Gertrud Blabsreiter auf Heimatbesuch in Griesstätt

Von Baumurn in die Anden

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In Peru ist Gertrud Blabsreiter de Caterinano jetzt heimisch, derzeit ist sie mit ihrem Sohn auf Besuch in ihrer alten Heimat Griesstätt.

Griesstätt - Eine Griesstätterin, die als Entwicklungshelferin in Peru "hängen" blieb: Gertrud Blabsreiter ist derzeit wieder einmal auf Besuch in ihrer alten Heimat.

Schon als Kind interessierte Gertrud Blabsreiter aus Baumurn bei Griesstätt die Missionsarbeit. Nach dem Volksschulbesuch in Griesstätt musste sie auf dem elterlichen landwirtschaftlichen Anwesen mitarbeiten. Um ihrem Wunsch, in der Missionsarbeit tätig sein zu können, näher zu kommen, absolvierte sie dann im Bezirkskrankenhaus in Gabersee eine Ausbildung als Krankenschwester und anschließend noch einen dreijährigen Vorbereitungskurs in Würzburg.

Nach einer weiteren dreimonatigen Ausbildung in Köln als Entwicklungshelferin konnte sie Ende Mai 1974 nach Peru ausreisen. Erst zum zweiten Mal ist die jetzt 65-Jährige seit damals wieder in Deutschland, sie kam mit ihrem 24-jährigen Sohn auf den Hof ihrer Schwester in Baumurn.

Ein kleiner Ort auf den Anden in einer Höhe von etwa 2500 Metern war ihr erster Einsatzort. An die 30 Dörfer wurden von dem Arbeitsteam mit Missionaren, Krankenschwestern und verschiedenen Handwerkern versorgt. Diese Ortschaften waren bis zu Tagesreisen entfernt und nur mit Pferden erreichbar.

Als Krankenschwester war es ihre Aufgabe, die Bewohner bei den Besuchen vorbeugend gegen Krankheiten zu behandeln, bei Geburten als Hebamme zu helfen, Zahnschmerzen zu lindern und auch Familienprobleme zu lösen.

Auch nachdem sie 1978 den Mittelschullehrer Jose Caterinano geheiratet hatte und in dem Dorf Corculla in 3500 Meter Höhe in den Anden wohnte, war sie als Krankenschwester tätig. Wegen einer großen Dürre in den Anden und auch aus gesundheitlichen Gründen zog sie im Jahr 1983 mit ihrem Mann und der damals kleinen Tochter an die Pazifikküste in das Städtchen Camaná im Bundesland Arequipa im Süden Perus. Eine Tagesfahrt mit dem Bus und eine Tagesreise zu Fuß waren dazu notwendig. Auch hier war sie wieder in der Krankenpflege tätig, auch nach der Geburt des Sohnes im Jahre 1985, aber auch in der Pfarrei, wobei sie sich für die Familienkatechese einsetzte.

Als sie dann die strapaziösen Tagesreisen in die umliegenden Bergdörfer nicht mehr unternehmen konnte, setzte sie sich für das im Jahre 2002 gegründete Priesterseminar der Diözese ein und kümmerte sich um dessen finanzielle Angelegenheiten. Das Sammeln von Spenden für die etwa 30 jungen Männer, die im dortigen Seminar zu Priestern ausgebildet werden und oft aus armen und kinderreichen Familien stammen, hat sie sich zur Aufgabe gemacht.

Gefreut hat sie sich jetzt auch über die bei einem Sonntagsgottesdienst in ihrer Heimatpfarrei Griesstätt durchgeführte Kollekte für ihr Seminar. Weitere Spendengelder erhielt sie beim Treffen mit ihren ehemaligen Schulfreunden. In vielen Gesprächen mit alten Bekannten brachte sie ihr Anliegen vor und hofft auf eine große Spendenbereitschaft. Das Pfarramt Griesstätt ist dazu weiterhin Ansprechpartner.

alu/Wasserburger Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

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