Begleitung im Alltag

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Wasserburg - Die Stadt Wasserburg macht einen weiteren Schritt bei den altersgerechten Angeboten: Ab Januar gibt es "Betreutes Wohnen zuhause".

Welcher Friseur kommt auch mal in die Wohnung? Und welcher Doktor macht zuverlässig Hausbesuche? Ist der Haushalt nur "lässig" geführt, oder braucht es doch schon eine Hilfe? Das sind Fragen, die sich für die neuen "Alltagsbegleiter" von Senioren in der Stadt stellen könnten. Als "niederschwelligen Zugang zu den Angeboten für Ältere" bezeichnete dies Bürgermeister Michael Kölbl bei der Vorstellung in Maria Stern, dem Altenheim der Stiftung Attl auf der Burg.

Das hat die Trägerschaft des neuen Angebotes übernommen, nachdem sich auf eine Ausschreibung der Stadt hin vier Organisationen interessiert hatten. Ehrenamtliche Mitarbeiter übernehmen gegen Aufwandsentschädigung den regelmäßigen Kontakt zu den Senioren, unterstützt werden sie von fachlich versierten Kräften des Altenheimes.

Dabei ist wichtig: "Es geht nicht um eine Anwerbung von Kunden für uns", betonte Stiftungsdirektor Wolfgang Slatosch. Zum einen gebe es ohnehin eine Warteliste. Zum anderen handle es sich hier nicht um einen sanften Übergang zum Seniorenheim. "Ziel ist es, älteren Menschen so lange wie möglich das Wohnen zuhause zu ermöglichen. Wir versprechen uns davon auch einen gewissen Vorsorgeeffekt, bespielsweise wenn Defizite schneller erkannt und angegegangen werden oder Arztbesuche früher erfolgen", so Kölbl.

Konkret gibt es das "Betreute Wohnen zuhause" in zwei Stufen. Ein kostenloses "Betreuungspaket" beinhaltet die registrierte Kontaktaufnahme mit Maria Stern und die Beratung und Information von Senioren, soweit keine weiteren Schritte erforderlich sind. Für 49 Euro im Monat gibt es dann ein sogenanntes "Versorgungspaket": Eine Fachkraft des Heimes macht einen Erstbesuch und eine Bestandsaufnahme. Danach gibt es wöchentliche Hausbesuche von Ehrenamtlichen, die dann auch helfen, weitere Unterstützungsangebote zu organisieren, wenn diese notwendig sind.

Es gehe dabei vor allem um Kontinuität, etwa, um schleichende Veränderungen hin zu Demenz erkennen zu können, so die Seniorenreferentin des Stadtrates, Friederike Kayser-Büker. Sie ist überzeugt, "dass vor allem nicht hier lebende Kinder von Senioren großes Interesse haben, ihre Eltern laufend betreut zu wissen." Das neue Angebot sei sicher nur ein kleiner, aber ein wichtiger Schritt hin zu einem weit gefächerten Angebot für eine altersgerechte Gesellschaft.

Die nächste Betreuungsstufe wäre beispielsweise eine Haushaltshilfe oder auch ein ambulanter Pflegedienst. "Hier werden wir nicht selbst aktiv. Bei uns geht es nur um das Begleiten und Sehen", beruhigt die Leiterin des Altenheimes, Irmingard Stöberl, mögliche Konkurrenz-ängste anderer Träger. Direkt zusammengearbeitet wird aber mit dem Hausnotrufdienst der Johanniter in Wasserburg. Die Erstgebühr dafür, normalerweise 42 Euro, fällt beim "Betreuten Wohnen zuhause" weg.

Zum Start gibt es fünf ehrenamtliche Alltagsbegleiter, alle ehemalige Mitarbeiter der Stiftung Attl und mit entsprechendem fachlichem Hintergrund. Weitere Interessenten, "möglichst solche, die Wasserburg kennen, zuverlässig sind und mit beiden Beinen im Leben stehen", wie es hieß, sind aber willkommen und werden auch entsprechend geschult.

Hierfür stellt die Stadt Fördermittel in Aussicht. Die will sich ansonsten heraushalten, denn die Seniorenbetreuung sei inzwischen "dem Markt unterworfen", wie es Michael Kölbl formuliert.

koe/Wasserburger Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © dpa

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