Blaue Morgenröte bei 60er-Fans

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Noch besorgt, aber optimistisch: Innstadt-Löwen `85"-Vorsitzender Richard Ostermeier, Robert Zeislmeier, Vermarktungschef Hamada Iraki, "ARGE Region 6"-Vorstand Christian Schmidbauer und Geschäftsführer Robert Schäfer (von links) in Wasserburg.

Wasserburg - Da schlägt das "Sechzger"-Herz höher: Zu einem Fantreffen kamen Hamada Iraki, neuer Vermarktungschef des Traditionsvereins, und Geschäftsführer Robert Schäfer nach Wasserburg.

Sie stellten sich in einer offenen Runde allen Fragen und Wünschen der Fangemeinde. Richard Ostermeier, Fanclubgründer der "Innstadt-Löwen `85", und Christian Schmidbauer, Regionsvorstand der "ARGE Region 6" hatten zu dem Treffen um "18.60 Uhr" alle treuen regionalen Anhänger des TSV 1860 München ins Fletzinger eingeladen. Und der Saal war gut gefüllt, als Richard Ostermeier gemeinsam mit Christian Schmidbauer bereits zu Beginn die heißen Themen anschnitt. Ihr Wunsch nach finanzieller Kontinuität im Verein, den Erhalt und der Verbreitung der Fantradition, der Klärung der Stadionfrage und allgemein der Rettung des Münchner Kultvereins durch Investor Hasan Ismaik, zu dem Hamada Iraki den Kontakt hergestellt hatte, fanden im Publikum sofort Gehör und bestimmten die Fragerunde.

Iraki erklärte den Fans, warum Ismaik sich für ein Investment beim TSV entschieden hat und lobte den Traditionsverein für seine Jugendarbeit. "Wir wollen uns von anderen Investoren wie beispielsweise in England dadurch unterscheiden, dass wir weiterhin die so zahlreichen vielversprechenden Talente fördern und somit die Tradition des TSV fortführen. So ist mit 1860 auf lange Sicht Großes möglich", so der neue Handlungsbevollmächtigte. Nun stehe nach der abgewendeten Insolvenz, mit der der Verbleib im Profifußball garantiert wurde, die finanzielle Sicherung der "Blauen" im Vordergrund. "Unser Ziel ist es, den dauerhaften sportlichen Erfolg zurückzubringen und auch die Zuschauerzahlen zu steigern", so Iraki - beispielsweise mit einer Initiative zur Fanbindung in jungen Jahren: Der TSV verteilt in Münchener Grundschulen kostenlos Tickets zu den Heimspielen, um Kinder bereits früh für den Traditions-club zu begeistern.

Auch Geschäftsführer Robert Schäfer sah den Anfang einer positiven Entwicklung: "Erstmals seit Jahren mussten wir keinen Leistungsträger verkaufen, sondern konnten im Gegenteil die Verträge mit Identifikationsfiguren wie Benni Lauth und Daniel Halfar verlängern. Zudem haben wir mit dem Einführen eines Investors absolutes Neuland in Deutschland betreten und diesen Schritt mit hoher Professionalität vollzogen. Und das wichtigste ist: Der TSV 1860 München ist schuldenfrei".

Eine eingefleischter "Blauer" ist Manfred Schamberger. Seit knapp einem halben Jahrhundert fiebert er mit Sechzig und deren Tradition mit. "Wir sind dank des Investors gerettet, sind ein Traditionsverein und haben in dieser Saison auch schon gute Leistungen unserer Mannschaft gesehen. Wo bleibt die Euphorie?" fragte er sich Schamberger mit Blick auf die Zuschauerzahlen in der nicht gefüllten Allianz Arena. Iraki wieß darauf hin, dass die Vereinsführung mit der Zuschauerbilanz in der Zweiten Liga durchaus zufrieden sein könne, was dem Wunsch vieler Fans in Wasserburg nach einem eigenen kleineren Stadion jedoch keinen Abbruch tat. Schäfer glaubte, einen "kleinen positiven Trend" zu erkennen, der sich beispielsweise in den Mitgliederzahlen wiederspiegele.

"ARGE Region 6"-Vorstand Schmidbauer interessierten darüber hinaus vor allem die Aussichten darauf, weitere Sponsoren an Land zu ziehen, um den Spielraum bei Transfers hochtalentierter Spieler zu erweitern. Iraki bestätigte, dass der Verein "Gespräche mit möglichen Interessenten führe". Ausschlaggebend sei jedoch die Möglichkeit auf eine langjährige, kontinuierliche Partnerbindung.

Robert Zeislmeier, Gründungsmitglied der "Innstadt-Löwen `85" aus Wasserburg, verwies auf die häufig genannte Nostalgie unter eingefleischten "Blauen" und die Frage, wie die Begeisterung an die nächste Generation weitergegeben werden könne, in der sich die Heranwachsenden meist in Unterzahl gegen die Anhänger des FC Bayern München behaupten müssten. Schäfer machte klar, dass der TSV es sich zum Ziel gesetzt habe, die Vernetzungsmöglichkeit in München sowie den ländlichen Regionen möglichst gut auszunutzen. "Auch hier ist der Anfang getan, was beispielsweise unsere Testspiele gegen kleine Fußballvereine vor begeistertem Publikum im Umkreis zeigen. Fannähe ist unser wichtigstes Element", gab Schäfer die Richtung vor.

Dieses Schlusswort des Geschäftsführers wirkte wie Balsam für die Seele der leidgeprüften Anhängerschaft und fasste die positive Grundstimmung der Veranstaltung zusammen.

tdu/Wasserburger-Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

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