"Die einzige nachhaltige Lösung"

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Offensichtlich war Dr. Peter Ramsauer (rechts) vom Ortstermin in Reitmehring im Dezember, unter anderem mit Toni Meggle und Daniela Ludwig, beeindruckt. Jedenfalls stimmte der Verkehrsminister dem Gesamtplan zu.

Wasserburg - Freudige Überraschung hat bei allen Verantwortlichen die Nachricht ausgelöst, dass der Bundesverkehrsminister die Wunschlösung für die B304 in Reitmehring genehmigen wird.

Dies sei die einzige "nachhaltige" Möglichkeit, so die einmütige Bewertung. Baubeginn könnte frühestens 2015 sein.

Auf dem Behördenweg war die Information aus Berlin noch nicht angekommen. So erfuhren die meisten Beteiligten aus unserer Berichterstattung, dass sich Verkehrsminister Peter Ramsauer entschlossen hat, trotz der Bedenken des Bundesrechnungshofes auch den Kurztunnel durch den Ort zu genehmigen.

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"Diese Woche ist schon einmal gerettet", freut sich der Wasserburger Bürgermeister Michael Kölbl. "Die Einschaltung der Politik hat Gottseidank was gebracht." Wie berichtet hatte die CSU-Bundestagsabgeordnete Daniela Ludwig im Dezember ein Treffen mit ihrem Parteikollegen Ramsauer in Reitmehring organisiert. Der fährt von seinem Heimatort Traunreut kommend die B304 selbst immer wieder und kennt das Problem daher seit langem.

Auf diesem Hintergrund konnte er offensichtlich die Argumente aus Wasserburg gut verstehen. Statt des kreuzungsfreien Ausbaus mit Kurztunnel eine Ampelregelung, wie sie der Bundesrechnungshof für ausreichend gehalten hatte, würde angesichts von täglich 15.600 Fahrzeugen nur Staus produzieren. Damit wäre die vermeintliche Einsparung von zehn Millionen Euro ein Schuss nach hinten, waren sich Planer, Stadt, Landkreis und Anlieger einig.

"Ich freue mich vor allem auch für die Reitmehringer. Für den Ort ist das praktisch eine unterirdische Umgehungsstraße. Die wäre oberirdisch so billig nicht zu haben - wenn überhaupt", versucht Kölbl auch das Argument der zu hohen Kosten - über 20 Millionen Euro - zu entkräften.

Landrat Josef Neiderhell hebt auf Nachfrage der Redaktion die wichtige Funktion der Bundesstraße 304 als Ost-West-Achse hervor. Gerade am Kreuzungspunkt mit der B15 werde nun eine Lösung geschaffen, "die uns vorwärts bringt." Erfreulich für Neiderhell, der schon von seinem Vorgänger Gimple zwei Ordner mit Korrespondenz zu diesem Verkehrsproblem übernahm, ist auch der geringe Landschaftsverbrauch dieser Lösung. "Ich bedanke mich bei Daniela Ludwig, denn die Sache stand schon auf der Kippe."

So bewertet es auch Hans-Peter Olk, Straßenbau-Chef beim Staatlichen Bauamt. "Wir sind aber überzeugt, dass dies eine zukunftsweisende Lösung ist." Sein Amt habe bereits viel Energie in die Planungen gesteckt. Sobald man den offiziellen Auftrag erhalte, werde man an die Weiterarbeit gehen, um möglichst noch heuer das Planfeststellungsverfahren beantragen zu können.

Seine Zuversicht, dass in diesem Verfahren aufgrund der intensiven Vorgespräche möglichst wenig Einsprüche kommen, trifft für einen Nachbarn sicher zu: Die Firma Meggle hofft auf deutliche Verbesserungen für den Lkw-Verkehr durch die Baumaßnahme. "Daher begrüßen wir diese nachhaltige Lösung sehr und werden sie auch unterstützen, indem wir benötigte Grundstücksflächen abtreten", so Meggle-Pressesprecherin Anke Schellenberger.

Norbert Buortesch freut sich für die Reitmehringer Anlieger ebenfalls, dass grundsätzlich eine gute Lösung in Sicht sei. Nun sei es allerdings wichtig, gut auf die Ausführungsdetails zu achten. Da sehen die Anlieger noch einige Problemstellen.

Alle Beteiligten sind gespannt auf die nächsten Verfahrensschritte. 2013 könnte das Planfeststellungsverfahren laufen. Wenn es dabei keine größeren Probleme gibt, würde 2014 die Detailplanung abgeschlossen. Sollte dann auch das Geld zur Verfügung steht, könnte "optimistisch betrachtet Anfang 2015 Baubeginn sein", so Hans-Peter Olk. Zuversichtlich, dass es nun zügig geht, ist auch Josef Neiderhell, ein wenig vorsichtiger Michael Kölbl, der wie sein Vorgänger bei der B304 bereits viele Verzögerungen erlebt hat: "Ich würde mich schon freuen, wenn wir 2016 so weit wären."

Karl Königbauer (Wasserburger Zeitung)

Quelle: rosenheim24.de

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