Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Denkmal soll 200 Meter wandern

+
Barocke Substanz und einige schöne Details weist der Weberhof auf, den das Denkmalamt an Ort und Stelle erhalten, die Firma Meggle 200 Meter versetzen möchte.

Wasserburg - Der denkmalgeschützte "Weberhof" in Reitmehring soll nun endgültig versetzt werden. Das wird von Denkmalschutz und Bauausschuss völlig unterschiedlich bewertet.

Im Frühjahr hatte die Firma Meggle mit einer Flächennutzungsplanänderung grundsätzlich die Weichen gestellt für die "Translozierung" des 230 Jahre alten Hofes. Der ist seit Jahrzehnten eingezwängt zwischen die technischen Gebäude der Molkerei und mittlerweile auch dem Ablauf dort im Weg.

Die Molkerei hat das Gebäude daher genau vermessen und untersuchen lassen und will es nun abtragen, über den Winter restaurieren und dann gegenüber auf einem Wiesengrundstück, etwa 200 Meter vom jetzigen Standort entfernt, neu aufbauen.

Während die Stadtverwaltung für dieses Anliegen volles Verständnis zeigte, gab es inzwischen vom Denkmalamt Widerspruch: Die Fachleute sind grundsätzlich gegen eine Versetzung des aus ihrer Sicht bedeutenden Baudenkmals, ein "relikt des ehemaligen Bauerndorfes".

Die Linie des Landesamtes ist klar: Ein versetztes Denkmal ist kein echtes Denkmal mehr. Der harte Kontrast zwischen barockem Hof und Technikgebäuden dahinter wird dabei sogar zum Schutz-Argument: Dies symbolisiere in gewisser Weise die technische Entwicklung. "Vor diesem Hintergrund plädiert das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege für den Erhalt des Gebäudes an angestammter Stelle und spricht sich mit Nachdruck gegen eine Versetzung aus", so die Stellungnahme.

Im Bauausschuss wurde Gegenargumente gesammelt. Der Hof könne an der ursprünglichen Stelle praktisch nicht genutzt werden, am neuen Standort dagegen eine Funktion erhalten: Er soll Empfangsgebäude und Werksmuseum werden. Außerdem sei nur mehr rund ein Drittel des Gebäudes erhalten, der Wirtschaftsteil längst abgebrochen. Eine noch weitergehende Hoffnung hatte Wolfgang Schmid (CSU): Vielleicht, so überlegte er laut, könnte die Firma Meggle beim Wiederaufbau ja einen "Stadel" wieder anbauen und dabei den öffentlichen Saal entstehen lassen, auf den Reitmehring schon lange sehnsüchtig warte.

So weit wollte der Bauausschuss aber nicht nach vorne denken. Dem Abriss und Wiederaufbau des denkmalgeschützten Gebäudes wurde einstimmig zugestimmt. Peter Stenger regte an, auf die Sicherung des gemauerten Erdgeschosses zu achten.

koe

Kommentare