Darlehen und Rücklagenentnahme

+
Ein großer Posten im Haushalt ist der Bau einer neuen 370.000 Euro teuren Kläranlage neben der bestehenden. Da könnte auf die Bürger noch etwas zukommen, kündigte die Bürgermeisterin schon einmal vorsorglich an.

Reichertsheim - Die Haushaltsberatungen machten in der jüngsten Gemeinderatssitzung deutlich: Finanziell ist es in Reichertsheim gerade nicht einfach.

Besser sei es voriges Jahr nur aus dem Grund verlaufen, so Kämmerer Robert Hubauer, weil später als geplant investiert und abgerechnet worden sei. Teilweise sei das heuer jedoch ähnlich. Allgemein habe man mit rückläufigen Einnahmen zu kämpfen. Vorgesehen ist, die verhältnismäßig hohe Rücklage von 515.000 Euro auf 53.000 Euro zu senken, außerdem ist ein Darlehen über eine halbe Million Euro eingeplant. Bürgermeisterin Annemarie Haslberger sieht darin eine eher vorsichtige Kalkulation, ihrer Einschätzung nach muss es nicht komplett in Anspruch genommen werden. Immerhin habe man im Vorjahr die vorgesehenen 73.000 Euro nicht entnommen, sondern habe "rekordverdächtige" 515.000 Euro hineinbuchen können und musste so auch ein Darlehen über 100.000 Euro nicht in Anspruch nehmen. Ein Trost sei, berichtete der Kämmerer, dass man in den vergangenen Jahren erhebliche außerplanmäßige Tilungen zugunsten einer erheblich niedrigeren Zinsbelastung geleistet habe. Heuer sieht der Kämmerer für die Tilgung 13850 Euro vor, während für Zinsen insgesamt wahrscheinlich 32.200 Euro bezahlt werden müssen.

Zu den größeren Investitionen gehört ein drittes Feuerwehrfahrzeug, ein Mannschaftswagen, der schon länger im Gespräch ist und jetzt für rund 70.000 Euro schon beinahe angeschafft werden muss. Der Grund ist der dritte Stellplatz beim Feuerwehrhaus, denn sonst muss ein Zuschuss zurückgezahlt werden. Allerdings gibt es für das Fahrzeug auch Unterstützung vom Freistaat, nämlich 12.000 Euro. Dringend ist auch die Sanierung des Kindergartens mit Fenstern und dem Anbau einer Fluchttreppe für 50.000 Euro.

Ein größerer Posten ist die Sanierung der Grundschule. Trotz Zuschuss von 946.000 Euro bei 1,1 Millionen Euro Gesamtkosten muss die Gemeinde erst einmal rund 300.000 Euro an Rechnungen bezahlen, die allerdings ziemlich schnell aus dem Konjunkturpaket mit 290.000 Euro erstattet werden. Hinzu kommen 55.000 Euro Planungskosten. Die restlichen Arbeiten werden im Jahr 2010 abgerechnet.

Für den Ramsauer Bolzplatz sind noch restliche 2500 Euro zu bezahlen, für die montierte Beleuchtung zum Sportplatz 7500 Euro und für das neue Geländer samt Treppensanierung am Reichertsheimer Friedhof 5500 Euro. 76.000 Euro plant die Gemeinde für den Erwerb des ehemaligen Gasthauses Ramplbräu ein.

Für die sanierte Oberornauer Straße sind noch 600.000 Euro zu bezahlen, für den Radweg nach Haag 52.000 Euro. Beiden stehen aber Einnahmen gegenüber, darunter Anteile anderer Gemeinden und vor allem ein Zuschuss in Höhe von 300.000 Euro.

Für den Kanal in Reichertsheim und Ramsau rechnet man mit 31.000 Euro Herstellungsbeiträgen. 11.000 Euro stehen für die Reparatur der Ramsauer Kläranlage bereit, die Kanalbefahrung kostet 60.000 Euro und größter Posten in der Abwasserbeseitigung ist die neue Reichertsheimer Kläranlage mit 370.000 Euro zusätzlich der Planungskosten von 37.000 Euro. Einstimmig wurde der Haushalt beschlossen.

kg/Wasserburger Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

Zurück zur Übersicht: Region Wasserburg

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser