Claudia Stamm besucht Bio-Energiepark

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Claudia Stamm im Gespräch mit Geschäftsführer Michael Maier (rechts) im Erdenwerk, links Kreisrat Adil Oyan.

Eiselfing - Bayernweit einzigartig ist die Kombination aus Anlieferung von Grüngut, direkter Kompostierung und Weiterverwertung in einer Biogasanlage, wie sie der "Bio-Energiepark Aham" bietet.

Die grüne Landtagsabgeordnete Claudia Stamm machte sich jetzt vor Ort ein Bild davon. Geschäftsführer Michael Maier, der den Familienbetrieb zusammen mit seinen Eltern leitet, führte den von den Kreisräten Adil Oyan und Christian Stadler eingeladenen Gast aus München über das Gelände. Bereits Ende der 1980er-Jahre wurden auf der bis heute landkreiseigenen Anlage erste Kompostierungsmaßnahmen durchgeführt, ehe dies die Firma Maier dann ab 1993 offiziell als eigenständiger Betreiber übernahm.

Seither hat sich vieles getan und hinter der Mischung aus Lager- und Produktionshallen sowie den verschiedenen aufgetürmten Häufen aus Pflanzenabfällen und Erde steckt ein genau aufeinander abgestimmtes System. Während Privatleute ihre Abfälle aufgrund der finanziellen Förderung durch den Landkreis in haushaltsüblichen Mengen kostenlos abgeben können, haben gewerbliche Betriebe eine Gebühr zu entrichten.

Das biologische Material wird dann in einem ersten Schritt geschreddert, ehe es in einer neu errichteten Biogasanlage zur Stromerzeugung verwendet werden kann. Das verbrauchte Material wird abgelagert und kann verrotten. Dabei wird es regelmäßig umgeschichtet und "hygienisiert", um eventuell darin befindliche Keime und Krankheitserreger abzutöten. Den nächsten Schritt stellt das Heraussieben von Plastik, Metall und Steinen dar, um bei der abschließenden Fraktionierung in Kompost oder Heizmaterial hochwertige und absolut reine Endprodukte für den Verkauf zu erhalten. "Unser Kompost darf sogar in Bio-Betrieben verwendet werden, weil er so sauber ist. Außerdem beliefern wir derzeit das Biomasse-Heizkraftwerk in Taufkirchen bei München", erklärte Michael Maier stolz.

Im Erdenwerk, einer Halle mit Förderbändern und Verpackungsmaschinen, wird den in der Anlage produzierten Kompoststoffen etwas Torf beigemischt, um einen idealen Nährwert für Blumen und Gemüse zu erreichen, ehe die verschiedenen Blumenerden vollautomatisch in Säcke abgefüllt werden.

Mit dem vom Landkreis unabhängigen privaten Bau der unmittelbar an die Kompostierungsanlage angrenzenden Biogasanlage wurde in den vergangenen knapp zwei Jahren ein weiteres Projekt der Firma Maier verwirklicht. Mit Hilfe von methanbildenden Bakterien werden dort künftig rund zwei Millionen Kilowatt pro Jahr aus dem Grüngut gewonnen. Das Blockheizkraftwerk erzeugt dabei auch eine große Menge an Wärme, die direkt zur Materialtrocknung verwendet wird. Michael Maier möchte mit seinem Konzept des Bio-Energieparks "das enorme Potenzial an Energie ausnützen, dass es auf dem Gelände in Aham gibt, und dabei vollständig auf das Verschwenden von Lebensmitteln, wie beispielsweise Mais, zur Energiegewinnung verzichten."

Die Betreiberfamilie mit eingeschlossen, sind im Unternehmen zwölf Personen beschäftigt. Pro Jahr werden derzeit rund 60 000 Kubikmeter Erde abgefüllt, das Volumen der von privaten Haushalten und den Bauhöfen des Landkreises angelieferten Grünabfällen beträgt etwa 25.000 Kubikmeter.

Sorgen bereitet den Geschäftsführern aktuell das Vorhaben des Landkreises, ab August 2013 die Kompostierung wieder selbst zu verwalten und auf einen externen Betreiber zu verzichten. "Wir wissen nicht, ob es danach weitergeht. Wenn wir die Kompostierungsanlage nicht mehr betreiben dürfen, ist das existenzbedrohend für uns", sagt Michael Maier.

reg/Wasserburger Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

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