Demnächst Bouldern über Matten im Vereinshaus

Haag - Im zweiten Anlauf nahm der Alpenverein die Hürde: Die Gemeinderäte erteilten ihm grundsätzlich das Einverständnis, das Dachgeschoss des Vereinshauses zum Klettern zu nutzen.

Bereits einmal hatte Sigmund Heilmaier, Gemeinderat und Mitglied des Alpenvereins, den Wunsch vorgetragen. Der Alpenverein verfolge nicht mehr die Absicht, im Zehentstadel eine Kletterwand einzubauen. Dazu sei auch das Dachgeschoss des Vereinshauses an der Wasserburger Straße geeignet, berichtete er. Gleichzeitig wolle man das Büro, das sich momentan im Parterre befindet, nach oben auslagern. Die Kletterwand des "Boulderraumes" werde der Verein selber finanzieren, so Heilmaier. Das Klettern sei für Kinder wie Erwachsene als Trainingsmöglichkeit ideal. Die Absicherung erfolge durch ausgelegte Matten.

Die Räte hatten die Entscheidung vertagt, um die Situation im Zehentstadel zu prüfen. So fand man zu neuen Ideen. Die im Zehentstadel geplante Kletterwand könne auch ein privater Investor als besondere und zusätzliche Attraktion für Haag anbringen. Da ein "Boulderraum", so Heilmaier, "grundsätzlich etwas Anderes" ist und mehr den Kindern zugute komme, sehe der Verein darin keine Konkurrenz.

Weil der Alpenverein nicht nur die Nutzung des Dachgeschosses vom Vereinshaus beantragte, sondern auch einen Zuschuss von der Gemeinde, fragten die Räte die Vermögensverhältnisse nach.

Zuschuss zugestimmt

Vorsitzender Hans Huber bezifferte sie auf 70 000 Euro. Davon wolle man 45 000 in den neuen Kletterraum investieren. Der Verein könne zwar diese "schöne Summe" ausgeben, mehr aber nicht. Erst kürzlich habe man die Vereinsbeiträge erhöhen müssen, da auch die Hüttennutzung in die Höhe gegangen sei.

Bei einer Umsetzung des Vorhabens beteiligt sich der Alpenverein am Ausbau, das heißt er finanziert auch bei der sanitären Einrichtung im Dachgeschoss mit. Thomas Sax (CSU) lobte die Absichten. Der Alpenverein habe Geld gespart und gebe es nun für eine sinnvolle Sache aus. Das solle die Gemeinde auch unterstützen. Zudem betreibe der Verein eine wichtige Jugendarbeit.

Den Antrag auf Zuschuss untermauerte Sigmund Heilmaier mit der Feststellung, dass die anderen Nutzer des Vereinshauses sich nur in die fertigen Räume zu setzen bräuchten, der Alpenverein dagegen den seinen erst ausbauen müsse. In der weiteren Diskussion ging es um die Berücksichtigung der Investitionen des Vereins. Hans Urban (CSU) und Sissi Schätz (SPD) schlugen vor, bei der künftigen Miete die Leistungen des Alpenvereins aufzurechnen.

Grundsätzlich regte Dr. Wolfgang Weißmüller (PWG) an, die Mietzeiten im Vertrag festzuhalten und der Gemeinde auch das Recht der Kündigung einzuräumen, falls das Vereinshaus einmal für andere Zwecke genutzt werden solle: "Das ist eine Vorsichtsmaßnahme." Eine einheitliche Lösung für alle Mieter verlangte Zweiter Bürgermeister Dr. Winfried Weiß (CSU). Der Alpenverein müsse mindestens über 20 Jahre Gewissheit haben. Er bringe mit dem Kletterraum auch Leben in das Haus.

Bürgermeister Hermann Dumbs plädierte beim Stand der Sanierung des Gebäudes dafür, möglichst schnell zu einer rechtlichen Einigung zu kommen. Die Verwaltung solle einen Vertrag ausarbeiten. Der Beschluss fiel einstimmig.

xy/Wasserburger Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

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