Böllerverbot in der Altstadt

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"Es ist halt auch schön" meinte nicht nur Werner Gartner. So bleiben Raketen an Silvester erlaubt, Böller dagegen sind in der Wasserburger Altstadt verboten.

Wasserburg - Raketen erlaubt, Böller verboten: Auf diesen Kompromiss einigte sich jetzt der Hauptausschuss für die kommende Silvesternacht in der Altstadt.

Weil es immer wieder gefährliche Szenen gab, wurde sogar ein absolutes Feuerwerks-Verbot diskutiert.

Auch wenn bisher in Wasserburg noch kein Brand ausgebrochen ist oder Menschen ernsthaft verletzt wurden: Gefährlich ist es immer wieder zugegangen in den engen Gassen der Altstadt, wenn an Silvester Raketen fehlgeleitet oder Böller unter die Menge geworfen wurden. Bürgermeister Michael Kölbl berichtete im Ausschuss von "einigen Beschwerden in jedem Jahr", seine Stellvertreterin Marlene Hof-Hippke von Bürgern, die deshalb an Silvester nicht mehr aus dem Haus gehen würden.

Verbot bei Kirchen und Altenheimen

Rechtlich gesehen ist die Sache klar: Bereits im größten Teil der Altstadt ist das Silvesterfeuerwerk eigentlich verboten. Denn in der Nähe von Altenheimen und Kirchen darf nicht geschossen werden, auf dem Marienplatz sind während der "Silvesterparty" Feuerwerkskörper ebenfalls verboten. Oliver Winter (CSU) hatte auf einem Stadtplan entsprechende Kreise eingezeichnet. Viel blieb da nicht mehr übrig. Doch auch hier wäre ein Verbot rechtlich möglich, so Kölbl.

Peter Reinthaler vom Ordnungsamt berichtete zusätzlich von Chaos auf der Innbrücke um Mitternacht: Rettungskräfte würden aus dem Süden die Altstadt praktisch nicht erreichen können. Daher schlug er nach dem "Sprengstoffgesetz" ein Schieß-Verbot für den größten Teil der Halbinsel und die Brücke vor. Der Inndamm sollte davon ausgenommen sein.

Vorgemacht haben dies beispielsweise Neubeuern, wo vor Jahren ein Bauernhof durch eine Rakete in Flammen aufging, und Berchtesgaden, wo es ebenfalls schon brannte. Dort sei das Feuerwerk "merklich zurückgegangen", so Reinthaler. Verfahren bei Verstößen gebe es dort allerdings nicht.

Kontrolle kaum möglich

Im Ausschuss gingen die Meinungen zu diesem Vorschlag auseinander. Oliver Winter hielt ein Verbot für überzogen. Außerdem sei bei der Reichweite moderner Raketen auch kaum mehr eine begründbare Grenze zu ziehen. Werner Gartner (SPD) meinte, "es ist halt auch schön". Andreas Roder (Block) verwies darauf, dass "schon die Weitergabe von Feuerwerkskörpern an Minderjährige strafbar ist." Er hielt aber die Kontrolle eines allgemeinen Verbotes "auch nicht ansatzweise für möglich". Nur Josef Baumann (Freie Wähler) hielt es für zumutbar, zum Inndamm zu gehen: "Die Gefahr für Hab und Gut, Leib und Seele ist da."

Auch die Gegner des Total-Verbotes hielten die Knallkörper für ein großes Ärgernis. Und so wurde am Ende einstimmig ein Verbot dieser Böller beschlossen, sowohl in der Altstadt als auch auf der Brücke. Nächstes Jahr sollen dann die Erfahrungen ausgewertet werden.

koe/Wasserburger Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

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