Busbahnhof in langer Wunschliste

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Bald ein Bild der Vergangenheit: 600.000 Euro sind im Haushalt 2010 für den Bau eines Busbahnhofes zwischen dem Bahnhofsgebäude und dem Parkhaus Überfuhrstraße fest eingeplant. Dazu kommt eine Erschließungsstraße links am Bahnhof vorbei. Zuschüsse gibt es - zur Begeisterung von Bürgermeister und Kämmerer - von drei verschiedenen Stellen, je nachdem ob Straße, Busbahnhof oder Bahnhofsvorplatz betroffen sind.

Wasserburg - Fast 13,8 Millionen Euro für Investitionen stehen heuer im Haushalt der Stadt. Was von dieser "Wunschliste" heuer nicht umgesetzt wird, wird wohl warten müssen. Denn die Aussichten für 2011 sind nicht rosig.

"Es ist ein sehr solider Haushalt, wir sind auf alle Fälle handlungsfähig", sagt Bürgermeister Michael Kölbl über das dicke Zahlenwerk, das Kämmerer Konrad Doser zusammengetragen hat und das der Stadtrat am heutigen Donnerstag nach diversen Vorberatungen verabschieden wird.

41,8 Millionen Euro sind an Einnahmen und Ausgaben in Verwaltungs- und Vermögenshaushalt zu finden. Das reicht von 300 Euro für Bürobedarf bis zu 2,4 Millionen für das Brucktorensemble.

Die Steuerausstattung der Stadt sei gut, so Kölbl, die Gewerbesteuer, 9,5 Millionen Euro sind angesetzt, im Landkreis immer noch deutlich über dem Durchschnitt. "Da wird sich aber nach Aussage hiesiger Unternehmer 2011 die Wirtschaftskrise bemerkbar machen - und auf die Kreisumlage schlagen die Nachzahlungen von 2009 im kommenden Jahr massiv durch", dämpft der Bürgermeister Erwartungen, dass das unbegrenzt so weitergehen werde. Und auch bei der Einkommenssteuerbeteiligung, zweite große Einnahmequelle der Stadt, macht sich die Wirtschaftskrise bemerkbar, rund 740.000 Euro weniger stehen da im Vergleich zum Vorjahr zur Verfügung.

Dennoch ist die Zuführung aus dem Verwaltungs- in den Vermögenshaushalt "sehr ordentlich", so Kölbl. Nach der gesetzlich vorgeschriebenen Schuldentilgung bleiben noch 1,8 Millionen Euro "freie Spitze" für Investitionen über. 2009 hatte der Stadtkämmerer knapp 600.000 Euro angesetzt. Zu den 1,8 Millionen kommen weitere Millionen, die zum Teil aus der Rücklage entnommen, zum Teil über Kredite finanziert werden und zu einem weiteren Teil aus den verschiedenen Fördertöpfen zugeschossen werden.

Und was steht auf der 13,8 Millionen starken "Wunschliste"? Mit 2,4 beziehungsweise knapp 1,3 Millionen Euro zwei Baumaßnahmen, die in diesem Jahr beendet werden, nämlich das Brucktor und der Bahnhof Reitmehring. Insgesamt rund 1,7 Millionen sind für den Straßenbau vorgesehen, davon für den Kreisverkehr in der Burgau und den Ausbau der Megglestraße allein gut 1,1 Millionen. Ebenfalls rund 1,1 Millionen Euro verschwinden im Boden, werden für die Erneuerung beziehungsweise Erweiterung des Kanalnetzes gebraucht. "Planung, Planung, Planung" ist laut Kölbl heuer bei der Hauptschulsanierung vor allem angesagt, die 700.000 Euro im Haushalt sind quasi die Anzahlung für ein Projekt, das in den nächsten Jahren eine zweistellige Millionensumme verschlingen wird. Der größte Brocken bei den Ausgaben aber, der betrifft einen städtischen Eigenbetrieb, die Stadtwerke. Die bekommen von der Stadt 2,5 Millionen Euro zur Aufstockung des Eigenkapitals. Initialzündung dafür war der Versuch der Stadt Wasserburg, zusammen mit den Landkreisen und kreisfreien Städten entlang des Inns die Kraftwerke von Eon zu kaufen. Um ähnlich interessante Projekte verfolgen zu können und dann trotz Minus beim Badria irgendwann die "schwarze Null" schreiben zu können, so Kölbl, habe man sich für die Kapitalaufstockung entschieden, das sei ist sinnvoller, "als immer wieder kurzfristig etwas nachzuschießen".

Zumal es sich die Stadt heuer leisten kann. Laut Kölbl sind trotz der vielen geplanten Investionen die Rücklagen am Ende des Jahres höher als die Schulden. Was Bürgermeister und Kämmerer nur Recht ist, denn: "Dieses Polster werden wir 2011 dringend brauchen."

syl/Wasserburger Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

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