Agentur für Arbeit besucht vorbildlichen Betrieb in Bruckmühl

Aus- und Weiterbildung im Betrieb: Das A und O zur Fachkräftesicherung

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Vladimir Stupka (links) und Vitali Bajdin an ihrem Arbeitsplatz bei der Firma Fritzmeier Composite.

Rosenheim/Bruckmühl - Die Agentur für Arbeit besuchte im Rahmen des bundesweiten Arbeitgebertages die Firma Fritzmeier Composite GmbH & Co. KG in Bruckmühl, die Besonderes in der Aus- und Weiterbildung ihrer Mitarbeiter leistet.

Der Arbeitsmarkt hier in der Region ist ausgesprochen gut, die Auftragsbücher der Unternehmen sind voll. Bei einer Arbeitslosenquote von 2,4 Prozent wird es für Arbeitgeber immer schwieriger, entsprechend qualifiziertes Personal zu bekommen. Dies nahm die Agentur für Arbeit (AA) zum Anlass, im Rahmen des Arbeitgebertages („European Employers Day“) einen Betrieb zu besuchen, der das diesjährige Motto „Lasst uns über Kompetenzen sprechen und alle Talente entdecken“ wirklich lebt und in die Tat umsetzt.

Michael Vontra, stellvertretender Leiter der Rosenheimer Arbeitsagentur, und Franziska Buschmann, Arbeitsvermittlerin und Fachfrau für das Programm „WeGebAU“, besuchten daher die Firma Fritzmeier Composite GmbH & Co. KG in Bruckmühl/Hinrichssegen

Firma lebt das Motto des Arbeitgebertages 2017

Begrüßt wurden die Gäste von Alfons Ober, dem Produktionsleiter SMC. Ober ist ein Verfechter von betrieblicher Weiterbildung und setzt seit nunmehr 4 Jahren auf die Zusammenarbeit mit der AA und das Föderprogramm „WeGebAU“ (Weiterbildung Geringqualifizierter und beschäftigter Älterer in Unternehmen). 

Ober dazu: „Ich habe zum ersten Mal im Krisenjahr 2009 von dem Programm gehört und erhalte von Seiten der Geschäftsführung volle Unterstützung und freie Hand bei der Umsetzung dieser Weiterbildungsmöglichkeit für unsere Mitarbeiter.“ Vontra an Alfons Ober: „Was hat Sie bewogen, neben der betrieblichen Ausbildung, die ja beim Unternehmen Fritzmeier seit Jahren auch groß geschrieben wird, auf die Weiterbildung der eigenen Mitarbeiter zu setzen?“ 

Von Weiterbildung profitieren alle

Ober erklärt und verdeutlicht: „Am Anfang stand die Überlegung, wie man qualitative Defizite bei einzelnen Mitarbeitern am besten beheben kann, denn wir arbeiten mit gelernten und ungelernten Arbeitskräften. Ich wollte eine gewisse Grundqualifikation schaffen und bei den Mitarbeitern Verständnis für notwendige Standards erreichen. Beschäftigte, die keine abgeschlossene Ausbildung haben oder deren Kenntnisse nicht mehr den aktuellen Anforderungen entsprechen, erfahren keine Selbstbestätigung durch die Arbeit und sind in Ihren beruflichen Entwicklungsmöglichkeiten stark eingeschränkt. 

Ich, genauer wir im Unternehmen haben aber festgestellt, dass sich durch eine Weiterbildung das Qualitätsverständnis und das Gespür für die zu leistende Arbeit verändert. Wenn wir die Leute kennen, können wir sie mit dem Programm WeGebAU, finanziert von der AA, in Kombination mit einem Bildungsträger, zuerst zum Maschinen- und Anlagenführer und später womöglich zum Industriemeister weiter bilden.“

Auch ein finanzieller Anreiz steht dahinter

Der stellvertretende Agenturleiter wirft ein: „Wir stellen seit geraumer Zeit fest, dass die Anzahl der offenen Stellen stetig zunimmt, das Stellenbesetzungsverfahren dauert länger, und auch die Ausbildungsstellen können nicht mehr alle besetzt werden. Wie gehen Sie damit um? Wie kommen Sie auf die „Talente“, die es zu fördern gilt, und welche Erfahrungen haben Sie gemacht?“ 

Ober antwortet ganz spontan: „Wir machen intern Werbung. Die interessierten Mitarbeiter können sich direkt bei mir melden, und obwohl die Leute zum Teil in der Produktion fehlen, stehe ich voll dahinter. Natürlich spricht es sich auch herum, dass wir die berufliche Weiterbildung unterstützen und die Arbeitnehmer, die neun Monate lang gelernt und fast jeden Samstag die Schulbank gedrückt haben, nach Bestehen der Abschlussprüfung entsprechend ihrer neuen Qualifikation einsetzen und demzufolge auch entsprechend ihrer Qualifikation bezahlen. Alleine dies ist schon ein Ansporn und viele der mittlerweile circa 35 geschulten Maschinen- und Anlagenführer sind mir und dem Unternehmen wirklich dankbar, dass sie diese Chance bekommen haben.“ 

Zahlreiche Arbeiter nutzen das Angebot bereits

Vontra dazu: „Sie schaffen damit sicherlich eine gute Möglichkeit der Mitarbeiterbindung! Sie können die Arbeitskräfte motivieren und vielleicht eine frei gewordenen Stelle wieder mit einer Anlernkraft besetzen. Wir freuen uns, dass wir heute mit zwei Mitarbeitern sprechen können, die das Programm WeGebAU als Chance gesehen haben oder noch sehen, quasi als Vorbildfunktion für andere.“

Vitali Bajdin ist einer von ihnen: „Ich habe nach der Schule keine Ausbildung gemacht, sondern als Hilfsarbeiter gejobbt. Eines Tages ist Herr Ober auf mich zugekommen und hat mir angeboten, die Weiterbildung zum Maschinen- und Anlagenführer zu machen. Und … ich bin froh, dass ich es durchgezogen habe. Ich musste mich zwar hinsetzen und lernen, aber ich war glücklich, als ich den IHK-Abschluss hatte. Dadurch hat sich viel in meinem Leben verändert, auch die Bezahlung, und das kann ich gut für meine junge Familie brauchen. Ich habe von allen Seiten ein ausgesprochen positives Feedback bekommen.“ 

"Ich werde mein Bestes geben, um den Abschluss zu schaffen"

Auch Vladimir Stupka freut sich über die Chance, die er bekommen hat. „Meine Ausbildung, die ich in der Slowakei zum Elektromechaniker gemacht hatte, wurde in Deutschland nicht anerkannt. Hier bei Fritzmeier bin ich in meinem Metier, ich bediene gerne Maschinen, und ich finde es ganz toll, dass mir Herr Ober die Weiterbildung, die noch bis Anfang Mai 2018 läuft, überhaupt ermöglich hat. Ich werde mein Bestes geben, um den Abschluss zu schaffen.“

 Alfons Ober bedankt sich abschließend bei der AA für die Fördermöglichkeit und bei Franziska Buschmann für die unbürokratische Umsetzung und Bearbeitung des Programmes WeGebAU.

Pressemeldung Agentur für Arbeit Rosenheim

Quelle: rosenheim24.de

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