Dacheinschnitte nicht erwünscht

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Dacheinschnitte wollen die Bauherren bei zwei Gebäuden in der Salzsenderzeile und am Marienplatz. Dieses Haus ist selbst ein Baueinzeldenkmal.

Wasserburg - Dacheinschnitte scheinen wieder begehrt zu sein. Gleich bei zwei Anträgen hatte sich der Bauausschuss in seiner jüngsten Sitzung damit auseinanderzusetzen.

"Bloß kein Fass aufmachen" wollen Bauausschuss und Bauverwaltung bei Dacheinschnitten in der Altstadt. Vor allem nicht an und neben Baueinzeldenkmälern. Und im geschützten Ensemble Altstadt auffallen sollen sie auch nicht.

Im Gegensatz zu Anträgen vor etlichen Jahren, bei denen die Dacheinschnitte von der Straße weg beantragt wurden und/oder wo das Dach des Gebäudes vom Straßenraum nicht einzusehen ist, wären beide jetzt beantragten Dacheinschnitte von der Straße aus problemlos zu sehen. Und das im direkten Umfeld des Rathauses. Das Haus Salzsenderzeile2 ist direkt gegenüber vom Baueinzeldenkmal Rathaus und neben dem Baueinzeldenkmal Salzsenderzeile 4, das Haus Marienplatz 13 ist selber Baueinzeldenkmal. In beiden Fällen konnten sich weder die Stadtbaumeisterin noch die Mitglieder des Ausschusses einen Dacheinschnitt vorstellen.

Dieses Gebäude liegt im Ensemble Altstadt in unmittelbarer Nachbarschaft zweier hochkarätiger Baueinzeldenkmäler. Bauausschuss und Bauverwaltung sind sich einig, lehnen auch hier die Dacheinschnitte ab.

Der Bauausschuss sprach sich in beiden Fällen gegen die Dacheinschnitte aus und für die dringend erforderliche Beteiligung des Landesamtes für Denkmalpflege. Wobei Peter Stenger (SPD) nachdrücklich forderte, diesem "nach den schlechten letzten Erfahrungen" kräftig auf die Füße zu treten, damit keine "faulen Kompromisse" zustande kämen. Die will auch Stadtbaumeisterin Mechthild Herrmann angesichts der hochkarätigen Baudenkmäler in der Nachbarschaft nicht.

Zwischen Erheiterung und Fassungslosigkeit schwankten die Ausschussmitglieder bei der Voranfrage für das Haus Marienplatz 13 aber nicht nur wegen des Dacheinschnittes. Auslöser dafür war auch die vorgesehene Aufstockung. Dafür sollten die Zinnen geschlossen, als Fenster genutzt werden. Dahin sahen die Anwesenden keinen Weg, denn das dreigeschossige Haus steht mit seinem Zinnenkranz in der Denkmalschutzliste. Deswegen sollte die Fassadenstruktur erhalten bleiben. Eine Aufstockung des Hauses konnte sich Mechthild Herrmann bestenfalls im hinteren Teil des Gebäudes vorstellen. Eine Ansicht, die Bürgermeister Michael Kölbl teilte: Im hinteren Bereich möglicherweise, im vorderen nicht. Denn der Marienplatz 13 müsse insgesamt niedriger bleiben als das Nachbarhaus, das sei schon immer so gewesen und solle auch so bleiben. Genau dieses Nachbarhaus war der Auslöser dafür, dass Christian Stadler (die Grünen) nachfragte, ob der Vorbescheidsantrag schon ernst gemeint sei, "oder will der uns bloß tratzen?" Denn die Sanierung der Hausnummer 15 führte zu Auseinandersetzungen der Nachbarn und des Eigentümers der Nummer 13 mit der Stadtverwaltung (wir berichteten).

Bis auf den gewünschten Dacheinschnitt ohne Diskussionsbedarf ist die Sanierung der Salzsenderzeile 2. Die zum Innenhof geplanten Balkons sind unproblematisch, die Sanierung des Gebäude-inneren auch. Dem Antrag auf Sanierung wurde zugestimmt, der Dacheinschnitt in der beantragten Form abgelehnt.

syl/Wasserburger Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

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