Botschafter der Region

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Werbeträger Breze: Der Raublinger Bäckermeister Stephan Bockmeier (links) weihte Bayerns Landwirtschaftsminister Helmut Brunner in die Geheimnisse des Brezenbackens ein.

Rosenheim/Berlin - Sie ist die weltgrößte Messe für Ernährung, Landwirtschaft und Gartenbau: die "Internationale Grüne Woche", die am Sonntag nach zehn Tagen in Berlin zu Ende ging.

Über 420.000 Besucher wurden gezählt. Doch die"Grüne Woche" gilt nicht nur als Leitveranstaltung für die Argrarwirtschaft, sondern auch als heimliche Tourismusmesse. Aus diesem Grund ist der Landkreis Rosenheim schon seit Jahren dort vertreten.

Erfolgreicher Abschluss auf der "Grünen Woche":

Erfolgreicher Abschluss der Grünen Woche

Besucherumfragen bestätigen den Eindruck, dass die Bayernhalle die meistbesuchte Messehalle war. Doch so wie die weiß-blaue Vertretung das Zentrum der "Grünen Woche" war, so war der Landkreis Rosenheim das Zentrum der Bayernhalle. Zumindest stand kein anderer Landkreis dort so sehr im Mittelpunkt. Dafür sorgte nicht nur der gut besuchte Biergarten des Landwirtschaftsministeriums, in dem "Entenwirt" Peter Schrödl die Besucher verköstigte, sondern vor allem der Messestand des Landkreises Rosenheim und des Tourismusverbands Chiemsee-Alpenland (CAT). An einem der größten Stände in der Halle präsentierte sich der Tourismus gemeinsam mit Unternehmen, Handwerkern und Anbietern regionaler Produkte.

Mehr als zufrieden mit dem Messeverlauf und der Resonanz der Besucher ist Christina Pfaffinger. Die CAT-Geschäftsführerin ist überzeugt: "Die Unternehmen, Handwerker und Regionalvertreter an unserem Stand waren ideale Botschafter für unsere Region." Gerade das Kulinarische sei für viele Menschen wichtig bei der Entscheidung für ihr Urlaubsziel: "Den Leuten hat unsere Region geschmeckt."

Verantwortlich dafür war beispielsweise Stephan Bockmeier. Der Bäckermeister aus Raubling, amtierender deutscher Vizemeister des Bäckerhandwerks, präsentierte den Messebesuchern die hohe Kunst des Brezenbackens und zeigte auch dem Landwirtschaftsminister, wie man das bayerische Symbolgebäck kunstvoll schlingt. Bockmeier war nicht zum ersten Mal als Botschafter seiner Zunft auf einer Messe im Einsatz. Ihm war es wichtig, "ein Stück Backtradition und Backkultur zu demonstrieren und damit die Verbraucher auf die Wertigkeit handwerklicher Produkte hinzuweisen".

Der Landkreis auf der "Grünen Woche":

Rosenheim auf der "Grünen Woche"

Blickfang am Rosenheimer Stand war ein 100 Kilogramm schwerer und 1,20 Meter hoher Berg aus feinster Schokolade, der in der Confiserie Dengel in Rott hergestellt und vorsichtig nach Berlin transportiert worden war. Die Spezialisten für Schokolade präsentierten in Berlin ihre Produktpalette und stellten sich mit süßen Brezen und Masskrügen in den Dienst der "Brotzeit"-Kampagne, die der CAT ausgerufen hat. Geld verdient war mit dem Messeauftritt nicht. Doch das sei auch nicht das Ziel gewesen. "Dazu war der Aufwand an Personal und Material viel zu groß", sagt Martina Kotalla von der Confiserie Dengel. Es sei dennoch ein gelungener Auftritt gewesen: "Wir wollten den Landkreis unterstützen, denn wenn es der Region gut geht, profitieren letztendlich auch wir."

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Ebenfalls fest in Rosenheimer Hand war das Bühnenprogramm, das das Landwirtschaftsministerium auf die Beine gestellt hat. Der Gutteil der Musik- und Trachtengruppen kam aus dem Rosenheimer Land, dem Inntal und dem Chiemgau. Mitgewirkt bei der Zusammenstellung des Programms hat Toni Hötzelsperger, seit Jahrzehnten als Tourismusfunktionär für die Region unterwegs. Ein Bühnenprogramm, das seine Handschrift trägt, hat mit einer Hitparade der Volksmusik überhaupt nichts zu tun. Doch gerade das Authentische kommt nach Hötzelspergers Erfahrung beim Berliner Publikum besonders gut an: "Die Besucher können sehr gut unterscheiden", sagt er. Die Aufführungen von Schäfflern, Trachtlern und Musikern würden dankbar angenommen. "Die Leute sitzen oft stundenlang und verfolgen die Auftritte."

Eine Erfahrung, die auch Landrat Josef Neiderhell gemacht hat. "Für mich ist es immer wieder faszinierend, wie ungeheuer positiv wir Bayern in Berlin aufgenommen werden", sagt Neiderhell. Oft reiche schon ein Trachtenanzug, um ins Gespräch zu kommen: "Das Interesse an allem, was mit Bayern zu tun hat, ist gewaltig, und das war auch an unserem Stand spürbar."

Doch nicht nur deshalb zieht der Landrat eine positive Bilanz für die "Grüne Woche". "Sehr erfreulich war auch, dass Tourismus und Unternehmen Hand in Hand auftraten", so Neiderhell, der besonders die erstmalige Kooperation der Brauereien aus Stadt und Landkreis Rosenheim hervorhob, die gemeinsam den Bierausschank übernommen hatten.

Klaus Kuhn (Oberbayerisches Volksblatt)

Quelle: rosenheim24.de

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