Bereit sein für Elektroautos und -roller

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Wasserburg - Henne oder Ei? Damit beschäftigte sich der Werkausschuss in seiner jüngsten Sitzung. Wobei es nicht ums Federvieh, sondern um Stromtankstellen ging.

Der Stromnetzbetrieb hatte den Vorschlag gemacht, in den beiden Parkhäusern frei zu nutzende Stromtankstellen zu errichten. Die sollten zunächst kostenlos sein, so Werkleiter Kurt Fritsch, um damit einen Anreiz für den Kauf von Elektrofahrzeugen zu schaffen. "Charmante Idee", kommentierte Werkreferent Helmut Schedel (SPD), "aber wie groß ist denn die Nachfrage?"

Derzeit offensichtlich überschaubar, denn die Plätze der Stromtankstelle am E-Werk sind meistens leer, ladende Fahrzeuge wurden selten gesichtet. Allerdings steht dort künftig öfter ein Elektroroller, den die Stadtwerke für Kurzstreckeneinsätze ihrer Mitarbeiter angeschafft haben. Oliver Winter (CSU) sah dementsprechend auch keinen Bedarf für zwei zusätzliche Stromtankstellen mit je zwei Anschlüssen, "und wenn sich der ergibt, dann kann man ja schnell reagieren."

Ein weiterer Diskussionspunkt: Der mögliche Missbrauch des frei zugänglichen Stroms. Da wurden Bedenken laut, dass Jugendliche die Stromtankstelle als Licht- und Musikquelle für nächtliche Partys nutzen könnten. Dem könne man abhelfen, indem die Stromtankstellen nicht frei zugänglich sondern im Rahmen von "Park&Charge" errichtet würden, beendete Christian Stadler (Die Grünen) diese Diskussion. Denn jeder, der sich ein Elektrofahrzeug kaufe, sei bereit, die paar Euro zu zahlen, die für einen "Park&Charge"-Schlüssel fällig wären.

Die Diskussion um die Notwendigkeit von vier weiteren Stromtankstellen entschied Winter mit einem Kompromissvorschlag: Zwei weitere Zapfsäulen im Parkhaus Überfuhrstraße, keine in der Kellerstraße.

Wie sich im Nachhinein herausstellte, hätte auch die Diskussion um den Strommissbrauch nicht geführt werden müssen: Die frei zugänglichen Stromtankstellen haben zwar einen ganz normalen Stecker, erkennen aber, wie der Werkleiter von seinen Fachleuten erfuhr, ob ein Elektrofahrzeug oder ein anderes Gerät daran hängt.

Nicht nur in Sachen Elektrofahrzeuge hatten die Stadtwerke vorausgedacht, Frisch gab in der Sitzung des Werkausschusses noch zwei Denkanstöße: Zum einen könne man einige der Mutter-Kind-Parkplätze am Badria durch Carports mit Fotovoltaikanlagen überdachen - späterer Anschluss einer Stromtankstelle nicht ausgeschlossen. Zum anderen seien die Stadtwerke sehr daran interessiert, so Fritsch, dass der neue Busbahnhof mit einer Fotovoltaikanlage versehen wird. Und auch da solle der spätere Anschluss einer Stromtankstelle möglich sein, schließlich gebe es mittlerweile auch Elektrobusse. Beide Vorschläge sollen im Auge behalten werden.

syl/Wasserburger Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © AP

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