Richter: "Besonders dreist"

Wasserburg - Neun Monate Haft ohne Bewährung wegen alkoholisierten Fahrens. Klingt hart, aber ein 46-Jähriger war zum wiederholten Male ohne Fahrerlaubnis unterwegs, den Führerschein hatte er bis Oktober abgeben müssen.

Völlig beratungsresistent zeigte sich der 46-jährige Rentner aus der Umgebung von Wasserburg. Obwohl er es bereits auf neun Einträge in das Verkehrszentralregister wegen Trunkenheitsfahrten und Fahren ohne Fahrerlaubnis gebracht hatte und eine Sperrfrist bis Oktober 2010 gegen ihn verhängt war, setzte er sich im Juli des vergangenen Jahres wieder ans Steuer.

Er besuchte eine Kneipe in Wasserburg, wo er nach eigenen Angaben einige Halbe Bier zu sich genommen hatte. Als er gegen 2.50 Uhr die Heimfahrt antreten wollte, versuchte die Wirtin ihm die Wagenschlüssel abzunehmen, jedoch ohne Erfolg. Daraufhin informierte sie die Polizei, die wenig später im Lokal eintraf. Doch der Mann hatte seine Wagenschlüssel versteckt und so mussten die Beamten unverrichteter Dinge abziehen. Jedoch nicht, ohne ihn eingehend zu belehren und seine Personalien festzuhalten.

Kaum eine halbe Stunde später meldete die Wirtin, dass der Mann nun das Lokal verlassen habe und die Heimfahrt antreten wolle. Wenig später nahm die Polizeistreife dann die Verfolgung des Fiats auf, der von der Tankstelle in der Salzburger Straße ins Parkhaus am Kellerberg fuhr. Dort parkte er das Fahrzeug ein und sperrte es ab.

Da er den Beamten gegenüber einen unsicheren Eindruck machte, forderten sie ihn zu einem Alkoholtest auf, den der 46-Jährige jedoch verweigerte. Auf dem Revier wurde später eine Blutentnahme durchgeführt, die einen Alkoholgehalt von 2,44 Promille ergab. Nun musste sich der Rentner vor dem Amtsgericht Wasserburg wegen vorsätzlicher Trunkenheit im Verkehr in Tateinheit mit vorsätzlichem Fahren ohne Fahrerlaubnis verantworten.

Laut ärztlichem Gutachten könne eine verminderte Steuerungsfähigkeit zum Tatzeitpunkt nicht ausgeschlossen werden. Der Angeklagte zeige kein Problembewusstsein und keine Störungseinsicht und sei nicht bereit therapeutisch etwas zu unternehmen. Daher sah das Gericht eine Freiheitsstrafe von neun Monaten ohne Bewährung für Tat und Schuld angemessen und verhängte eine isolierte Sperrfrist für vier Jahre.

Das Verhalten des Angeklagten sei besonders dreist gewesen, die Vorstrafen seien durch die Bank einschlägig und es bestehe keine günstige Sozialprognose hieß es in der Urteilsbegründung.

ca/Wasserburger Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

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