Jetzt eine Berufsschule für alle

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Neue Stellvertreterin, neuer Lift: Gerhard Heindl und Claudia Romer von der Berufsschule sind mit den Entwicklungen zufrieden.

Wasserburg - Aus ganz Bayern kommen die Berufsschüler nach Wasserburg. Denn hier gibt es ganz besondere Ausbildungszweige. Jetzt gibt es auch einen Lift für Schüler im Rollstuhl.

Lesen Sie hier den Originalbericht der Wasserburg Zeitung vom Dienstag:

Schüler ohne Ausbildungsplatz werden weniger

Bei der Berufsschule dauert es immer einige Wochen, bis alle Zahlen des neuen Schuljahres klar sind. Konkret: 2009/10 werden 1350 Schüler hier unterrichtet, das sind 90 weniger als letztes Jahr. Doch Gerhard Heindl ist damit nicht unglücklich: So sei es möglich, Spitzen bei der Blockbeschulung und damit die größten Probleme bei der Heim-Unterbringung der Schüler etwas abzumildern. Zusätzlich gab es eine relativ gute Lehrerausstattung: "Die Unterrichtsbedingungen haben sich heuer verbessert."

Begonnen hat das Schuljahr mit einer Personaländerung: Claudia Romer ist neue "ständige Vertreterin" des Schulleiters in Wasserburg und damit Nachfolgerin von Helmut Gleixner, der Schulleiter in Traunstein wurde. Da Gerhard Heindl auch noch Direktor der Berufsschule in Rosenheim ist, hat seine Stellvertreterin hier eine wichtige Funktion.

Claudia Romer, die in Babensham wohnt, war zuvor drei Jahre an der Berufsschule Rosenheim. Vorher arbeitete sie beim "Staatsinstitut für Schulqualität und Bildungsforschung" in München an der Lehrplanentwicklung und später im Bereich Schulqualität. In Wasserburg wird die 51-Jährige, die einen Studienschwerpunkt im Sozialbereich hatte, noch einige Stunden Deutsch geben.

Eine zweite gute Nachricht betrifft die Ausstattung der Schule: Zum Schulbeginn wurde sie behindertengerecht. Ein Aufzug wurde eingebaut, ebenso eine Behinderten-Toilette. Der Barrierefreiheit entgegen kommen auch die größeren Räume der relativ alten Schule, ein Schüler im Rollstuhl ist derzeit Haupt-Nutznießer.

Dass vom Landratsamt die Investition von 270 000 Euro für den Lift "schnell und unbürokratisch" umgesetzt wurde, hebt Heindl besonders hervor. Überhaupt sei die Schule nun baulich auf einem guten Stand: "Die Umordnung der Berufsschulen im Landkreis Rosenheim ist bei uns abgeschlossen."

Bis auf eine Ausnahme: Noch bis 2013 werden in Wasserburg weiterhin Schreiner im Grundschuljahr ausgebildet. Ansonsten sind hier nur mehr die überregionalen Ausbildungsgänge und die Kfz-Mechatroniker aus dem Landkreis. Für die wurden auch heuer wieder fünf Eingangsklassen gebildet. Es sei inzwischen kein Problem mehr, dass praktisch alle Schüler aus dem Landkreis nach Wasserburg kämen, so Heindl. "Um 7.45 Uhr sind alle da." Beim Schulschluss habe man sich an die Busverbindungen angepasst.

Zurückgegangen ist die Zahl der "Technischen Produktdesigner", nachdem es jetzt im Norden Bayerns einen zweiten Schulstandort dafür gibt. Statt drei gibt es zwei Anfangsklassen. Ebenfalls eine Klasse weniger wurde bei den "Verfahrensmechanikern Kunststoff" gebildet, "eine Folge der Wirtschaftskrise", vermutet Gerhard Heindl. 188 Schüler bedeuten nun sieben Anfangsklassen. Die Modellbauer haben eine topmoderne Fünfachs-CNC-Fräsmaschine erhalten. Sie sind mit zwei neuen Klassen vertreten.

Neu ist in Wasserburg heuer ein "Berufsintegrationsjahr" (BIJ) für Schüler ohne Ausbildungsplatz. Dass die deutlich weniger wurden, ist eine erfreuliche Beobachtung des Berufsschul-Direktors. 19 Jugendliche werden im BIJ auch sozialpädagogisch begleitet, das wird aus dem Europäischen Sozialfonds gefördert. Viele Praktika sollen Berufsfindung und Bewerbungen fördern - mit Erfolg, wie sich Gerhard Heindl freut: "Drei haben über das Praktikum schon eine Lehrstelle für 2010." Vollzeitunterricht, Sprachförderung und Betreuung durch die Sozialpädagogin von "Pro Arbeit": "Wir müssen Hauptschulabgängern sofort ein intensives Unterstützungspaket bieten, sonst werden ihre Chancen immer schlechter."

Nebenbei profitiere die Schule auch allgemein von der Möglichkeit, bei Problemen eine Sozialpädagogin einbeziehen zu können. "Für uns ist das eine wichtige Bereicherung", so Heindl.

koe/Wasserburger Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

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