Ein bunter Berg Kinderwünsche

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Bunte Packerl, von Rückbänken und aus Kofferräumen geholt und von den Mitgliedern des Wunschbaum-Vereins und den Tafel-Helferinnen noch liebevoll drapiert, sorgten am Heiligabend Vormittag für kleine und große strahlende Gesichter bei Schenkenden und Beschenkten.

Wasserburg - "Schöne Weihnachten!" "Jetzt ja - ich selber hätte meinen Kindern nichts schenken können!"

Und dann kullern bei beiden die Tränen, bei der mit den bunten Päckchen ihrer Kinder bepackten Mutter ebenso, wie bei der Christkindl-Erfüllungsgehilfin vom Wunschbaum.

Alles fertig? Ein Blick in die Runde: Der Kinderpunsch ist warm, Wunschbaum-Mitglieder sowie Tafel-Helferinnen sind bereit für die Bescherung und ein großer, bunter Berg Päckchen türmt sich auf den Tischen. Vor der Tür wartet seit längerem eine stetig wachsende Gruppe Kinder mit ihren Eltern. Na dann, ihr Kinderlein, kommet.

Etliche Dutzende sind es wieder, "für eine wohlhabende Stadt wie Wasserburg eigentlich erschreckend", findet Wunschbaum-Initiator Peter Fichter auch nach Jahren noch. Noch erschreckender: Es gibt sicher noch etliche Kinder, die an Weihnachten auf ein Geschenk verzichten müssen. Ihren Eltern ist es peinlich, wenn der Nachwuchs einen Wunschzettel abgibt.

Manchmal gibt aber auch die Mutter den Wunschzettel ab. Das drei Monate alte Zwergerl kann sich noch nicht selber Greiflern-Spielzeug wünschen. Auch der Dreijährige braucht einen schreibkundigen Helfer, dem er den Schneeanzug diktieren kann.

Die Sechsjährige, die in noch ungeübter Erstklässlerschrift das "Farrad" aufgeschrieben hat, die schiebt ihr mit einer großen Schleife verziertes Gefährt fröhlich klingelnd zu Papas Auto. Den Wunsch zu erfüllen ist einfach. Aber was tun mit einer 14-Jährigen, die sich eine enge Röhrenjeans gewünscht hat? Sie kann 1,50 Meter klein oder 1,75 groß, zierlich oder kompakt sein. Also gibt es statt eines Päckchens besser einen Einkaufsgutschein.

Die Unterstützung für den Wunschbaum-Verein wächst, ob von Privat- oder Geschäftsleuten, "weil's für Kinder aus Wasserburg ist", ist Fichter überzeugt. Geschäfte geben die Geschenke zum Einkaufspreis oder mit deutlichem Rabatt oder gar als Spende ab, ein Café stiftet jede Menge Platzerl und Lebkuchen, die Gewinne für die Wunschbaum-Tombola am Christkindlmarkt sind zumeist schnell organisiert. Nicht nur bei Geschäften und Institutionen, eine Stadträtin stiftet spontan selbstgemachte Gelees und Sirups, Kindergartenkinder wollen Gleichaltrigen helfen und schenken Kuscheltiere, Autos und Spiele. Gastronomen treten zum Benefizspiel an und stiften den Erlös, beim Christkindlmarkt wird für den Wunschbaum geschmiedet, von alle Seiten wird das Wunschbaum-Konto gefüllt.

Was die Verantwortlichen freut, denn im Sommer steht die nächste große Aktion an: Schulranzen kaufen und füllen ist angesagt. Das ist für viele Eltern, gerade von Erstklässlern, finanziell nicht zu stemmen. Der Wunschbaum-Verein springt ein, denn, so der Vorsitzende, "jedes Kind braucht einen vernünftigen Ranzen."

syl/Wasserburger Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

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