B12: Kommt jetzt Unterführung?

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Es ist nicht leicht für Tobias, die Bundesstraße zu überqueren.

Maitenbeth - Bereits seit Jahrzehnten sind fehlende Überquerungsmöglichkeiten der Bundesstraße 12 im Bereich von Maitenbeth ein Thema in der Bevölkerung: Nun gibt es eine neue Initiative.

Lesen Sie hier den Bericht aus der Wasserburger Zeitung:

Appell: B12 unterführen

Bereits seit Jahrzehnten sind fehlende Überquerungsmöglichkeiten der Bundesstraße 12 im Bereich von Maitenbeth ein Thema in der Bevölkerung. Nun gibt es eine neue Initiative.

Maitenbeth/Löffelmoos - Tobias, neun Jahre alt, Sohn von Josef Mayr und Christine Mayr, wird im Herbst die Schule wechseln. Auf seinem Schulweg müsste er dann jeden Tag die Bundesstraße 12 überqueren, was den Eltern zu gefährlich erscheint. Eine Unterquerung wäre eine Lösung. Diese ist aber angesichts der hohen Kosten von 100 000 bis 300 000 Euro nicht einfach zu realisieren. Deshalb haben die Eltern eine Unterschriftenliste ins Leben gerufen, auf der sich nach kurzer Zeit so gut wie alle Betroffenen, bisher 24, aus diesem Gebiet eingetragen haben. Sie liegt aktuell bei Edeka-Daumoser in Maitenbeth auf.

Tobias lebt in Löffelmoos, einem Gemeindeteil von Maitenbeth. Der Schüler wird ab Herbst mit dem Rad zur 1,3 Kilometer entfernten Haltestelle in Richtung Bundesstraße 12 an die Abfahrt Oberndorf radeln. Weil seit ein paar Jahren der Bus genau hier die Bundesstraße in Richtung Oberndorf und Winden verlässt, gibt es auf der südlichen Seite keine Haltestelle mehr. Dass der Bus keine Schleife zum Aussteigen fahren kann, haben die Eltern schon erfahren. Einzig in der Früh könnte Tobias einen knappen Kilometer in Richtung Sinkenbach bis zur nächsten Haltestelle gehen. Dass Tobias die Straße überqueren soll, wollen die Eltern ihrem Sohn wegen des Verkehrs - 21 000 Fahrzeuge am Tag - nicht zumuten. Erst im vergangenen Sommer war schließlich ganz in der Nähe eine Frau ums Leben gekommen. In den vergangenen Jahren kam es zu vier Unfällen mit Todesfolge, erinnert sich Maitenbeths Bürgermeister Josef Kirchmaier.

Eine Unterführung sei deshalb die beste Lösung, auch weil Kinder im Umkreis bald vor dem selben Problem stehen würden, ist Josef Mayr überzeugt. Das Grundstück für die Unterquerung stelle kein Problem dar, denn der Eigentümer habe bereits sein Einverständnis schriftlich mitgeteilt. Außerdem versteht die Familie nicht, warum es auf dem gesamten Abschnitt von Haag bis Maitenbeth nur eine einzige Unterführung bei Straßmeier gebe. In der Bürgerversammlung hatte die Familie deshalb einen entsprechenden Antrag an den Gemeinderat gestellt. Die Kommune unterstütze "grundsätzlich alles, was eine Verbesserung darstellt", bekräftigt Maitenbeths Bürgermeister Kirchmaier. Er favorisiere jedoch eine andere Lösung, nämlich den Einstieg im südwestlich gelegenen Eßbaum.

Sein Amtskollege aus Haag, Bürgermeister Hermann Dumbs, begrüßt die gewünschte Unterführung "auf alle Fälle". Erst vor einem Jahr habe die Gemeinde deshalb mit dem Straßenbauamt gesprochen. Vielleicht beschleunige der tödliche Unfall bei Sinkenbach das Verfahren. Alleine schon für den Radweg sei eine Unterführung notwendig, denn dieser solle die Bundesstraße queren. Diesen Radweg weitergeführt in Richtung Hohenlinden hat auch Frank Rockdäschel, zuständiger Abteilungsleiter im Straßenbauamt Rosenheim, im Blick, aber nicht an dieser Stelle. Ein Richtwert für eine Unterführung liege grundsätzlich bei 50 Menschen, die in einer Stunde queren müssten. Das sei hier bei weitem nicht gegeben, befindet er als Vertreter des Straßenbaulastträgers. Weiter westlich in Maitenbeth an der Josef-Eisenauer-Straße werde diese Fußgängerfrequenz schon eher erreicht.

Warum es andernorts gleich mehrere Unterführungen gibt, erklärt er so: Beim Neubau dieses Straßenabschnitts habe man das "Wellstahlrohr" zu einem Bruchteil der Kosten einbauen können. Nachträglich sei eine solche Maßnahme jedoch sehr aufwendig. Keinesfalls solle der Bub die Straße alleine überqueren, befindet auch Polizeihauptkommisar Johann Rabl, zuständiger Sachbearbeiter für den Verkehr im Landkreis. Weil an der gewünschten Stelle nur wenig Menschen wohnen, hält er eine Unterführung dort jedoch "nicht für sinnvoll". Er ist sicher, dass für Tobias eine andere Lösung gefunden wird.

Von Karlheinz Günster/Wasserburger Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

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