Der Koha-Verlag von Konrad Halbig und Karin Schnellbach in Burgrain

"Uns gehts gut", sagt der Verleger

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Verleger Konrad Halbig in seinem Büro. Foto

Burgrain - Wer in Burgrain den Koha-Verlag sucht, muss genau hinschauen. Nur ein unauffälliges Schild am Gartentor zeigt dem Besucher, dass er an der richtigen Adresse ist.

Bei so viel Zurückhaltung wissen selbst viele Burgrainer nicht, dass Konrad Halbig und Karin Schnellbach im ehemaligen Sägewerk am Mühlbach einen erfolgreichen Verlag betreiben. Das Ehepaar verlegt neben Büchern auch Hörbücher und DVDs zu den Themen Gesundheit, Spiritualität und Lebenskunst. Allein mit seinem Spitzenautor Pierre Franckh erreicht der Koha-Verlag Auflagenzahlen zwischen 800.000 und 900.000 Exemplaren. Neben dem Schauspieler Franckh sind auch international bekannte Autoren wie der Japaner Masaru Emoto oder Prinzessin Märtha Louise von Norwegen bei Koha unter Vertrag. "Uns geht's gut", sagt Verleger Halbig.

26 Publikationen von Motivationscoach Franckh gibt es mittlerweile, einzelne Bücher des Erfolgsautors bringt Halbig mittlerweile in der 15. Auflage heraus. Ein stolzes Ergebnis, denn nur die wenigsten Titel der über 100.000 jährlichen deutschen Neuerscheinungen schaffen überhaupt eine zweite Auflage. Die Rechte für einzelne Titel Franckhs, dessen "Erfolgreich wünschen" die verlagsinterne Bestsellerliste bei den gebundenen Büchern anführt, hat Halbig inzwischen in 15 Länder verkauft.

Wie kam der gelernte Elektriker und Speditionskaufmann dazu, einen Verlag zu gründen? "Die Initialzündung war der tödliche Unfall meiner ersten Frau", erzählt er. Einen Amerikaaufenthalt, den der damals 24-jährige Halbig angetreten hatte, um über den schmerzlichen Verlust zu kommen, beendete er mit der Gewissheit: "Ich muss zurück, ich muss daran arbeiten." Nach der Ausbildung zum Atemtrainer veröffentlichte er zwei Bücher als Koautor bei Goldmann. Als der Verlag es ablehnte, ein drittes Buch herauszubringen, stand der Entschluss fest, das Buch selbst zu verlegen. Ohne seine Gabe, schnell Kontakt zu Menschen zu finden, würde Halbig vielleicht noch immer einen Licht- und Tonverleih führen. So fand er über persönliche Kontakte rasch Zugang in die Verlagsbranche.

Zunächst allein, später von seiner zweiten Frau unterstützt, widmete sich Halbig bald ganz dem Herausgeben von Büchern. Während die Computerspezialistin Schnellbach anfangs vom Layout bis zum Cover alles managte, kümmert sie sich heute nur noch um einen Teil des Covers. Marketing und Vertrieb laufen über eine Vertriebskooperation. Dadurch bleiben Halbig und Schnellbach mehr Zeit, das Verlagsprogramm zu entwickeln. Dabei nimmt der gebürtige Altomünsterer, der seit nahezu zwei Jahrzehnten in Burgrain lebt und arbeitet, auch Autoren auf, "von denen manche sagen würden, dass sie ein bisschen verrückt sind". Doch alle Titel, die der Zwei-Personen-Verlag herausbringt, müssen in das Motto passen: "Wir verlegen Bücher, die uns bewegen, von Autoren, die das leben, worüber sie schreiben."

Keine Angst hat der Verleger vor der Digitalisierung im Buchmarkt. "E-Books machen durch Videoeinspielungen Bücher interessanter", ist Halbig überzeugt. Der Koha-Verlag plant den Einstieg in die digitale Zukunft.

ane/Wasserburger Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

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