Brauchtum, Sport und Geselligkeit

Schonstett - Tradition und sportlicher Wettstreit: Die Schonstetter Böllerschützen feierten am Sonntag mit Gruppen aus ganz Oberbayern ihr 30-jähriges Bestehen. **Neu: Video**

Schon beim imposanten Kirchenzug vom Festzelt zum Feldaltar auf der Schlosswiese in der Ortsmitte zeigte man sich stolz in Tracht und selbstverständlich mit den unterschiedlichen Böllern auf der Schulter. Auch große Böllerkanonen wurden präsentiert und bei strahlendem Sonnenschein sorgten mehrere Musikkapellen für einen stimmigen Rahmen. Zahlreiche Anwohner säumten die Straßen und zu Beginn des Festgottesdienstes bot sich auf der Parkwiese mit allen Gästen und Fahnenabordnungen ein prächtiges Bild. Neben dem Jubiläum der Schonstetter Gruppe feierte man zugleich auch das Jahrestreffen der oberbayerischen Böllerschützen.

Oberbayrisches Böllerschützentreffen 2012

Auch wenn die Tradition des Böllerschießens in der kleinen Gemeinde laut mündlicher Überlieferungen schon deutlich länger zurückreicht, dauerte es bis 1982, ehe sich eine eigenständige Unterabteilung innerhalb der seit 121 Jahren existierenden Schlossschützen gründete. Seitdem ist die Mitgliederzahl der Gruppe um Sepp Bichler kontinuierlich gestiegen und erfreut sich großer Beliebtheit in der Bevölkerung.

Beim Kirchenzug der Böllerschützen schien noch die Sonne, während des Festgottesdienstes ging ein Wolkenbruch hernieder, dem dann auch der Festzug zum Opfer fiel.

Bürgermeister Josef Fink stellte die gewichtige Rolle der Mitglieder heraus, welche diese in den vergangenen drei Jahrzehnten erlangt hätten. "Die Böllerschützen sind heute aus dem Gemeindeleben nicht mehr wegzudenken." Bei Festen und feierlichen Anlässen sorgten sie für eine "schussgewaltige" Umrahmung und bereicherten dadurch jede Veranstaltung. Darüber hinaus leisteten die Schonstetter Böllerschützen gemeinsam mit ihrem gesamten Verein einen wichtigen Beitrag für den Zusammenhalt im Ort. Eine aktive Jugendarbeit und die Teilnahme an Wettkämpfen sprächen den Nachwuchs an und vermittelten wichtige Tugenden wie den Einsatz für die Gemeinschaft oder den richtigen Umgang mit Siegen und Niederlagen. "Ganz besonders beeindruckt mich bei euch das selbstverständliche Miteinander von Jung und Alt", betonte Josef Fink.

Den Festgottesdienst zelebrierte Pfarrer Josef Reindl und er ging auf die abstrakte Verbindung von Böllerschützen und Glaube ein. Auch wenn diese nicht auf den ersten Blick erkennbar sei, so stelle beispielsweise der Ehrensalut bei kirchlichen Festen als Ankündigung eines wichtigen Ereignisses ein - wenn auch eher ungewöhnliches - Bekenntnis der Vereinsmitglieder zu Kirche und Religion dar. "Solange sich die Schützen dieses Zusammenhangs bewusst sind, tragen sie dazu bei, Jesus in unsere Mitte zu holen." Auf diese Weise förderten sie auch die wichtige Pflege der Gemeinschaft und ließen eine alte Tradition hochleben.

Nach einem Wolkenbruch musste der geplante Festzug ausgesetzt werden, aber im Bierzelt rückten die durchnässten Gäste eng zusammen und ließen sich vom Mittagessen und der Musikkappelle Griesstätt aufwärmen. Nicht verzichtet wurde jedoch auf das weithin hörbare Salutschießen im Freien und man ließ die stolzen Jubilare nochmals in gebührendem Maße hochleben. Für den Schützenmeister Martin Voggenauer stand dabei besonders eine erfreuliche Entwicklung der vergangenen Vereinsjahre im Mittelpunkt: "Unseren Böllerschützen schließen sich vermehrt auch junge Leute aus der Gemeinde an und interessieren sich für diese ganz spezielle Art der Heimat- und Brauchtumspflege." Die Festtage klingen am heutigen Montag ab 18 Uhr mit einem Kesselfleischessen und der Söchtenauer Blasmusik aus.

reg/Oberbayerisches Volksblatt

Quelle: rosenheim24.de

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