Busbahnhof kommt

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Der zentrale Busbahnhof in der Altstadt in der jetzt beschlossenen Fassung.

Wasserburg - Der Stadtrat hat den Knoten durchgeschlagen: Er beschloss in der jüngsten Sitzung die Errichtung des zentralen Busbahnhofs in der Altstadt - nach einem neuen Vorentwurf, der nun auf breite Zustimmung stieß.

1,27 Millionen Euro wird der Bau des neuen Busbahnhofes verschlingen, teilte Stadtbaumeister Manfred Förtsch-Menzel dem Stadtrat mit. Hinzu kommen 764000 Euro, die für den Umbau der westlichen Stadtzufahrt im Bereich der Rampe und des Bahnhofsvorplatzes sowie für die Erschließungsstraße vom Bahnhofsplatz zum Schopperstattweg notwendig sind. Die Stadt hofft jedoch auf hohe Zuschüsse. "Bei der Förderung schaut es ganz gut aus", teilte Bürgermeister Michael Kölbl dem Stadtrat mit. Es gibt gleich drei Zuschusstöpfe anzuzapfen: Städtebaufördermittel, Zuschussprogramme für den Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs und das Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz. Die Baumaßnahmen sollen 2010 und 2011 ausgeführt werden.

Der neue Planentwurf war in der Projektgruppe für die Errichtung eines zentralen Busbahnhofs einstimmig dem Stadtrat empfohlen worden. Dieser begrüßte mit Ausnahme von Peter Stenger (SPD) die Details.

Nur kurz flammte der alte Streit um die Verzögerungen in der Planungsphase wieder auf. Wie berichtet, hatte eine Mehrheit von Stadtratsmitgliedern aus CSU und Ausschussgemeinschaft den Planungen eine Denkpause verordnet. Sie hat der Planung gut getan, zeigte sich Christian Stadler von den Grünen überzeugt. Die Busstellplätze seien gegenüber den ersten Entwürfen etwas reduziert, die Aufstellflächen für die Busfahrschüler vergrößert worden. "Jetzt haben wir eine deutlich bessere Variante", lautete sein Fazit. Diese Meinung teilte SPD-Fraktionsvorsitzender Werner Gartner nicht. Nach wie vor habe er kein Verständnis für die Verzögerung, weil auch die ersten Entwürfe die Möglichkeiten zum Nachbessern bei den Details aufgewiesen hätten.

Die jetzt beschlossene Entwurfsplanung sieht für den Busbahnhof acht Stellplätze im Innenbereich vor. Für die Realschüler verlängert sich der Fußweg - entlang des Parkhauses - nicht im Vergleich zur Strecke von der heutigen Haltestelle am Gries, berichtete der Stadtbaumeister. Für die Sicherheit der Fußgänger sind nach seinen Angaben mehrere Querungshilfen mit Mittelinseln eingeplant.

Den Verkehr lenkt ein Kreisel à la Albaching - allerdings etwas größer und ebenfals mit der Möglichkeit ausgestattet, ihn mit dem Bus zu überfahren. Am Bahnhof entsteht ein neuer Platz, dessen Gestaltung in der Detailplanung noch genauer festgelegt werden soll. Die Seniorenbeauftragte der Stadt, Friederike Kayser-Büker (SPD), erinnerte an die Notwendigkeit, den Untergrund barrierefrei auszuführen. Offen ist natürlich auch die Frage, ob die Bahnstrecke wieder in Betrieb genommen werden kann.

Die ursprünglich angedachte Tiefgarage unter dem Busbahnhof ist jedoch vom Tisch: Der Arbeitskreis hatte festgestellt, dass der Erschließungsaufwand "unverhältnismäßig hoch ausfällt", berichtete der Bürgermeister. Pro Stellplatz hätte die Stadt aufgrund des hohen Grundwasserstandes in diesem Bereich und der Gefahr der Überflutung 30 000 Euro investieren müssen. Als Alternative nannte Kölbl die Möglichkeit, das jetzige Parkhaus zu erweitern oder ein Areal im Westen des Geländes für eine solche Baumaßnahme zu nutzen.

duc/Waserburger Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

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