Biechls Nachfolge noch offen

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Wer wird Annemarie Biechls Nachfolger?

Rosenheim - Die CSU-Abgeordnete Annemarie Biechl tritt bei der Landtagswahl im nächsten Jahr nicht mehr als Direktkandidatin an. Doch wer soll sie beerben?

Die CSU-Abgeordnete Annemarie Biechl tritt bei der Landtagswahl im nächsten Jahr nicht mehr als Direktkandidatin im Stimmkreis Rosenheim-West an. Wer sie beerben soll, darüber wird die Delegiertenversammlung der CSU nach Auskunft des Kreisvorsitzenden Klaus Stöttner zwar erst im Oktober entscheiden, das Kandidaten-Karussell dreht sich allerdings bereits kräftig.

Oder doch der Tuntenhausener Bürgermeister Otto Lederer?

Bezirksrat Sebastian Friesinger aus Albaching gehört zur Phalanx derjeniger, denen so mancher in der CSU seit Wochen Ambitionen auf die Biechl-Nachfolge nachsagt, gegenüber dem OVB hielt sich Friesinger allerdings bedeckt. Er pflege mit Biechl eine "hervorragende politische Zusammenarbeit" und werde sich zu deren Nachfolge erst äußern, wenn die Abgeordnete offiziell ihren Rücktritt erklärt habe. Allerdings räumt er ein, dass er bereits seit längerer Zeit immer wieder auf die Kandidatenfrage im Stimmkreis Rosenheim-West angesprochen wird - zuletzt beim Gaufest des Inngau-Trachtenverbandes in Schönau.

An Spekulationen um die Biechl-Nachfolge will sich auch der Tuntenhausener Bürgermeister Otto Lederer, zugleich Sprecher der CSU-Kreistagsfraktion, den sich offenbar nicht wenige in der CSU als geeigneten Landtagskandidaten vorstellen könnten, nicht beteiligen. Was die Kandidatenfrage betrifft, sieht er zunächst die Führung des CSU-Kreisverbandes gefordert. "Wir haben viele interessante Leute, die als befähigt für eine Landtags-Kandidatur gelten können", ist Lederer überzeugt und schiebt nach, dass ihm sein Amt als Bürgermeister von Tuntenhausen viel Spaß mache. Für ihn gebe es deshalb keinen gewichtigen Grund, in seinem Berufsleben etwas verändern zu müssen. Sollte die Partei auf ihn zukommen, würde er sich der Frage aber nicht von vornherein verschließen.

Der Oberaudorfer Bürgermeister Hubert Wildgruber fühlt sich geehrt, dass auch sein Name immer wieder genannt wird, wenn es um die Landtags-Kandidatur im Stimmkreis Rosenheim-West geht. Weil er stets erklärt habe, er sehe seine Hauptaufgabe in Oberaudorf, winkt er bei der Frage nach seiner Neigung zu einem möglichen Wechsel ins Maximilianeum ziemlich eindeutig ab. "Ich bin gerne Bürgermeister in Oberaudorf und habe vor, das auch zu bleiben."

Auch Hubert Wildgruber aus Oberaudorf wird gehandelt.

Während der Zug der Spekulationen um die Biechl-Nachfolge innerhalb der CSU längst Fahrt aufgenommen hat, versichert Klaus Stöttner, der CSU-Kreisverband Rosenheim-Land habe sich auch bei seiner jüngsten Vorstandssitzung - bei dieser Zusammenkunft hat Biechl ihren Rückzug aus der Politik bekräftigt - nicht mit möglichen Nachfolgern befasst. Über Namen wird möglicherweise erstmals offiziell gesprochen, wenn sich die Spitzen der CSU-Kreisverbände Rosenheim-Land und Stadt nächste Woche mit der Thematik befassen. Stöttner schwebt ein mit dem CSU-Kreisverband Rosenheim-Stadt "eng abgestimmtes Gesamtpaket" vor. Im Klartext: Es soll über die Direkt- und Listenkandidaten zur Bundes-, Landtags- und Bezirkstagswahl in einem Atemzug geredet werden.

Welche Bewerber die Führungsgremien der beiden Kreisverbände präferieren, soll im September feststehen. Ob es eine offizielle Empfehlung für die Delegierten-Konferenz geben wird, weiß der Kreisvorsitzende nicht. "Es kann ja auch sein, dass wir für das ein oder andere Amt mehrere Bewerber haben."

Was er von einer Kandidatin oder einem Kandidaten erwartet, da hat Stöttner allerdings klare Vorstellungen: "Kompetenz, Bürgernähe und Sympathie sind für mich die drei wesentlichen Grundvoraussetzungen, die jemand mitbringen muss", so der Kreisvorsitzende. Dass es in den Reihen der rund 6000 CSU-Mitglieder in Stadt und Landkreis Rosenheim eine genügend große Auswahl von Bewerbern gibt, die diese Kriterien erfüllen, daran hat Stöttner keinen Zweifel. Er ist überzeugt, dass sich einige Parteifreunde wegen einer möglichen Kandidatur bei ihm melden werden.

Der Kreisvorsitzende deutet aber auch an, auf einige Persönlichkeiten von sich aus zuzugehen. Und da schließt er auch eine "externe Lösung" für den Stimmkreis Rosenheim-West nicht aus - in Form eines CSU-Bewerbers, der derzeit kein Mandat innehat.

Norbert Kotter/Oberbayerisches Volksblatt

Quelle: rosenheim24.de

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