Burgerfeld: Kompromiss erarbeitet

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Wasserburg - Ein geplanter weiterer Wohnblock im oberen Burgerfeld hat wie berichtet im Stadtrat für große Aufregung gesorgt. Der Bauausschuss erarbeitete nun einen Kompromiss.

In nichtöffentlicher Sitzung erarbeitete der Bauausschuss nun einen Kompromiss der auch im Stadtrat eine Mehrheit fand.

Im Juni war das von Anfang an umstrittene Vorhaben zwischen Brunhuber-/Watzmannstraße und Krokusweg/Mozartstraße vom Stadtrat wieder in den Bauausschuss zurückgeschickt worden. Für die erforderliche Bebauungsplanänderung gab es keine ausreichende Mehrheit. Die Kritik reichte von "zu massiv" und "zu langweilig" bis zur grundsätzlichen Ablehnung: Die hier 1979 geplanten aber nie realisierten Reihenhäuer seien durchaus noch aktuell.

Das wies Stadtbaumeister Manfred Förtsch-Menzel jetzt entschieden zurück: Damals sei das zeitgemäß gewesen, heute könne man sich Reihenhäuser mit mehr als 500 Quadratmeter Grund nicht mehr vorstellen. Verdichtung sei das Gebot. Außerdem habe es schon lange keinen echten Geschosswohnungsbau in Wasserburg mehr gegeben, so Bürgermeister Michael Kölbl.

Der Bauauschuss hatte zusammen mit dem Bauherrn, der Firma Decker, und dem voraussichtlichen künftigen Nutzer, der Gemeinnützigen Wohnungsbaugenossenschaft Wasserburg, die Pläne noch einmal überarbeitet. Heraus kam eine Verbesserung, so die einmütige Einschätzung, wenn auch am Ende vier CSU-Stadträte dies für nicht ausreichend hielten.

Das Gebäude mit 27 Wohnungen wurde etwas niedriger, die Fassade anders gegliedert, der Bau nachbarfreundlich leicht verschoben. Außerdem wurde die Zufahrt zur Tiefgarage ins Gebäude verlegt, ein integrierter Grünordnungsplan wird die Eingrünung regeln. Das Gebäude habe überall mehr Abstand zu den Nachbarn als erforderlich, hob der Stadtbaumeister hervor.

In der Diskussion ging es im Stadtrat nicht mehr um Gestaltungsdetails, sondern ums Grundsätzliche. Man brauche auch Doppel- und Reihenhäuser, die hätten hier geplant werden sollen, fand Elisabeth Fischer (CSU). Oliver Winter (CSU) sah gar keinen Grund für eine Bebauungsplanänderung. Im Burgerfeld sei schon ausreichen verdichtet, fand er mit Blick auf die jüngsten Projekte des gleichen Bauträgers dort: "Das verkraftet das Burgerfeld nicht mehr."

"Sicher gibt es keinen unendlichen Geschosswohnungsbau hier", meinte dazu Bürgermeister Michael Kölbl. Aber 100 zusätzliche Bewohner zu den 4000 im Burgerfeld seien wohl kein Problem.

Er wurde unterstützt auch von den SPD-Stadträten, die ursprünglich gegen das Projekt gestimmt hatten. Werner Gartner lobte die deutliche Verbesserung und hob die große Grünfläche hervor. Wolfgang Janeczka sah fast eine moralische Verpflichtung zur Zustimmung: Gerade barrierefreie Wohnungen seien notwenig, betonten auch andere Redner.

Der Bürgermeister hatte in diesem Zusammenhang vor einer "Exklusiv-Diskussion" gewarnt: Nicht alle Wasserburger hätten so gehobene Wohnverhältnisse wie die Stadträte, Genossenschaftswohnungen seien daher unverändert wichtig.

Nun geht der Planentwurf ins Anhörungsverfahren.

koe/Wasserburger Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © dpa

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