Betrüger in der Stadt - erfolglos

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Wasserburg - Ist die Vorweihnachtszeit besonders interessant für Betrüger? Die Wasserburger Polizei meldet jedenfalls zwei Fälle im Stadtgebiet aus der letzten Woche.

Um zwei verschiedene "Maschen" ging es bei den angezeigten Betrugsversuchen, die allerdings schlecht für die Betrüger ausgingen. Im ersten Fall bat eine männliche südeuropäisch wirkende Person auf einem Altstadtparkplatz um das Einwechseln einer Zwei-Euro-Münze in kleinere Geldstücke. Kurzerhand hatte der Bittsteller seine Finger im Münzfach des bereitwilligen Passanten, in Sekundenschnelle waren dann aber auch die Geldscheine aus der Börse gefischt.

Erst als der "Geprellte", der einen gleich gelagerten Fall bereits früher einmal erlebt hatte, energisch die Rückgabe des Geldes forderte, ließ der Trickbetrüger das Geld auf den Boden fallen und verschwand. In dem vorliegenden Fall verdächtigt die Wasserburger Polizei einen 32-jährigen Rumänen als Täter, der in Rosenheim und anderen oberbayerischen Städten - teilweise sehr erfolgreich - aufgetreten war.

"Die sogenannten Zwei-Euro-Wechsler haben sich zu einer europaweit agierenden Plage entwickelt", so die Polizei. Oft würden gerade ältere Personen ausgewählt, die man in der Regel für hilfsbereit hält. Nicht selten würden die Personen an Geldautomaten ausgespäht, damit der Täter sicher gehen kann, dass genügend Bargeld in der Geldbörse ist.

Die zweite Masche wird von italienischen Lederwarenverkäufern angewandt. Es handelt sich um die bei der Polizei als "Bekanntentrick" bezeichneten Betrugs- und Diebstahlsversuche. In dem Wasserburger Fall wurde ein rüstiger 80-Jähriger angesprochen. Man kenne sich von der Arbeitsstelle her, das Ganze sei 20 Jahre her. Schade, dass man sich nicht mehr gesehen habe.

Unter einem Vorwand wird dann versucht, in die Wohnung zu kommen - zum Beispiel, man habe für einen Bekannten, den man nicht auffinden könne, Lederjacken dabei. Diese Lederjacken könne der Angesprochene geschenkt haben oder billigst kaufen. In der Wohnung wird daraus dann eine knallharte Verhandlungssache. "Oft werden die älteren Leute eingeschüchtert bis sie viel zu viel Geld bezahlen", so die Polizei. Die Ware sei gestohlen oder minderwertig. Manchmal wird auch um ein Glas Wasser gebeten, um dann in Windeseile Bargeld oder Schmuck aufstöbern zu können.

In Wasserburg "ging diesmal eigentlich alles noch ganz gut", so die Polizei, "Der Mann war nicht allein zuhause und das Paar ließ sich nicht einschüchtern." Anhand einer Lichtbildauswahl konnte der stets mit dem selben Trick auftretende Täter, ein in Nordbayern lebender Süditaliener, identifiziert werden. In den letzten Jahren sind im Bundesgebiet weit über 100 Tatverdächtige mit dem oben geschilderten oder ähnlichem Vorgehen bekannt geworden.

Die Polizei rät dringend davon ab, Personen mit in die Wohnung zu nehmen. "Auch der dabei großspurig angebotene Schnäppchenkauf ist praktisch immer Betrug." Betroffene sollten sobald wie möglich die Polizei alarmieren und sich gegebenenfalls die Autonummer des Anbieters merken.

re/Wasserburger Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © pa

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