Daniela Ludwig bald allein im Bundestag?

+
Daniela Ludwig (CSU): Bald die einzige Rosenheimer Abgeordnete in Berlin?

Landkreis - Seit Jahrzehnten ist der Stimmkreis Rosenheim mindestens mit zwei Abgeordneten im Bundestag vertreten. Zeitweise waren es sogar drei. Das könnte sich bei der nächsten Wahl ändern.

Aller Voraussicht nach wird Daniela Ludwig (CSU) wieder das Direktmandat im Wahlkreis Rosenheim erringen und zum vierten Mal in Folge in den Bundestag einziehen. Ihre Mitbewerber haben dagegen kaum Chancen, über die Landeslisten den Sprung nach Berlin zu schaffen.

Alle Wege führen nach Rom, heißt es. Nach Berlin führt bei der Bundestagswahl 2013 am 22. September für den Wahlkreis Rosenheim wohl nur ein Weg: das Direktmandat über die Erststimme.

Bei den letzten Wahlen war das noch anders. Da schaffte neben den CSU-Direktkandidaten Wolfgang Zeitlmann (2002) und Daniela Ludwig (2005 und 2009) auch Angelika Graf über einen vorderen Platz auf der SPD-Landesliste den Sprung ins Parlament. 2002 durfte sich die Region sogar über drei Abgeordnete freuen, weil die CSU mit Kanzler-Kandidat Dr. Edmund Stoiber ein Traumergebnis in Bayern einfuhr. So verhalf Daniela Ludwig (damals 27) der wenig aussichtsreiche Listenplatz 34 sensationell zu einem Platz im Bundestag.

Angelika Graf (65), die seit 1994 ununterbrochen für die Rosenheimer SPD im Bundestag sitzt, tritt im September nicht mehr an. Ihr Nachfolger als Rosenheimer SPD-Erststimmenkandidat ist Abuzar Erdogan (19). Seine Hoffnungen, der jüngste Parlamentarier in Berlin zu werden, bekamen Ende 2012 aber einen erheblichen Dämpfer. Da wurde er auf Platz 40 der Landesliste der Sozialdemokraten gesetzt.

Das wird für Berlin nicht reichen - ebenso wenig wie für die anderen Kandidaten aus der Region. Professor Dr. Thomas Rauscher fiel beim FDP-Parteitag in Rosenheim Platz 40 zu, und Ulla Zeitlmann (Grüne) ist erst gar nicht auf der Landesliste zu finden. Bei den Freien Wählern (FW) ist die Reihenfolge noch offen. Gewählt wird am 13. April in Geiselwind. "Ich hoffe auf einen guten Listenplatz", sagte der Rosenheimer FW-Kandidat Robert Multrus gestern zu den OVB-Heimatzeitungen.

2009 hatte die SPD 16 Abgeordnete über die Landesliste in den Bundestag gebracht (Graf hatte damals Platz 8), die FDP 14, die Grünen zehn und die Linke sechs. Die CSU gewann vor vier Jahren alle 45 Direktmandate in Bayern. Damit schnitt sie mit der Erststimme deutlich besser ab als mit der Zweitstimme - und die reinen CSU-Listenkandidaten blieben beim Wettlauf nach Berlin allesamt in den Startlöchern hängen.

Dass Erdogan, Rauscher, Zeitlmann oder Multrus der CSU-Abgeordneten Ludwig das Direktmandat streitig machen könnten - daran glaubt niemand ernsthaft. Zu klar hatte Ludwig 2009 mit 51,5 Prozent ihre Herausforderer Angelika Graf (14,4), Anna Rutz (Grüne, 12,2) und Maximilian Leucht (FDP, 9,2) abgehängt.

So deutet vieles auf ein einziges Mandat für Rosenheim hin. Aber vielleicht zieht die Rosenheimer CSU ja noch einen Trumpf aus dem Ärmel: Die Listenaufstellung der Bayern-CSU für den Bundestag erfolgt am 13. April, möglicherweise bekommt ein heimischer Christsozialer einen aussichtsreichen Startplatz.

Wer zur nächsten Bundestagswahl antreten will, muss sich bis 15. Juli beim Landratsamt Rosenheim anmelden. Es bleibt also noch Zeit. Bislang sind den OVB-Heimatzeitungen folgende neun Direktkandidaten bekannt. Neben Ludwig war nur Walter Mini (Linke) bereits 2009 angetreten.

  • CSU: Daniela Ludwig (37), Kolbermoor, im Bundestag seit 2002. Landesliste wird erst erstellt
  • SPD: Abuzar Erdogan (19), Rosenheim, Jura-Student, Landesliste: Platz 40 von 51
  • Die Grünen: Ursula Zeitlmann (43), Bernau, Juristin, Tochter des früheren CSU-Bundestagsmitglieds Wolfgang Zeitlmann. Kein Platz auf der Landesliste mit 51 Kandidaten
  • FDP: Prof. Dr. Thomas Rauscher, Universitätsprofessor. Landesliste: Platz 40 von 49
  • Freie Wähler: Robert Multrus (53), Rosenheim, Fachanwalt für Insolvenzrecht. Landesliste wird im April erstellt
  • Piraten: Prof. Dr. Hartmut Ernst (63), Dozent an der Fakultät für Informatik der Hochschule Rosenheim. Landesliste: Platz 19 von 30
  • Die Linke: Walter Mini (60), Raubling, Handelsfachwirt und praktischer Betriebswirt, Landesliste wird am 21. April erstellt
  • ÖDP: Ludwig Maier (51), Soyen, Biolandwirt, Heilerziehungspflegehelfer in der Stiftung Attl, Vorsitzender des ÖDP-Bundesarbeitskreises "Landwirtschaft, Gentechnik und Tierschutz"; Landesliste: Platz 16
  • Bayernpartei: Bernhard Neumann (28), Kolbermoor, Pflegefachhelfer, Landesliste: Platz 10 von 10

Ludwig Simeth (OVB-Heimatzeitungen)

Quelle: rosenheim24.de

Zurück zur Übersicht: Region Wasserburg

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser