Mit Demut - "und viel Humor"

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Wolfgang Fischer.

Wasserburg - Die drei Wasserburger Altenheime haben einen neuen katholischen Seelsorger: Wolfgang Fischer ist seit 1. Februar vom Ordinariat in diese Aufgabe berufen.

Normalerweise würde Wolfgang Fischer um diese Zeit intensiv den Karneval verfolgen: Der neue Seelsorger für die drei Wasserburger Altenheime ist Rheinländer und tief im Humor verwurzelt. Doch derzeit ist der 58-Jährige intensiv mit dem Umzug und der Einarbeitung in seine neue Aufgabe beschäftigt, der Fernseher noch gar nicht in Betrieb. Und so fallen die Karnevalssitzungen heuer aus.

Aber auch das nimmt Wolfgang Fischer gelassen - wie so vieles, was in den letzten Jahren anders gekommen ist als geplant. Vor gut drei Jahren wurde er Pfarrer in Bischofswiesen, davor leitete er zwölf Jahre die Pfarrei München-Ramersdorf. Begonnen hat der Duisburger seine Seelsorgertätigkeit aber in der Schönstatt-Bewegung, die ihn unter anderem auch nach Australien und Polen führte.

Dass er nun in Wasserburg gelandet ist, hat vor allem mit einer Erkrankung zu tun: Kalte Kirchen sind für Wolfgang Fischer seit einer Trigeminus-Neuralgie ein ernsthaftes Gesundheitsproblem. So wurde er "pfarreidienstuntauglich", wie er scherzhaft formuliert.

"Ich war noch nie der klassische Pfarrer", stellt er aber auch fest. Der übergroße Ernst in vielen katholischen Zirkeln ist nämlich seine Sache nicht. Auf einen Witz zum Ende des Gottesdienstes können sich seine Schäfchen regelmäßig einstellen - durchaus auch einen über die Kirche oder den Papst. "Man muss sich doch auch selbst auf die Schippe nehmen können", ist Wolfgang Fischer fest überzeugt.

Mit Humor will er nun auch auf die alten Menschen zugehen - und "mit großer Demut: Man muss vom Ambo runtersteigen auf die Stufe des Krankenbettes". Gerade in den letzten Jahren gebe es oft noch eine Menge zu verarbeiten und "zu versöhnen, was noch unversöhnt ist im Leben", ist er überzeugt.

Aber auch für die Beschäftigten in den Altenheimen, die nicht nur durch Sterbebegleitungen oft stark belastet seien, will er Ansprechpartner sein. Außerdem wird er wie schon sein Vorgänger in den Wasserburger Pfarreien und im Kreiskrankenhaus aushelfen.

Für sein neues Amt sei es sicher Voraussetzung, dass er sich selbst auch schon intensiv mit dem Tod beschäftigt habe, meint er. "Und es ist wichtig, dass wir Fragen haben, nicht immer nur Antworten. Es gibt nämlich manchmal keine", so der Seelsorger. So wie in einem Buch, das er schon 1998 geschrieben hat, lange bevor er selbst erkrankte und Alten-Seelsorger wurde. "Dem Leiden Sinn geben" heißt es - "und es weiß keine Patent-Rezepte".

koe/Wasserburger Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

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