Berlin treibt die Strompreise hoch

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Haare föhnen wird mit der Strompreiserhöhung teurer. Für die Haartrocknung geht es zwar nur um Centbeträge, die aber summieren sich mit all dem anderen Stromverbrauch in einem Durchschnittshaushalt auf etwa 90 Euro im Jahr.

Wasserburg - Gesetzliche Regelungen sind es, die bundesweit die Strompreise hinauf treiben. Auch bei den Stadtwerken. Rund 90 Euro zahlt ein Durchschnittshaushalt im kommenden Jahr mehr.

Wasserburg - Irgendetwas fiel der Bundespolitik in den letzten Jahren immer wieder in Sachen Strommarkt ein. Und meistens hatte das Auswirkungen auf den Strompreis. Einen Teil der Erhöhungen haben die Stadtwerke bisher nicht an die Kunden weitergegeben, nun aber muss es sein.

Denn zum Erneuerbare-Energien-Gesetz, das seit 2010 die Kilowattstunde Strom um etwa 1,7 Cent teuer machte, und dem Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz, das für 0,1 Cent Mehrkosten sorgte, kam heuer noch die Umlage, die alle Stromkunden für die Mega-Kunden zahlen - und damit knapp 0,2 Cent mehr. Ab 2013 kommen noch der um 1,2 Cent pro Kilowattstunde gestiegene Arbeitspreis für die Netznutzung und eine Umlage für die Offshore-Windparks von 0,25 Cent hinzu. Macht 3,44 Cent netto mehr pro Kilowattstunde.

Stromkunden, die am eigenen Netz der Stadtwerke hängen, zahlen ab dem Jahreswechsel drei Cent pro Kilowattstunde mehr, in Reitmehring sind es 3,44 Cent, da dort die Leitungen Eon gehören und ein Netznutzungsentgelt gezahlt werden muss. Für einen durchschnittlichen Haushalt, der um die 3000 Kilowattstunden pro Jahr verbraucht, macht die Erhöhung pro Jahr etwa 90 Euro Mehrkosten aus. "Nach manchen Nullrunden in früheren Jahren haben wir mit dieser Erhöhung jetzt alles aufgefangen", so Werkleiter Kurt Fritsch. Zumindest vorerst, denn auf dem Strommarkt ist - auch Dank mancher Entscheidung in Berlin - so viel Bewegung, "dass wir nicht wirklich vorausplanen können."

Fritsch weist darauf hin, dass jeder Kunde der Stadtwerke nachfragen kann, ob er den für seine Bedürfnisse günstigsten Tarif hat. Und Bürgermeister Michael Kölbl wies in der Bürgerversammlung darauf hin, dass erfahrungsgemäß die großen Stromanbieter zum 1.März oder 1.April ebenfalls die Preise erhöhen, sich mit der Verzögerung allerdings einen Vorsprung bei den Vergleichsrechnern im Internet verschaffen. "Das machen wir nicht, wir stellen zum Jahreswechsel um, das ist reeller", so Kölbl.

syl/Wasserburger Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

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