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Das Rock-Comeback 2018 in München

Rockavaria meldet sich mit einem Paukenschlag zurück!

Rockavaria meldet sich mit einem Paukenschlag zurück!

"...des braucht a jeda"

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Alles Originale: vor, auf und hinter dem Tisch.

Wasserburg - 40. Nachtflohmarkt: Eigentlich hätte es ein richtiges Jubiläumsfest geben müssen. Den Fieranten und Käufern war es so wahrscheinlich lieber. Sie konnten diesmal bei Idealwetter in aller Ruhe schmökern.

"Endlich is' wieder soweit": Die zig Standlbetreiber konnten es schier nicht mehr erwarten. Der Altstadtflohmarkt am Freitagabend zog wieder Unzählige in seinen Bann, egal ob Trödelenthusiast, Traditionalist oder einfach Tourist. Und auch Petrus spielte mit: Es blieb trocken. Und das passte. Schließlich galt es den 40. Flohmarktgeburtstag zu feiern.

"Mei Mama hod mi scho immer aufn Wasserburger Flohmarkt mitgnomma. Und seitdem muass i do einfach immer wieder her", bekannte eine Einkäuferin beim Stöbern der Freundin. Und da war sie nicht alleine. An die 10 000 Besucher schätzten die Veranstalter vom Theaterkreis Wasserburg am Freitagabend in der Altstadt, und damit bereiteten sie dem Flohmarkt ein ordentliches "Geburtstagsgeschenk", eine angemessene Hommage. "Wer einmal da war, der kommt immer wieder", so eine Stammkundschaft aus Landshut, "der Markt hat Kultstatus, der versprüht eine einmalige Originalität".

Die ersten, die den "Marktplatz" eröffneten, waren ab 16 Uhr die Kinder hinter der Frauenkirche. Strahlende Gesichter und rote Wangen ließen vermuten, dass die Geschäfte gut liefen, auch wenn so manche Mama oder Papa dabei tatkräftig nachhalf. Bei den Erwachsenen schlug das ultimative "Flohmarktfieber" dann gegen 17.30 Uhr auf. Davor hatten die zahlreichen Ordner aber alle Hände voll zu tun, um die schon ungeduldigen Flohmarktler in die Schranken zu weisen. "Bis do her geht dei Stand, und koan Zantimeter weida. Und auspacka duast a no ned. Wo samma denn." Hörbar genervt schallte eine Ordnerstimme durch das Marktareal. Die Versuchung war freilich groß, noch vor dem offiziellen Beginn die eine oder andere Rarität verfrüht über den Ladentisch wandern zu lassen, insbesondere, wenn die professionellen Schnäppchenjäger unter den Abdecktüchern in den Kartons einen "heißen Fang" erspäht hatten und bereits mit Geldscheinen wedelten. Die Mehrzahl der Händler hielt sich aber an die Flohmarktordnung, es habe keine größeren Beanstandungen gegeben, so Angie Springer vom veranstaltenden Theaterkreis.

Konnte man um 18 Uhr noch vergleichsweise ungeniert von der Hofstatt über die Herrengasse zum Kirchhofplatz flanieren und nebenbei die angebotenen Kostbarkeiten unter die Lupe nehmen, dann war spätestens um halb neun die "Bude" dicht - altgewohntes Flohmarktgedränge allenthalben, wenn auch nicht so schlimm wie in den 80er-Jahren, als dem Markt deshalb schon einmal fast das Aus drohte.

"Olles, wosds bei mir segts, des braucht a jeda!" Die Verkäufer waren um keinen Spruch verlegen, ihre Ware lautstark an den Mann zu bringen. An manchen Ständen mit alten Klamotten ging es zu wie auf einem Basar, vorzugsweise umlagert natürlich von Frauen. Doch die Männer stand ihnen in nichts nach, spätestens dann, wenn sie alte Lederhosen, Antikmöbel oder Schellackplatten erspähten.

Wie alljährlich wechselten auch wieder zahlreiche "irdene" Masskrüge die Besitzer, "und wenn'st grod a moi a Hoibe trinkst, schöne Dame, dann hätt' i a no a Hoibe-Kriagal für di", brachte ein Verkaufsstratege seine Ware auch unter die weibliche Kundschaft. Boxerhandschuhe und Rehkrickerl, kitschige Putti-Köpfe und verrostete Hufeisen, Tafelgeschirr, Christbaumschmuck, Porzellan und sogar ein zerschlissener Nerzmantel: Gehandelt wurde, was das Zeug hielt. "Dua deine Euros raus, morgn sans eh nix mehr wert. Und so billig kriagst as a nimma." "Naa, de Euros bhoit i ma. Weil du host eh blos Zeig, des koana irgendwann braucht." Die Verhandlungen waren teils deftig, und es gab nichts, was es nicht gab.

Spaß aber hatten offensichtlich alle. Entweder mit einer Halben Bier in der Hand, und damit anscheinend der Glückseligkeit auf Erden, oder mit einem ausgefallenen Hut auf dem Kopf, der offensichtlich bei den Verkaufsverhandlungen zur Höchstform auflaufen ließ.

Höchst zufrieden war auch die Organisatorin vom Theaterkreis, Angie Springer. Bis auf zehn Restkarten wurden alle 457 Standplätze ausgegeben, davon alleine 383 an Wasserburger. Die Händler kamen bis aus Frankreich, den Niederlanden und Ungarn. Nur mehr Ordner wünscht sich Springer nächstes Jahr wieder, "heuer warns zwenig." Ansonsten läutete das Flohmarkthandy in den Abendstunden erfreulich wenig: "Alles verläuft friedlich", so das Fazit.

Und so mutete die Feststellung eines Händlers um zwei Uhr früh, als das Feilschen und Treiben allmählich sein Ende nahm, schon fast melancholisch an: " Wieda a ganz Jahr wartn. Wia soi i dös bloß aushoitn?" Ganz einfach: Vorfreude ist die schönste Freude.

Wasserburger Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

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