Ein bisschen Spaß muss sein...

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Wasserburg - "Nur ein bisschen Spaß" wollte ein 22-jähriger arbeitsloser Schreiner haben, als er mit seinem 49 Kubikzentimeter Mini-Chopper einige Spritztouren am Willi-Ernst-Ring unternahm. Jetzt stand er vor Gericht.

Das Problem: Nach einigen Runden auf Privatgrund fuhr der junge Mann, der nur im Besitz eines Mofa-Führerscheins war, vom Parkplatz dann aber auf die öffentliche Straße und ließ sich dabei auch nicht von fehlenden Formalitäten wie einem gültigen Führerschein und Versicherungsschutz abhalten. Auch die Tatsache, dass das Mini-Bike keine Straßenzulassung und verbotene blaue LEDs besaß, beeindruckte den Kosovaren nicht großartig.

Nun musste er sich vor dem Amtsgericht Wasserburg wegen vorsätzlichen Fahrens ohne Fahrerlaubnis in Tateinheit mit Fahren ohne Haftpflichtversicherungsvertrag in fünf tatmehrheitlichen Fällen verantworten. Auf die Frage des Gerichts, was er von diesem Termin erwarte, antwortete der Angeklagte gelassen "Strafe halt". Ohne große Emotionen räumte er die Tatvorwürfe umfassend ein und gab auch zu, beim Kauf der Maschine ausdrücklich darauf hingewiesen worden zu sein, dass er damit nicht auf der Straße fahren dürfe.

Seiner Ansicht nach sei er auch auf keiner richtigen Straße gefahren, fand der Angeklagte. Bei den Fahrten habe es sich, bis auf einmal, ausschließlich um kurze Strecken gehandelt und das Fahrzeug sei immer wieder kaputt gegangen. Zudem war er der Meinung, dass sein albanischer Führerschein ihn zum Fahren dieses Gefährts befähigen könnte.

Wegen wiederholten Fahrens ohne gültige Fahrerlaubnis und Versicherungsschutz, Diebstahl und Urkundenfälschung kam der junge Mann seit 2005 schon mehrmals mit dem Gesetz in Konflikt und brachte es zu vier Einträgen in das Bundeszentralregister.

Doch die damit verbundenen Verurteilungen schienen bisher keine allzu große Wirkung auf den 22-Jährigen gehabt zu haben. Seinen fünftägigen Aufenthalt in der Justizvollzugsanstalt, den er im Rahmen einer Ersatzfreiheitsstrafe erst vor kurzem abgesessen hatte, fand der Kosovare "ganz okay".

Aufgrund seiner einschlägigen Vorahndungen und der hohen Rückfallgeschwindigkeit beantragte die Staatsanwaltschaft eine Freiheitsstrafe von sechs Monaten, ausgesetzt auf drei Jahre zur Bewährung, mit einer Bewährungsauflage von 120 Stunden gemeinnütziger Arbeit und ein dreimonatiges Fahrverbot.

Gericht und Staatsanwaltschaft waren sich über das Strafmaß weitgehend einig. Lediglich die gemeinnützige Arbeit reduzierte sich auf 100 Stunden, die in den nächsten vier Monaten abgeleistet werden müssen. Zudem kamen Gericht und Staatsanwaltschaft übereinstimmend zu der Ansicht, dass es förderlicher sei, das Fahrzeug einzuziehen. In der Urteilsbegründung wertete das Gericht das umfassende Geständnis sehr zugunsten des Angeklagten, bezweifelte jedoch, dass sich der Angeklagte der Folgen seines Handels bewusst sei und wies ihn ausdrücklich darauf hin, dass er sich absolut nichts mehr zu Schulden lassen kommen dürfe, um die Bewährung nicht zu gefährden. Das bedeute auch, dass er ohne Fahrerlaubnis "nichts, aber auch gar nichts fahren dürfe, was einen Motor hat", betonte der Richter. Der Angeklagte nahm das Urteil an.

ca/Wasserburger Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © pa

Zurück zur Übersicht: Region Wasserburg

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser