaßnahmen.

Freundlicher Beifall für die Ausführungen des Innungsmeisters folgte. Das letzte Wort hatte schließlich ein Experte: Diplom-Kaufmann Thomas Schmid hielt ein Referat über einen Branchen-Dauerbrenner - "Subunternehmen, Einsatz am Bau."

hm/Wasserburger Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

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